Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Autor: raketenstart (Seite 1 von 60)

36/2022: AIRPAQ

Autoschrott ist ein großes Problem für die Hersteller. Durch Recycling und Weiterverwendung will Airpaq dem entgegenwirken und daraus auch noch Produkte herstellen.

Airbags und Sicherheitsgurte sind extrem Robust und daher schwer zu recyceln. Doch Airpaq machte sich genau diese Eigenschaften zu nutze und begann daraus Produkte herzustellen. Durch Upcycling der Innenausstattung von Fahrzeugen stellt der Hersteller Rucksäcke und einige andere Produkte her, die die Natur entlasten.

Wie entstehen die Produkte?

Wie bei so vielen Startups kamen die Gründer durch ein Semesterprojekt auf die Idee. Bei der Suche nach einem Recycling-Projekt fanden sie auf einem Autoschrottplatz die zündende Idee. Rucksäcke aus Airbags mit Gurten als Verschluss. Von 2017 bis 2021 haben die beiden Gründer Adrian Goosses und Michael Widmann bereits 28.000 Gurtschlösser, 80.000 Airbags und 100.000 Sitzgurte zu neuen Produkten weiterverarbeitet. Für diese Leistung und ihren damit verbundenen Beitrag zum Klimaschutz wurden sie schließlich auch mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Mittlerweile stellen 12 Mitarbeitende ca. 500 Rucksäcke, Beutel und Sporttaschen pro Woche her. Das Produktportfolio hat sich sogar bis zur Herstellung von Fliegen hin erweitert. Die zu Grunde liegenden Beutel werden in Rumänien per Laser zugeschnitten, gefärbt und genäht. Der nachhaltige Gedanke der Airpaq-Gründer zieht sich durch die ganze Produktionskette. Kurze Lieferwege, faire Löhne und Umweltfreundliche Materialen zählen hier zu den wichtigsten Merkmalen. Alte Rucksäcke können von den Besitzern sogar zu Airpaq zurückgebracht werden, wo diese dann erneut recycelt und wieder in die Kreislaufwirtschaft aufgenommen werden. Im Gegenzug erhalten die Kunden einen 50 Euro Gutschein, den sie zum Erwerb eines neuen Produkts nutzen können – denn die Produkte von Aipaq sind definitiv kein Schnäppchen. Mit Preisen von 100-160 Euro für einen Rucksack befindet man sich hier schnell in einem hochpreisigen Segment.

Alltagstauglichkeit

Mit einer Größe von 15,6 Zoll ist der Rucksack gut für den Alltag – auch für Studenten – geeignet. Laptops bis 15 Zoll passen in den Rucksack, der mit einem Flaschenfach und Fach für sensible Dokumente gute Möglichkeiten bietet. Mit frischen Farben und modernem Look scheint der Rucksack auch modetechnisch der Konkurrenz gewachsen zu sein. Mit Lichtreflektoren und genügend Platz ist der Rucksack in der urbanen Umgebung ein treuer Begleiter. Zudem ist das robuste Material sehr stabil und sollte somit lange anhalten.

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35/2022: Lapee – Pissoir für Frauen

Bei Outdoor-Events nie wieder vor der Damentoilette Schlange stehen. Eine Vision, die Lapee zur Wirklichkeit werden lassen will.

Wohl jede Festivalgängerin kennt das Dilemma zwischen langer Wartezeit und einfach durchhalten. Wertvolle Festival-Zeit, die mit Warten verschwendet werden muss. Ein Phänomen, das sich bei Herrentoiletten nicht in der gleichen Form zeigt. Das Start-Up Lapee will diese Zustände mit dem ersten Pissoir für Frauen ändern und so ein Zeichen für die Gleichberechtigung setzen.

So funktioniert’s

Lapee ist eine saubere, sichere und effiziente Alternative zur Toilettenkabine. Es genügt durch den gebogenen Eingang zu treten, eine Stufe hochzusteigen und in die Hocke zu gehen bzw. zu squaten. Ein Vorgang der nur etwa 30 Sekunden dauert. Das ist eine starke Zeitersparnis verglichen mit Toilettenkabinen, für die ca. 3 Minuten pro Person berechnet werden müssen. Aus hygienischen Gründen ist jede Kabine mit Handdesinfektionsmittel und Klopapier ausgestattet. Berühren muss man keinen Teil des öffentlichen WCs. Ein 1100 Liter Tank ermöglicht 3500 Nutzungen. Die Konstruktion kann aber auch an ein Abwassersystem angeschlossen werden. Werden die Toiletten nicht mehr gebraucht, können sie dank dem stapelbaren Design leicht abtransportiert werden. Selbst die Reinigung ist dank der offenen Form ein Kinderspiel.

