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Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

02/2023 Riechende Computer: eine unvollendete Innovation

Ein Forschungsteam in Israel hat einen riechenden Roboter erfunden. Mittlerweile erkennt die Maschine verlässlich unterschiedliche Gerüche. Die Erfindung hat jedoch noch Verbesserungspotenzial.

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben einen Roboter mit Geruchssinn entwickelt. Dank eines biologischen Sensors kann die Maschine Gerüche erkennen und interpretieren, berichtet das Portal Neuroscience News. Die Forscher versprechen sich von ihrer Erfindung viel. Der Roboter mit der Spürnase könnte in der Zukunft bei der Erkennung von Sprengstoffen, Drogen, Krankheiten und vielem mehr eingesetzt werden, heißt es.

Roboter riecht quasi durch Fühler von Heuschrecken

Die Nase des Roboters funktioniert nicht ganz so einfach wie eine menschliche Nase. Es ist ein Zwischenschritt nötig, damit die Maschine Gerüche erkennen und zuordnen kann. Die Forschenden entnahmen im ersten Schritt Wüstenheuschrecken ihre Fühler, um sie an ein elektrisches System anzuschließen. Nehmen die Fühler Gerüche wahr, erzeugen sie elektrische Signale, die sie über die Verbindung an den Roboter weiterleiten. Die weitergegebenen Signale wurden schließlich gemessen und ein lernfähiger Algorithmus hat die Impulse spezifischen Gerüchen zugeordnet, erklärt Engadget die Funktionsweise.

Die Wissenschaftler brachten ihrem Roboter auf diesem Wege bei, acht unterschiedliche Gerüche eindeutig zu identifizieren. So kann die Roboternase mittlerweile Marzipan, Zitrone, Geranien und andere Geruchsmischungen erschnuppern. Die Frage, die man sich nun stellen könnte: Riech-Roboter eine wissenschaftliche Premiere? Die Verantwortlichen der Uni Tel Aviv sprechen im Zusammenhang mit ihrer Erfindung zwar von einer „wissenschaftlichen Premiere“, jedoch gab es bereits im vergangenen Jahr ein ähnliches Experiment. In einer Studie der Michigan State University wurden ebenfalls Heuschreckenfühler verwendet, damals um gezielt Krebszellen aufzuspüren. Das Forschungsteam der Uni Tel Aviv räumte nach ihrem erfolgreichen Experiment ein, dass vom Menschen geschaffene Technologien immer noch nicht mit der Millionen Jahre alten Evolution mithalten können. Dies gelte insbesondere für die Geruchswahrnehmung.

01/2023: Der Soapflaker

Seife ist einer der wichtigsten Kosmetikartikel, wenn es um Hygiene geht. Wir waschen mit ihr unsere Hände, um sie von Schmutz, Krankheitserregern und weiteren umeingeladenen Gästen zu befreien. Dabei gibt es einerseits Liebhaber von festen Seitenstücken und andererseits von flüssiger Seife. Beide haben Vor- aber eben auch Nachteile. Soapflaker vereint die positiven Eigenschaften beider Sorten.

Vor ca. 5000 Jahren fingen die Menschen an Seife in ihren Alltag zu integrieren. Dabei setzten sie auf feste Seifenstücke, denn sie ist einfach zu verwenden, sparsam im Verbrauch und kostengünstig, denn sie besteht aus nur wenigen Komponenten. Diese sind zudem biologisch abbaubar, also gut für die Umwelt. Auch heute gibt es die feste Seife noch nach wie vor. Allerdings ist sie nicht mehr so beliebt wie damals, denn heute sind die Menschen mehr Bequemlichkeit, Hygiene und vor allem Ästhetik gewohnt. Solch ein festes Seitenstück ist nicht immer sehr ansehnlich, wie es von so vielen Menschen angetatscht auf einer verschmierten Schale liegt. Anfassen und sich damit dann gut und rein fühlen ist dann so eine weitere Sache…Wird sie außerdem nicht trocken gehalten, löst sie sich auf und klein gewordene Seifenreste, die nicht mehr gut genug zum Händewaschen erscheinen, landen nun mal schneller als gedacht im Müll. Einen entscheidenden Vorteil hat sie allerdings: Feste Seife ist nachhaltig und umweltfreundlich, indem sie zumindest schon mal nur in ein Stück Papier oder Karton eingepackt ist.

Feste Seife vs. flüssige Seife

Flüssige Seife erfüllt den Convenience- und Ästhetik-Anspruch der heutigen Menschen viel mehr. Sie ist hygienisch und unkompliziert. Allerdings hat auch sie ihre Nachteile. Sie wird in Plastik verpackt. Egal ob Dosierspender oder Nachfüllbeutel, man kann dem Plastik nicht aus dem Weg gehen. Außerdem, wer kennt es nicht, dann pumpt man halt zwei bis dreimal statt einmal..weil man denkt, viel hilft viel. So ist eine Seife ruckzuck leer. Hier wartet allerdings auch schon der nächste Nachteil: Sie besteht zum größten Teil aus Wasser. Bedeutet letztendlich, dass eine riesige Menge Wasser unnötig durch Transporter durch die Gegend gefahren wird.

