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Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

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17/2022: Erlebnisspaziergänge mit Storydive

Spaziergänge sind wieder voll im Trend. Mit den Audiowalks von Storydive kann der Sonntagsspaziergang  zum echten Abenteuer werden.

Mit Storydive wird das immersive Storytelling auf eine neue Ebene gebracht. Das neue interaktive Erlebnisformat ermöglicht es Geschichten zum Leben zu erwecken. Nutzerinnen und Nutzer können mit sogenannten Audiowalks während eines Spaziergangs in Geschichten eintauchen und diese miterleben.

Wie funktioniert Storydive?

Man braucht lediglich die kostenlose Storydive-App und Kopfhörer. Dann muss man nur noch das Sofa verlassen und sich von den Sprachanweisungen lenken lassen. Und schon verwandelt sich die Umgebung in den Schauplatz einer Geschichte, in der man selbst die Hauptrolle spielt. Nutzerinnen und Nutzer können voll und ganz in das präsentierte Erzähluniversum eintauchen. Die Geschichte gibt den Weg durch die Stadt zum nächsten Schauplatz an, lenkt den Blick und lässt den aufmerksamen Betrachter immer wieder Neues entdecken.

Was macht die App so nutzerfreundlich?

Das Smartphone kann während der kompletten Tour in der Tasche gelassen werden. Der Verlauf der Geschichte kann jedoch aktiv beeinflusst werden. Will man lieber durch eine kurze Gasse oder aber durch eine lange, dunkle Gasse laufen? Immer wieder sind solche Entscheidungen zu treffen. Über eine interaktive Karte können auch alternative, barrierefreie Routen gewählt werden. Die Geschichte synchronisiert sich über die GPS-Verbindung automatisch. Um Datenvolumen zu sparen, können die Geschichten bequem im Vorfeld zuhause heruntergeladen werden.

Warum ist Storydive einzigartig?

Mit Storydive gelang es den Gründern die erste App für interaktive Storywalks auf den Markt zu bringen. Die Hörspaziergänge spielen durch die AR-Elemente mit der Realität. Man hört nicht nur passiv eine Geschichte an, sondern ist mittendrin. Storydive ist außerdem eine Plattform, die freiwillig Autorinnen und Autoren mit einem breiten Publikum zusammenbringt. Im Moment ist Storydive nur in acht ausgewählten deutschen Städten verfügbar. Die Gründer arbeiten allerdings am Ausbau ihres Angebot. Mit kurzen Audiowalks an öffentlichen Orten können Nutzerinnen und Nutzer in ganz Deutschland das Angebot testen. So wird hoffentlich die Reichweite der App vergrößert.

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16/2022: Freibeik

Schluss mit dem starren Fahrradsattel! Mit einem beweglichen Fahrradsattelgelenk von Freibeik will ein Bremer Mutter-Tochter-Duo die Fahrradindustrie revolutionieren.

Iris-Sabine Langstädtler und ihre Tochter Carmen sind leidenschaftliche Reiterinnen und arbeiten zudem nebenbei in dem familiengeführten Fahrradgeschäft. Dort bemerkten die beiden, dass sich die Kunden häufig über einen unbequemen Sattel beschweren, was weitere Folgen wie Rückenschmerzen, Druck- oder Scheuerstellen nach sich ziehen kann. So wurde die Idee eines bequemen, beweglichen Fahrradsattels geboren, inspiriert von ihrem Hobby, dem Reiten.

Wie funktioniert das Sattelgelenk von Freibeik?

Das Fahrradsattelgelenk soll auf so gut wie jedem Fahrrad nachrüstbar sein und verwandelt so den starren Sattel in eine bewegliche Version, der „die Bewegungen des Radfahrers ohne Rucken und Stucken übersetzt“, so Carmen Langstädtler. Der Bewegungsradius begrenzt sich dabei auf 15 Grad in jede Richtung. Dabei werden folglich – wie auch beim Reiten – ganz andere Muskelgruppen im Rücken beansprucht wie beim konventionellen Fahrradsattel. Auch in Kurven oder beim Drehen auf dem Fahrrad bewegt sich der Sattel mit und vereinfacht diese Manöver so für den Fahrer.