Ideale Festivalausstattung

Entwickelt wurden die pinken Toiletten speziell für Outdoor-Events und den öffentlichen Raum. Dort ist die Toilettensituation bekanntlich besonders schwierig. Die spezielle Form der Kabinen garantiert vollständige Privatsphäre. Trotz der fehlenden Tür kann von keinem Winkel aus ins Innere hineingesehen werden. Dennoch bleibt man Teil des Geschehens. Dank der niedrigen Wände kann man sich bequem mit dem Umfeld unterhalten und hat nicht das Gefühl die Party verlassen zu müssen. Die pinken Gestelle sind außerdem wegen ihrer leuchtenden Farbe leicht zu finden. Das UV-beständige, recycelte Material verliert seinen Glanz selbst bei langem Einsatz in der Sonne nicht.

Inspiriert wurden die beiden Architekten bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit auf Festivals. Die dort vorherrschenden Probleme mit der Toiletten Nutzung brachten sie auf die Idee zu Lapee. Wird diese Erfindung das Festivalerlebnis für Frauen grundlegend verändern?

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34/2022: Wacaco Nanopresso

Du bist ein Kaffeeliebhaber und viel unterwegs? Der Nanopresso zaubert selbst an den abgelegensten Orten hervorragenden Kaffee.

Besonders in der Natur ist guter Kaffee leider Mangelware. Wer auch bei langen Campingstrips nicht darauf verzichten will, findet mit dem Nanopresso eine Alternative, die gut mit hochwertigen Maschinen mithalten kann. Die tragbare Espresso Maschine ist super handlich, leicht zu bedienen und passt in jedes Gepäck.

So funktioniert der Nanopresso

Um sich mit der kleinen Maschine mit Espresso versorgen zu können, braucht man nur Kaffeepulver und heißes Wasser. Angetrieben wird das Gerät nicht etwa durch Strom, sondern nur durch Druck. Man füllt zuerst das Kaffeepulver mit einem Portionierer in die eine und heißes Wasser in die andere Seite. Anschließend setzt man beide Teile auf den Druckkolben und schraubt den Auslasskopf an. Dann kann das pumpen losgehen. Nach fünf bis sechs Pumpzügen ist der nötige Grunddruck aufgebaut. Und schon wird mit jedem weiteren Pumpdruck frisch gebrühter Kaffee in die Tasse laufen. Wer es lieber etwas süßer mag, kann aus den vielen Espressovariationen natürlich auch Cappuccino oder Latte Macchiato machen.

Bequemer Kaffeegenuss für unterwegs

Der frisch gebrühte Kaffeegenuss ist natürlich vor allem für Outdoorfans eine wahre Bereicherung. Selbst in den entlegensten Ecken der Welt, wo es mit Sicherheit keinen Stromanschluss gibt, tut der Nanopresso zuverlässig seine Dienste. Man muss sich lediglich Wasser erhitzen können, weil dieses bereits warm in den Tank gefüllt werden muss. Es sei denn natürlich man möchte sich den Tag mit einem Eiskaffee versüßen. Das Gerät ist sehr leicht und klein, kann also einfach verstaut werden. Durch die Fertigung aus BPA freiem Kunststoff und rostfreiem Stahl, ist die Konstruktion außerdem lange haltbar und einfach zu reinigen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Maschine sehr umweltfreundlich ist, weil keine Einwegverpackungen gebraucht werden.

Mit dem Nanopresso muss man nie wieder auf hochwertigen Kaffee verzichten. Egal, wo man gerade ist.

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33/2022: Ajuma: Sonne richtig dosieren

Zeit nach draußen zu gehen und das schöne Wetter zu genießen. Übertreiben sollte man es jedoch nicht. Mit ajuma weiß man, wie viel Sonnenlicht der Haut gut tut.

Wie viel Sonne ist gut für den Körper und ab wann wird das Sonnenbad schädlich? Mit ajuma erhält man auf diese Fragen eine schnelle und zuverlässige Antwort.

Messen wie viel Sonnenlicht gut ist

Ajuma warnt rechtzeitig vor einem Sonnenbrand. Man verbindet dazu ein kleines Wearable, den sogenannten UV-Bodygard, mit einer App. Für eine personalisierten Einschätzung der Gefahr, hinterlegt man im Nutzerprofil Daten zum Hauttyp und zur Sonnencreme. In Kombination mit Satellitendaten zu Ozonwerten und Sonnenstand kann ajuma berechnen, wie hoch eine gesunde UV-Dosis ist. Wird die Belastung kritisch, schickt die App rechtzeitig eine Warnung vor Sonnenbrand oder einem Vitamin D-Mangel ab.

Warum ajuma sinnvoll ist

Sonnenbrand bemerkt man meist erst, wenn es schon zu spät ist. Noch dazu erhöht Sonnenbelastung das Hautkrebsrisiko. Die Sonne dauerhaft zu meiden wäre allerdings genauso schädlich. Davon abgesehen, dass das vor allem im Sommer nur schwer möglich ist, fehlt dem Körper dann lebenswichtiges Vitamin D. Dieses stärkt die Knochen und das Immunsystem enorm. Mit ajuma weiß man, wie viel Zeit man in der Sonne verbringen soll und darf.

Für wen eignet sich ajuma?

Besonders Outdoor-Sportler wie Radfahrer, Wanderer und Skifahrer sind viel in der Sonne. Noch dazu ist die Strahlenbelastung am Wasser und im Schnee oft viel stärker als man denkt. Damit der UV-Bodyguard nicht zur Last wird, kann er ans Handgelenk, die Kleidung oder an den Fahrradlenker angebracht werden. Darüber hinaus hilft ajuma Eltern besser einzuschätzen, wie viel Sonne die empfindliche Haut ihrer Kinder verträgt. Um das Tool auch für die Kleinen interessant zu machen, ist es in Form einer Schildkröte erhältlich.

Eine Erfindung, die einen bewussten Umgang mit Sonnenstrahlung ermöglicht. Und das ganze auf eine ganz bequeme und einfache Art und Weise.

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32/2022: Pocketalk: Übersetzung in Echtzeit

Reisen verbindet Menschen verschiedener Kulturen. Nur blöd, wenn man aufgrund von Sprachbarrieren nicht kommunizieren kann. Mit Pocketalk ist das kein Problem.

Am meisten nimmt man bei einer Reise durch den Kontakt zu Einheimischen mit. Wer viel herumkommt, stößt dabei schnell auf Sprachbarrieren. Immerhin werden weltweit fast 7000 verschiedene Sprachen gesprochen. Pocketalk liefert visuelle und gesprochene Übersetzungsergebnisse für 82 der meistgesprochenen Sprachen der Welt.

Funktionen von Pocketalk

Beim Pocketalk handelt es sich um einen 2-Wege Sprachübersetzer, der mithilfe von Künstlicher Intelligenz Fremdsprachen in Echtzeit übersetzen kann. Der Übersetzer ist als Programm für internationale Videocalls, als App und als eigenes Gerät erhältlich. Eine Kamera, ein Tochscreen und ein rauschunterdrückendes Mikrofon sorgen beim Gerät für gute Ergebnisse. Grundsätzlich gibt es zwei Nutzungsmöglichkeiten: Die schriftliche und die mündliche Übersetzung. Mithilfe der Kamera kann der Pocketalk fremdsprachige Texte erfassen und graphisch eine gute Übersetzung anzeigen. So werden Menükarten und Hinweisschilder nie wieder zum Problem. Das Mikrofon hingegen ermöglicht es Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen flüssig miteinander reden.