Weitere technische Daten

Hergestellt wird das Sattelgelenk aus Edelstahl und Aluminium, welches gemäß Norm EN 15194 maximal mit einem Systemgewicht von 100 kg zu belasten ist. Mit einem Preis von 69,99 Euro als Einzelartikel und 119,99 Euro im zweier-Set ist das Gelenk zwar kein Schnäppchen, scheint aber bei angemessener Qualität gerechtfertigt. Auch aufgrund fehlender Konkurrenz sind die beiden Bremerinnen die einzigen Hersteller eines beweglichen Fahrradgelenks.

Mega-Deal in der Höhle der Löwen

Mit dieser Weltneuheit traten die Gründerinnen auch bei der Höhle der Löwen auf und siehe da – es kam sogar zum Doppel-Deal mit 40-Prozent Anteil an der Firma für 190.000 Euro. Damit ist der Startschuss gefallen und der Serienproduktion steht nichts mehr im Wege. Bisher war jedes Gelenk eine Einzelanfertigung. Mit der neu gewonnen Hilfe der Investoren soll nun aber eine Serienanfertigung gestartet werden, wodurch die Anzahl gesteigert und Kosten gemindert werden können. So soll in Zukunft jeder so gemütlich auf dem Fahrrad sitzen können, wie die beiden es bereits vom Pferd gewohnt sind.

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15/2022: AR-Brille für Gebrauchsanweisungen

Ist eine Maschine defekt, wird ein Servicetechniker benötigt – zumindest war das bis jetzt so. Mit einer neuen AR-Brille wollen zwei ETH-Absolventen dies ändern.

Die AR-Brille soll Gebrauchsanleitungen für industrielle Unternehmen beinhalten. So müssen Techniker keine weiten Strecken auf sich nehmen, sondern auch Leihen können durch die Brille einfach und zuverlässig Maschinen warten und reparieren. Programmiert und vermarktet werden diese virtuellen Gebrauchsanleitungen von der Firma Rimon Technologies. Die Firma wurde 2020 von den zwei Studenten David Shapira und Kordian Caplazi gegründet.

Wie funktioniert die AR-Brille?

Anders wie bei virtual Reality (VR), wird man bei AR nicht in eine andere Welt entführt, sondern die reale Welt wird viel mehr durch virtuelle 3D-Inhalte ergänzt und bereichert. So hat der Nutzende noch die reale Welt vor Augen, sieht aber Gebrauchsanweisungen vor sich an der richtigen Stelle und kann so zielgerichtet arbeiten. «Im Falle der virtuellen Bedienungsanleitung projiziert die Brille Erklärvideos, interaktive Textfelder oder auch das 3D-​Modell einer Maschine in das Sichtfeld», erklärte eine Mitteilung der ETH.

Wie kamen die Gründer zu der Idee?

Gar nicht auf direktem Weg, sondern innerhalb einer Wahlvorlesung während des Studiums haben die beiden Gründer die AR-Technik und deren Anwendung kennen gelernt. Direkt waren beide interessiert und wollten mehr darüber lernen. Ein Schließtechnikunternehmen bot ihnen daraufhin eine Aufgabe an, die Bedienungsanleitung für eine Schleuße zu übernehmen. Diese bot sich besonders gut für eine AR-Anwendung an, da eine solche Art an Schleußen nur sehr selten installiert wurde und eine Schulung für Techniker sehr aufwendig gewesen wäre.

Einsatz ohne Vorwissen möglich

Um die Anwendung während der Pandemie zu testen, gab er die virtuelle Anleitung an seine Kommilitonen weiter. Obwohl diesen jegliches Vorwissen fehlte, gelang es einigen die Montage ohne Fehler vorzunehmen. In seiner Masterarbeit untersuchte Caplazi, wie sich Bewegungen anhand von Augen- und Händen vorhersagen lassen. Dadurch sollte die Software weiter entwickelt werden, indem sie Gefahren frühzeitig erkennen kann.