Einfache Nutzung

Alles funktioniert schnell und einfach: Man wählt eine Sprache aus und spricht eine Nachricht ins Mikrofon. Auf dem Display erscheint dann eine Übersetzung, die auf Wunsch auch laut vorgelesen wird. Die Geschwindigkeit ist dabei anpassbar, sodass man das Tool auch zum Sprachenlernen einsetzen kann. Die Nutzung der optischen Übersetzung funktioniert ähnlich: Hier fotografiert man den zu übersetzenden Text und erhält sofort ein Ergebnis. Das Gerät ist klein sowie schnell griffbereit und passt deshalb in jedes Reisegepäck. Der Akku hält bei moderater Nutzung 2 – 3 Tage, sodass man es bequem zu Ausflügen mitnehmen kann. Da es keine Offline-Funktion gibt, ist der Pocketalk mit einer SIM-Karte mit einem 2 Jahres Vertrag ausgestattet. So kann man weltweit auf mobile Daten zugreifen.

Unterstützung beim Reisen

Der Pocketalk ist eine gute Hilfe für jeden, der vom Fernweh getrieben ist, aber nicht von Sprachbarrieren ausgebremst werden will. Er liefert konstante und genaue Ergebnisse und erkennt selbst lokale Dialekte und Slangs. Selbst eine laute Geräuschkulisse in Menschenmengen stellt dank Geräuschunterdrückung kein Hindernis für das Gerät dar. Durch die hohe Nutzerfreundlichkeit und das kompakte Design nimmt er außerdem keinen Platz im Gepäck weg. Die weltweite Einsetzbarkeit und die 82 installierten Sprachpakete sprechen für sich. Ein treuer Reisebegleiter, der Menschen von überall auf der Welt zusammenbringen kann.

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31/2022: Der Walkerchair

Ständig auf Hilfe angewiesen zu sein ist nicht schön. Menschen mit Gehbehinderung wissen das nur zu gut. Der Walkerchair könnte ihnen das Leben bald erleichtern.

Barrieren und Hindernisse sind überall. So werden alltägliche Routen für Rollstuhlfahrer schnell zum Problem. Auf dem Weg hin zu mehr Selbstbestimmung kann der von Freemotion Systems entwickelte Walkerchair in Zukunft eine große Unterstützung sein.

Die Technologie hinter dem Walkerchair

Der an der TU Darmstadt entwickelte Walkerchair ist ein teilautonomer Rollstuhl, der Menschen mit Gehbehinderung dabei helfen soll alltägliche Barrieren zu überwinden. Auf ebenen Flächen kann sich der Walkerchair mit einem Radantrieb problemlos fortbewegen. Erkennt der Rollstuhl ein Hindernis, kommen die elektrisch angetriebenen Beine ins Spiel. Mit diesen kann der Walkerchair Treppen selbstständig überwinden und in Busse und Bahnen einsteigen. Möglich ist das wegen der Steuerung mit Künstlicher Intelligenz. Ein Sensor analysiert automatisch die Umgebung und meldet jegliche Hindernisse. Der Rollstuhl übernimmt dann eigenständig die Planung und Steuerung der Beinbewegung. Mit dem Auge des Walkerchairs, der sogenannten Visionbox, werden dreidimensionale Bilder erzeugt, mit denen der Rollstuhl stets ausbalanciert wird, um einen festen Stand zu gewährleisten.

Verbesserungen für Rollstuhlfahrer

Im Mittelpunkt der technischen Entwicklung steht hier ganz klar der Mensch. 1,6 Millionen Menschen sitzen in Deutschland im Rollstuhl und sind deshalb potenziell in ihrem Bewegungsradius eingeschränkt. Der Walkerchair kann Rollstuhlfahrern zu mehr Selbstbestimmung verhelfen. Wer sonst Hilfe dabei gebraucht hat, Barrieren zu überwinden, kann sich mit dem Walkerchair eigenständig bewegen. Das ist eine enorme Verbesserung zur Bewältigung des Alltags. Neben diesen Vorteilen bezüglich der Mobilität, haben die Walkerchairs auch finanzielle Vorteile. Wenn Barrieren selbstständig überwunden werden können, fallen Kosten für Wohnungsumbauten, Treppenlifts, Assistenz- und Fahrdienste nämlich in vielen Fällen weg.

Ein Projekt mit Zukunft

Freemotion Systems arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung eines Prototypen für den Walkerchair. Dazu arbeiten Wissenschaftler aus dem Bereich der Robotik und der Künstlichen Intelligenz eng miteinander zusammen. Neben der hauptsächlichen Zielgruppe der Rollstuhlfahrer, könnte der Walkerchair auch in anderen Bereichen angeboten werden. Der Einsatz in der Logistikbranche wäre beispielsweise denkbar. Der Walkerchair könnte hier schwere Pakete transportieren oder als Mobilitätshilfe in Gebäuden mit beschränkter Barrierefreiheit dienen.

Ein wirklich zukunftsträchtiges Projekt.

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30/2022: DNA basierte Datenspeicherung

Daten entstehen heute mit enormer Geschwindigkeit. Einen langlebigen Speicherort gibt es noch nicht. DNA basierte Datenspeicherung könnte hier die Zukunft sein.

Festplatten und Server leben selten länger als zehn Jahre. Disketten fangen nach ca. 20 Jahren an zu zerfallen und auch USB Sticks haben keine unbegrenzte Lebensdauer. Von der Langzeitspeicherung sind wir also noch weit entfernt. Die Wissenschaftler Robert Grass und Wendelin Stark haben sich diesem Problem angenommen und einen DNA basierte Datenspeicher entwickelt, der auf der jahrtausendealten Datenspeicherung von Fossilien basiert.

So funktioniert die DNA basierte Datenspeicherung

Ihre Inspiration nahmen die Erfinder von Fossilien, die selbst nach tausenden von Jahren noch Erbgut eingelagert haben. Ihnen ist es gelungen digitale Daten, bestehend aus Nullen und Einsen, in Sequenzen aus den vier DNA-Basenpaaren umzuwandeln. Ungeschützte Basenpaare werden jedoch schnell durch den Einfluss von Wasser, Luft und Hitze zersetzt. Aber auch für dieses Problem haben die Forscher eine Antwort. Durch innovative und disziplinübergreifende Ansätze in Zusammenarbeit mit der Verkapslungs- und Synthesetechnik, gelang es ihnen die genetischen Codes in winzige Glaskugeln künstlich zu fossilieren.

Vorteile der DNA basierten Datenspeicherung

Ein klarer Vorteil ist die Robustheit der Glaskugeln. Die Glaspartikel sind nicht porös, unempfindlich gegenüber Korrosion und überstehen Temperaturschwankungen. Ein Experiment zeigte, dass die Daten selbst nach der Lagerung bei 70 Grad über eine Woche hinweg noch einwandfrei wiederhergestellt werden können. Das entspricht in etwa einer Umweltbelastung von einer Lagerung über 2000 Jahre hinweg bei mitteleuropäischen Durchschnittstemperaturen. Die Wiedergewinnung der Daten ist des Weiteren relativ einfach: Die Glaskugeln werden in einer Fluoridlösung aufgeweicht, die das Glas auflöst, die DNA aber nicht beschädigt. Darüber hinaus können sie wegen der kleinen Größe leicht gelagert werden. Ein Partikel ist 1000 Mal dünner als ein Blatt Papier.

Mögliche Einsatzfelder und erste Erfolge

Durch die robuste und kleine Beschaffenheit der Datenspeicher eignen sie sich gut, um Lieferketten nachzuvollziehen. Die kleinen Kugeln können einfach auf Produkte angebracht werden und Auskunft über Herkunft und Arbeitsbedingungen geben. Eins der ersten Einsatzfelder war außerdem das Tracking eines unterirdischen Wasserflusses, welches neue Erkenntnisse zum Flussverhalten lieferte. Auch ein Musikalbum und eine Netflix-Serie sind bereits im DNA-Format erhältlich.

Noch ist die Technologie allerdings sehr teuer. Die Entwickler arbeiten jedoch hart daran die Kosten so zu senken, dass die DNA basierte Datenspeicherung schon bald zur Alltagstechnologie werden kann.

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29/2022: City Trees gegen Luftverschmutzung

Eine Großstadt ohne Luftverschmutzung ist in der heutigen Zeit illusorisch. Der hohen Feinstaubbelastung will ein Berliner Startup nun mit innovativen City Trees entgegenwirken.

Dass Wasser gefiltert wird ist nichts neues. Aber warum machen wir das gleiche nicht mit unserer verschmutzten Luft? In der Natur sorgen Pflanzen dafür, dass die Luft regelmäßig gereinigt wird. Dieses Wissen hat sich Green City Solutions zunutze gemacht und eine mit dem City Tree eine Konstruktion aus Moos und modernster Technik entwickelt, die die Luftqualität in Städten deutlich verbessern kann.