Seit dem Jahr der Gründung konnten die beiden bereits vier Mitarbeitende in den Bereichen der Programmierung und des Designs anstellen.

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14/2022: AirBell

Dass Fahrräder in Städten oft geklaut werden ist jeden bekannt. Um dem entgegenzuwirken und die Besitzer zu schützen wurde die AirBell ins Leben gerufen.

Mit der Markteinführung der AirTags 2021 ist das Bluetooth-Tracking wieder top aktuell geworden. Seitdem wurden um die Airtags herum viele nützliche Gadgets entwickelt, die das Leben erleichtern sollen. Die AirBell, eine normale Fahrradklingel mit integriertem AirTag, bietet nun eine clevere Möglichkeit sein Fahrrad zu schützen.

Der Einsatz der AirBell

Die Lieferung und Installation der AirBell ist so simpel gehalten wie nur möglich. Sie kommt in einer kleinen Kunststoffverpackung mit einer Art Schraubenzieher zur Befestigung am Lenker. Weitere Auffälligkeiten hat die Klingel nicht – sie sieht einfach nur aus wie eine normale Fahrradklingel. Das macht sie so unauffällig und besonders, da niemand vermutet, dass sich hier ein AirTag zum Tracking versteckt, betont der Hersteller.  Zu betonen ist hierbei jedoch, dass der AirTag nicht im Lieferumfang der Klingel enthalten ist, sondern separat bestellt werden muss. Einen AirTag erhält man aktuell zu einem Preis um die 30€. Ist dieser Vorhanden, kann er dann einfach durch das Lösen des oberen Teils der Klingel eingesetzt werden und ist nach Wiederverschluss nicht mehr sichtbar. Um das Tracking nun zu aktivieren, muss der AirTag mit der „Wo ist?“ App auf dem IPhone verbunden werden. Ist das geschehen, sollte in jeder Umgebung ein solides Tracking-Ergebnis gewährleistet sein.

Für wen ist eine AirBell sinnvoll?

Vor allem bei Preisintensiveren Fahrrädern, die noch nicht anderweitig eine Trackingoption bieten, ist die AirBell eine gute Alternative. Zwar kann dadurch auch kein Diebstahl verhindert werden – man weis aber immerhin wo sich das Fahrrad befindet und kann es genaustens nachverfolgen. Für diese Sicherheit verlangt der Hersteller 25€, was nicht ganz billig aber angemessen scheint. Wer möchte kann die AirBell auch an anderen Fortbewegungsmitteln wie beispielsweise einem E-Scooter installieren. Zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer funktioniert die Klingel ebenso. Der Klang soll dabei ausreichend Laut sein.

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13/2022: Ameca

Humanoide Roboter entwickelten sich in den vergangenen Jahren schnell weiter. Engineered Arts hat mit „Ameca“ nun einen neuen Benchmark gesetzt.

Mit Ameca, einem Roboter mit menschlich wirkendem Gesicht hat Engineered Arts die Welt staunen lassen. Die Gesichtsausdrücke und Bewegungen des Roboters sind gegenüber vergleichbaren Robotern mit künstlicher Intelligenz nämlich besonders flüssig und realistisch.

Der Einsatz von Ameca

Wie die Entwickler sagen, ist Ameca eine Roboter-Lady, die den Robotern aus dem Film „I-Robot“ nachempfunden wurde. Ziel war es dabei, dass der Roboter sehr menschenähnliche Körperteile hat, aber trotzdem klar als Roboter zu erkennen ist. Zunächst sehen Experten den Roboter jedoch allein als Entertainment-Instrument an.  Er kann von Unternehmen beispielsweise für Messen oder deren Geschäft gekauft bzw. gemietet werden.  Bis mehr aus Ameca werden kann wie etwa ein Service-Roboter könnten noch 10 bis 20 Jahre vergehen.

Was kann Ameca?

Auf gestellte Fragen kann der Roboter bereits sehr schnell und überzeugend antworten. Zwar ist ein Unterschied zur Mensch-Mensch Konversation erkennbar, der ist aber deutlich geringer als bei anderen Robotern. Besonders die Armbewegungen und Gesichtsmimik, insbesondere die Augen, sollen besonders menschlich sein. Der restliche Körper ist aber bewusst aus Metall und Plastik gestaltet, was ihn nicht so gruselig macht wie andere humanoide Roboter. Funktionierende Beine hat Ameca noch nicht und die Entwickler sehen es auch zunächst nicht vor das zu ändern.

Amecas künstlicher Intelligenz sind derzeit auch noch Grenzen gesetzt. Kann der Roboter Fragen nicht beantworten oder Aufgaben nicht durchführen, dann erklärt er den Grund dafür und lässt die Frage nicht unbeantwortet. Der Ton kommt dabei aus einem Lautsprecher in ihrer Brust. Engineered Arts sieht den Roboter dabei nur als eine Entwicklungsplattform für Künstliche Intelligenz, welche dann von anderen Unternehmen und Entwicklern entwickelt werden darf.

Weitere Fakten

Den Roboter zu programmieren soll laut Hersteller sehr einfach sein. Dank deren eigenem Betriebssystem Tritium sind keine Programmierkenntnisse von Nöten. Ameca ist außerdem aus der Ferne steuerbar. Einen offiziellen Verkaufspreis gibt es jedoch noch nicht. Wer den humanoiden Roboter dennoch Kaufen oder Mieten möchte, muss die Preise dafür selbst mit dem Hersteller aushandeln. Ameca zeigt uns, wie die Zukunft mit Robotern an unserer Seite aussehen könnte. Ein technisches Meisterwerk – oder doch etwas beunruhigend?

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12/2022: Der BMW iX Flow

Mit der Vorstellung des iX Flow hat BMW ordentlich Aufsehen erregt. Das vorgeführte Modell zeigt nicht nur BMWs neues Design, sondern kann dazu auch noch seine Farbe ändern.

Dass auf der CES jährlich futuristische Konzepte und verrückte Ideen präsentiert werden, macht das Event jedes Jahr aufs neue so spannend . Highlight dieses Jahres war wohl der BMW iX Flow, der mit seiner Farbwechsel-Technologie die Besucher begeisterte. Durch eine E-Ink kann das Fahrzeug auf Knopfdruck zwischen weiß und schwarz wechseln.

Was bringt der Farbwechsel des iX FLow?

Die Möglichkeit des Farbwechsels bringt ganz simple Vorteile mit sich, wie etwa die Kundenwünsche individuell anzupassen. Viele können sich bei der Fahrzeugauswahl nicht für eine Farbe entscheiden oder sind nach ein paar Jahren von Ihrer gewählten Farbe gelangweilt. Durch eine Farbwechsel werden diese Probleme behoben und ein immer frischer Look gewährleistet. Andererseits kann der Farbwechsel auch zur Energieeffizienz des Autos beitragen. An Warmen Tagen würde durch eine weiße Farbe mehr Sonnenlicht reflektiert werden und das Auto heizt sich weniger auf, während an kalten Tagen durch eine schwarze Farbe mehr Energie absorbiert werden kann und weniger geheizt werden müsste.

Wie funktioniert die Technologie?

Die Technologie ist an sich keine neue, sondern bereits aus einem ganz anderen Bereich bekannt – nämlich E-Readern. Nun hat sie ihren Weg auch in die Automobilbranche geschafft und kommt dort erstmalig zum Einsatz. Der Lack des iX Flow besteht aus Millionen winziger Mikrokapseln, die etwa den Durchmesser eines menschlichen Haars besitzen. Diese Mikrokapsel enthalten negativ geladene weiße und positiv geladene schwarze Pigmente. Durch das entstehende elektrische Feld kann die Farbe des Autos gesteuert werden. Befinden sich die positiv geladenen Pigmente an der Oberfläche der Mikrokapsel, erscheint die Farbe weiß, sind die positiven oben erscheint schwarz. Die sogenannte E-Ink benötigt nur beim Farbwechsel Strom. Im „Ruhezustand“ fließt somit kein Strom und keine Energie wird verbraucht.