Die Idee hinter den City Trees

Ungefähr 7 Millionen Menschen sterben jährlich an den gesundheitlichen Folgen von Feinstaub. Dieser verursacht Herz-Kreislaufstörungen, Atemwegserkrankungen und sogar Krebs. Leider ist es schwierig das giftige Pulver aus der Luft zu filtern. Viele Pflanzen sind natürliche Luftfilter. Leider ist in Städten kein Platz, um ganze Wälder anzupflanzen. Hier kommt der City Tree ins Spiel. Es handelt sich dabei grundsätzlich um hochtechnologische mit Moos bewachsene Flächen. Moos kann 13 verschiedene Feinstaubelemente aufnehmen und zerlegen. Noch dazu braucht Moos wegen der fehlende Wurzeln keine Erde, kann Trockenheit überstehen und wegen der großen Fläche viele Staubpartikel aufnehmen. In Bänke, Wände oder Werbetafeln integriert ist es ein platzsparender, wirkungsvoller Luftfilter.

Verknüpfung von Natur und Technologie

Ein City Tree ist aber weitaus mehr als nur eine Mooswand. Dahinter steckt eine hochkomplexes technologisches Konstrukt. Neben der ferngesteuerten Bewässerungs- und Nährstoffversorgung, sind die City Trees auch mit einer hochmodernen Sensorik zur Messung der Luftqualität ausgestattet. Darüber hinaus ist ein komplexer Ventilationsmechanismus nötig, um warme, verschmutzte Luft anzusaugen, bevor diese durch die Moosmatten gereinigt und gekühlt werden kann. Die City Trees sind damit eine Schnittstelle des Internet of Things und geben Umweltdaten in Echtzeit weiter.

Eine Chance für Städte?

Das Potenzial der City Trees ist enorm. Die Luftverschmutzung in einem Umkreis von 50 Metern wird um ein Drittel reduziert. Bei dem Pilotprojekt in Berlin konnten pro Jahr 12 Millionen Kubikmeter Luft gereinigt werden, was dem Volumen von 3000 Heißluftballons entspricht. Eine Leistung, für die es sonst 275 Bäume braucht. Ein großer Vorteil: Die City Trees brauchen deutlich weniger Platz und sind viel billiger als eine so große Anzahl an Bäumen. Ein guter Grund also, um die Forschung in diesem Bereich weiter voranzutreiben.

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28/2022: Aivy: Stärkenbasiertes Recruiting

Den passenden Bewerber zu finden ist nicht immer einfach. Die Aivy-App unterstützt den Bewerbungsprozess durch Spiele zur gezielten Stärkenermittlung.

Bewerbungsverfahren, wie wir sie kennen, führen häufig zu Fehleinstellungen. Die spielerischen Elemente der Karriere-App Aivy arbeiten ein individuelles Stärkenprofil für jeden Bewerber heraus. Eine Erfindung, die den Bewerbungsprozess revolutionieren kann.

Die Idee hinter der App

Knapp jede vierte Einstellung wird im Nachhinein revidiert. Das hat Unzufriedenheit auf beiden Seiten, hohe Kosten und Effizienzverluste zur Folge. Eine Gruppe aus Informatikern und Psychologen hat sich diesem Problem gestellt und mit der Aivy-App ein Eignungsverfahren entwickelt, mit dem die Stärken und Kompetenzen eines Bewerbers gemessen und bewertet werden. Auf diese Art soll es Recruitern ermöglicht werden, das passende Talent für sich zu finden. Die Ergebnisse entsprechen der DIN Norm zur Eignungsdiagnostik, was das Ergebnis zudem valide macht.

Wie läuft der Bewerbungsprozess mit Aivy ab?

Um die Stärken eines Bewerbers festzustellen, muss dieser mehrere Minispiele bewältigen. Beim Spiel „Hochstapler“ muss beispielsweise ein Turm nachgebaut werden. Die App misst dabei die Geschwindigkeit und die Anzahl der Züge, die der Nutzer für die Aufgabe gebraucht hat. Aus den Ergebnissen kann darauf geschlossen werden, ob der Kandidat entscheidungsfreudig ist oder eher systematisch und sorgfältig vorgeht. Auf diese Weise werden Eigenschaften, wie der Umgang mit Problemen, die Planungsfähigkeit und die Lernbereitschaft messbar. Die Ergebnisse kann der Bewerber dann als Zertifikat zu den Bewerbungsunterlagen hinzufügen.