Aktuell funktioniert der Farbwechsel zwar nur von Weiß auf Schwarz bzw. umgekehrt, lässt uns aber einen Vorgeschmack da, wie die Zukunft der Automobilindustrie aussehen könnte. Bis die Technologie auf der Straße zu sehen ist, kann es jedoch ein paar Jahre dauern, da das Modell bis jetzt nur als Konzept vorgestellt wurde.

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11/2022: Milch aus Kartoffeln

Tierprodukte werden immer unattraktiver und Alternativen mehr und mehr. Als Kuhmilchalternative hat Veg of Lund nun eine Milch aus Kartoffeln auf den Markt gebracht.

Die schwedische Firma Veg of Lund bietet mit ihrer neuen Marke DUG eine Milchalternative, die aus Kartoffeln gewonnen wird. Diese Alternative soll nicht nur Vegan, sondern dazu noch deutlich nachhaltiger sein als ähnliche Produkte wie Soja-, Hafer- oder Mandelmilch.

Aus was besteht DUG?

Der Drink ist aktuell in drei Varianten zu erhalten: Original, Barista und Unsweetened. Alle dieser Varianten basieren auf Wasser, Kartoffeln, Rapsöl und Erbsenprotein und sind mit Calcium, Vitamin D und einigen B-Vitaminen angereichert. Zusätzlich sind beispielsweise als Säureregulatoren Natriumphosphate enthalten. Solche Natriumphosphate sind derzeit in Lebensmitteln noch umstritten. Ein Bio-Siegel hat das Produkt somit auch nicht erhalten.

Warum DUG so nachhaltig ist

Dass das Produkt so nachhaltig ist, liegt an den Kartoffeln. Der Anbau von Kartoffeln benötigt beispielsweise halb so viel Fläche wie der von Hafer. Für die Produktion werden außerdem 75% weniger CO2 ausgestoßen als bei der von Kuhmilch. Im Vergleich zu Mandeln wird für den Anbau 56-Mal weniger Wasser benötigt. Zusätzlich sind Kartoffeln ein regionales Produkt und müssen so nicht importiert werden. Wie nachhaltig das Produkt als ganzes im Vergleich ist, ist dennoch nicht klar. Es liegen derzeit keine Informationen vor, woher die anderen Inhaltsstoffe der Milch bezogen werden, oder ob der Transport von Schweden und Großbritannien in andere Länder den CO2-Fußabdruck deutlich erhöhen würde.

Dank der mehligen Kartoffelknolle soll die Milch besonders cremig und leicht aufzuschäumen sein. Das macht die Milch fürs Cafés besonders interessant. Vor allem für Allergiker könnte die Kartoffelmilch von großem Vorteil sein. Menschen, die Nüsse, Gluten oder Soja nicht vertragen finden hiermit eine gute Alternative. In Deutschland ist die Milch bisher jedoch noch nicht erhältlich. Im Online-Shop des Herstellers können aber Probierpakete bestellt werden: 3 Packungen für 7,50 Pfund oder 6 Packungen für 12,50 Pfund zuzüglich Versandkosten.

Der nachhaltige Kartoffeldrink ist auf jeden Fall ein interessanter Ansatz und zeigt, wie sich die Lebensmittelindustrie in Zukunft wandeln könnte – zu einer nachhaltigeren und regionaleren Alternative.

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10/2022: Die Rubi-Brille

Durch blutige Anblicke bei Unfall- oder Tatorten  entwickeln Einsatzkräfte oft Traumata. Diesen psychologischen Schäden soll die Rubi-Brille entgegenwirken.

Der 34-Jährige  Martin Jahr ist selbst Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat er am eigenen Leib erfahren, wie sich solche scheußlichen, blutigen Anblicke auf einen selbst auswirken. Egal ob bei der Feuerwehr, Polizei, im Militär oder beim Sanitäter – unter bleibenden Ängsten bis zu Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden viele Menschen in diesen Berufen. Eine Behandlung oder Therapie kann lange dauern und verspricht nicht immer Erfolg. Um dieses Problem zu lösen und andere Einsatzkräfte besser zu schützen kam dem Potsdamer die Idee – eine „Blutfilterbrille“.

Was bewirkt die Brille?

Durch die Rubi-Brille schaut Blut nicht mehr rot, sondern schwarz aus. Möglich ist das durch eine spezielle Beschichtung der Brille durch welche die langen Lichtwellen gebrochen werden und somit intensive Rottöne schwarz erscheinen. Durch diese Technik bleiben anders wie bei Farbfilterbrillen die restlichen Farben erhalten. Das heißt blau und grün werden ganz normal wahr genommen, ein leichtes Rot erscheint noch verblasst und nur das „Blutrot“ wird gefiltert und als schwarz wahrgenommen.

Warum hilft das Filtern von Rot?

Dass Rot als Warnung oder gefährlich wahrgenommen wird, liegt in unserer Natur. Warnschilder und Feuerlöscher sind rot, bei Rot muss gehalten werden, Fehler wurden in der Schule mit rot markiert. Rotes wirkt alarmierend auf unser Gehirn. Wenn Blut nicht mehr rot erscheint, sondern nur noch schwarz ist, fällt diese Wirkung auf unser Gehirn jedoch weg. Der kleine Effekt mag die Situation nicht wesentlich verbessern, schützt aber nachhaltig die Psyche der Einsatzkräfte.

Die Zukunft der Rubi-Brille

Drei Jahre hat es gedauert bis aus der einfachen Idee Realität wurde. Im Mai 2021 gründete Martin schließlich das Startup „RubiGlas“. Die ersten 50 produzierten Brillen gehen nun im Februar 2022 in die Testphase über. Dazu werden sie von Einsatzkräften der Freiwilligen- und Berufsfeuerwehr in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt. Er hat sogar schon Anfragen vom Katastrophenschutz der Schweiz erhalten. Ob sich die Brillen letztendlich durchsetzen steht noch in den Sternen geschrieben – der richtige Ansatz ist aber auf jeden Fall da.

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09/2022: Elektrorollstuhl Scewo

Schweizer Studenten haben einen neuen Elektrorollstuhl, den Scewo Bro entwickelt, der mithilfe von Raupen sogar problemlos Treppen steigen kann. Die Innovation bringt Rollstuhlfahrerin eine gehörige Portion Unabhängigkeit zurück. Chapeau.

Wie kam der Scewo Bro zustande?

Entworfen wurde der elektrische Rollstuhl von 3 Züricher Studenten. Einer der Gründer suchte ein Thema für seine Masterarbeit in Maschinenbau und stieß bei der Suche auf das Thema „technische Assistenzsysteme für Menschen mit Behinderungen“.  Von dort an tat er sich mit Kommilitonen der Hochschule zusammen, um mit denen gemeinsam einen Elektro-Rollstuhl mit Rad- und Raupenantrieb zu entwickeln. Der entstandene Rollstuhl ist nicht nur selbst balancierend, sondern kann aufgrund der Raupentechnologie auch Treppensteigen. Die integrierte Technologie und Qualität spiegelt sich jedoch auch im Gewicht und dem Preis wider. Mit 162 Kilogramm ist der Rollstuhl definitiv kein Leichtgewicht und mit einem Neupreis von stolzen 36.000 Euro (ohne Kostenübernahme einer Krankenkasse) am oberen Ende des Preissegments angesiedelt.

Vorteile gegenüber herkömmlichen Rollstühlen

Als elektrischer Rollstuhl muss folglich nicht mehr angeschoben werden, sondern der Stuhl fährt dank seines Lithium-Ionen-Akkus mit 30 Amperestunden Kapazität bis zu 35 Kilometer weit bevor er geladen werden muss. Was aber wirklich kein anderer Rollstuhl bietet ist der hydraulische Sitz, der immer in der waagrechten bleibt, egal bei welcher Steigung. Der Sitz kann auch auf bis zu 87 cm Höhe angehoben werden. Dadurch können sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung auf Augenhöhe begegnen, oder generell höher gelegene Sachen erreicht werden. Zudem kann kein anderer Rollstuhl über Kanten oder Treppen fahren. Gesteuert werden alle Aktionen entweder durch die am Rollstuhl angebrachte Steuerzentrale oder über die BRO-App, die auf jedem Smartphone installiert werden kann.