Eignungsverfahren mit vielen Vorteilen

Für Bewerber ist die Nutzung der App kostenfrei. Sie profitieren davon, dass sie ihre Stärken ermitteln und mit dem Durchschnitt der anderen Bewerber vergleichen können. Der Prozess soll vor allem die Diversität und Chancengleichheit fördern. Die ermittelten Ergebnisse sind komplett unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft und geben somit ein objektives Bild von den Potenzialen eines Bewerbers.

Unternehmen auf der anderen Seite können die Zahl der Fehleinstellungen verringern, was Zeit und Kosten spart. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Assessment Center, befinden sich die Bewerber in der Spielwelt der App nicht in einer Testsituation. Wirtschaftspsychologischen Erkenntnissen zufolge können sich Bewerber hierbei nicht verstellen. Erstgespräche sind deshalb angenehmer für beide Seiten.

Passen Bewerber und Unternehmen zusammen ist die Zufriedenheit aller Parteien und eine hohe Arbeitsleistung sichergestellt. Ein guter Weg also für einen modernen und effizienten Bewerbungsprozess.

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27/2022: Circleback

Pfandautomaten für Flaschen und Dosen sind seit langem etabliert – für die Plastikverpackungen von Pflegeprodukten gibt es das bis jetzt jedoch nicht. Doch das will Circleback nun ändern.

60 Prozent der Plastikflaschen aus Kosmetik und Körperpflege werden verbrannt und nicht recycelt, wodurch wertvolle Rohstoffe verloren gehen. Das liegt auch daran, dass diese nach dem Entsorgen mit anderem Müll sehr verschmutzt und somit zur Weiterverwendung nicht mehr geeignet sind. Um die Plastikverpackung von Pflegeprodukten recyceln zu können, entwickelte das Berliner Start-up Unternehmen einen Pfandautomat, ähnlich wie der für Pfandflaschen.

Der Circleback Pfandautomat

Gibt man seine leeren Kosmetikverpackungen im Pfandautomat ab, bekommt man pro Artikel bis zu 20 Cent Pfand zurück. Doch hier endet die Vision von Circleback nicht. Nachdem das Plastik gesammelt wurde, wird es zu Rezyklat bzw. recyceltem Plastik weiterverarbeitet und anschließend an die Hersteller zurück gegeben. Das System erreicht dabei eine Recyclingquote von ca. 90%, was mehr als doppelt so hoch ist wie bei herkömmlichen Methoden. Das ist also nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den eigenen Geldbeutel. Die Auszahlung des Pfands erfolgt dabei nicht über den Automaten, sondern rein digital über die dazugehörige App. Über diese App erhält man außerdem Einsicht über die Anzahl der bereits zurückgegebene Pfandflaschen sowie den positiven Einfluss auf die Umwelt, den man dadurch geschaffen hat.

Das erste Pilotprojekt

Kneipp arbeitet bereits seit längerem an nachhaltigeren Verpackungen und neuen Lösungen für ihre Körperpflegeverpackungen. In Kooperation mit dem Berliner Startup will Kneipp nun einen funktionierenden Verpackungskreislauf schaffen der über das Pfandsystem nach Vorbild der Getränkeindustrie nutzbar ist. “Ausreichend recyceltes Material für unsere Verpackungen zu bekommen, wird immer herausfordernder. Aktuell wird aus dem bestehenden Kreislaufsystem über den Gelben Sack zu wenig hochwertiges Rezyklat gewonnen, um daraus flächendeckend Verpackungen für die Körperpflegebranche herzustellen. Deshalb unterstützen wir als Kooperationspartner der ersten Stunde aktiv den Ansatz von Circleback, ein eigenes Pfandsystem für Badezimmerprodukte aufzubauen. Die Idee, bereits erlernte Strukturen aus der Getränkeindustrie auf Körperpflegeprodukte zu übertragen, ist großartig und könnte Signalwirkung auf unsere gesamte Branche haben“, berichtete Phillip Keil, Head of Packaging Materials Management bei Kneipp. Ab diesem Sommer 2022 wird das Pilotprojekt im Edeka Moch im ALEXA in Berlin getestet.

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