Das Ziel der Entwickler

Die Gründer selbst nennen ihren Rollstuhl „den Tesla unter den Rollstühlen“. Ihre Vision: Die gesamte Rollstuhl-Industrie zu revolutionieren. Beeinträchtigte Menschen sollen ein eigenständigeres und barrierefreieres Leben führen können. Ein Rollstuhl, mit dem jegliche Hindernisse bezwungen werden können ist der richtige Weg dazu.  Beim Design wurde sich an der Automobilindustrie orientiert. Eine Reibungslose Grundform mit LED-Streifen vorne und hinten sollen ein sportliches, futuristisches Erscheinungsbild liefern.

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08/2022: Cloud Paper

Mit Toilettenpapier und Küchenrollen aus 100 % Bambus und einem immer weiter wachsenden Portfolio will Cloud Paper den Papierprodukt-Markt nachhaltig verändern. 

Die Geschichte hinter Cloud Paper

Die Beiden Gründer des Unternehmens Cloud Paper kannten sich bereits auf früheren Tätigkeiten. Jahre lang hatten die beiden gemeinsam bei Uber und Convoy gearbeitet. Beides waren Unternehmen, die binnen kürzester Zeit ein enormes Wachstum erfahren haben. Daraus schöpften die beiden nicht nur Erfahrung, sondern auch den Mut es mit einem eigenen Start-up zu versuchen. Auf der Suche nach nachhaltigen Produktideen landeten die Gründer letztendlich in der Papier Industrie.

Das Wachstum

Mit vielen prominenten Investoren wie etwa Jeff Bezos oder Robert Downey Jr. hat das Unternehmen schon über 8,5 Millionen Dollar gesammelt, um weiter zu expandieren. Mit nur acht Mitarbeitern hat Cloud Paper bereits mehr als drei Millionen Rollen des Bambus-Toilettenpapiers verkauft und dadurch ca. 10.000 Bäume gerettet. Der Bambus wird nachverfolgbar und nachhaltig in China angebaut oder aus recycelten Materialien gewonnen. Seit Markteinführung konnte Cloud Paper so um 930% mehr Rollen an Kunden liefern, 400% mehr Unternehmen für sich gewinnen und 800% profitabler werden.

Zusätzlich war Cloud Paper die erste 100% Bambus-Marke, die ein FSC-Zertifikat erhalten hat, was die einzigartige Nachhaltigkeit bestätigt. Auch gehören die Produkte zu dem billigeren Segment der Bambus-Produkte, die öfter wegen einem höheren Preis bemängelt werden und sollen zudem eine sehr angenehme Oberflächenbeschaffenheit aufweisen.

Die Zukunftspläne von Cloud Paper

Das gesammelte Kapital soll in weitere Produktvariationen und die Vertriebskette gesteckt werden.  So werden bereits neben dem Toilettenpapier auch Küchenrollen aus Bambus produziert. Nachdem das Unternehmen aufgrund von Covid 19  vom B2B zum B2C-Bereich gewechselt ist, soll das nun langsam wieder umgekehrt werden. Insbesondere, weil das Gastgewerbe wieder öffnet und dort ein Bedarf besteht, will das Unternehmen Produkte für dieses Gebiet anpassen. Denn ein Restaurant braucht nicht die kleinen Toilettenpapier-Rollen, sondern deutlich größere mit mehr Blättern.

Mit Ihrem Auftrag, nachhaltige Produkte mit erneuerbaren Materialien herzustellen, sind die Unternehmer immer auf der Suche nach neuen, besseren Herstellungsverfahren, optimierten Logistikprozessen und Wegen, die Natur zu schützen.

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