Soapflaker vereint Vorteile

Das geht doch besser, dachte sich der Gründer und innovierte eine Erfindung, die die Vorteile der festen und der flüssigen Seife miteinander kombiniert: Der Soapflaker, ein Spender für feste Seife. Dieser funktioniert nach dem Prinzip einer Pfeffermühle. Über die Hand halten, drehen und mit herausfallenden Seifenflocken die Hände waschen. Der feste Soapflaker-Kern besteht aus zertifiziertem Bio-Pflanzenöl und ist für etwa 500 Handwäschen ausreichend bei einer 1/4 Umdrehung pro Benutzung. Ihn gibt es einmal in einer Aloe-Vera und einmal in einer Honig Variante. Alles kommt ohne Wegwerfplastik aus, auch bei den Refill-Sets. Der Soapflaker hält die Seife trocken und somit kann sie auch bis zum letzten Restchen verbraucht werden. So vereint der Soapflaker die Nachhaltigkeit einer festen Seife mit der Ästhetik und Bequemlichkeit einer Flüssigseife.

77/2022: eco:fibr stellt Zellstoff aus Ananasfasern her

224 Millionen Bäume werden pro Jahr abgeholzt und zu Papier und Kartonagen weiterverarbeitet. Dafür werden extra Flächen gerodet und Wälder zerstört. Zusätzlich werden bei der Zellstoffproduktion mit Holz große Mengen an Wasser verschwendet und Energie verbraucht. Das Startup eco:fibr nutzt statt Holz Ananaspflanzen für die Zellstoffgewinnung.

Mit rund 3,4 Millionen Tonnen Ananasfrüchten jährlich ist Costa Rica Weltmarktführer für den Ananasexport, weltweit sind es ganze 25 Millionen Tonnen. Beim Anbau fallen gleichzeitig aber auch über 4,5 Millionen Tonnen an Resten allein in Costa Rica an, die nur schwer entsorgt werden können. Die Pflanzenreste werden oft mit Chemikalien getrocknet und anschließend verbrannt, weil sie nur schwer kompostierbar sind. Das hat einen hohen CO2-Ausstoß und eine Verunreinigung des Grundwassers zur Folge. Eco:fibr möchte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und einerseits das Entsorgungsproblem der Landwirte lösen und andererseits die Abholzung von Wäldern verringern.

Ananaspflanze liefert Zellstoff

Eco:fibr hat einen eigenen Prozess entwickelt, um aus den Pflanzenresten der Ananas zu 100 Prozent pflanzlichen Zellstoff ressourcenschonend generieren zu können, der der Papierindustrie dient. Dabei kommen keine Chemikalien zum Einsatz, die die Umwelt belasten. Zudem wird die Ananas ganzjährig angebaut, der Zellstoff kann also dauerhaft hergestellt werden.

In Costa Rica, wo die Ananas angebaut wird, werden die Pflanzenreste von den Landwirten abgenommen, der getrocknete, umweltfreundliche Zellstoff produziert und anschließend für die Papierherstellung nach Deutschland gebracht. Dort wird der innovative Zellstoff aus Ananas für Wandbeläge oder Verpackungen genutzt.

Etablierung von eco:fibr

Da der Export von Südamerika nach Deutschland nicht ideal ist und die Produktionsstätte in Costa Rico gebaut werden soll, wird langfristig damit geplant, den alternativen Zellstoff auf dem amerikanischen Markt zu vertreiben. Bis dahin soll der neuartige Stoff auf dem europäischen Markt etabliert werden, da vor allem der deutsche Markt eine hohe Nachfrage nach Alternativen aufweist.

Bisher können nur kleine Mengen an Zellstoff aus den Ananaspflanzen extrahiert werden. Das Team von eco:fibr arbeitet in einem Pilotprojekt daran, mehrere Tonnen zu generieren, die dann auch tatsächlich eingesetzt werden. Neben Costa Rica sollen auch die Ananasreste in anderen Ländern verwertet werden, auf lange Sicht sollen andere Abfallstoffe folgen.

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76/2022: Papair bietet nachhaltige Luftpolsterfolie

Pakete kommen oft nicht ohne sie aus: Die Luftpolsterfolie. Die Kunststofffolie wird zum Verpacken von zerbrechlichen Gegenständen genutzt oder um Hohlräume in Paketen auszufüllen, dass die Waren darin nicht lose liegen. Das Material der Folie ist dabei wenig nachhaltig. Papair schafft eine umweltfreundlichere Variante.

Viele haben Spaß dabei, die Luftbläschen des herkömmlichen Verpackungsmaterials zerplatzen zu lassen. Allerdings ist das zusätzliches Plastik, das in die Umwelt gerät und hinsichtlich der Umweltverschmutzung keine zukunftsfähige Lösung. Das Startup Papair hat eine nachhaltige Papier-Luftpolsterfolie entwickelt.

Luftpolsterfolie aus Papier von Papair

Papair hat eine Luftpolsterfolie geschaffen, die zu 100 Prozent aus recyceltem Papier besteht. Damit kann der C02-Ausstoß bei vergleichsweise herkömmlichen Verpackungen aus Kunststoff reduziert werden. Durch das Papier sind die Luftpolsterfolien von Papair vollständig biologisch abbaubar und können erneut recycelt werden. Durch die Entsorgung im Altpapier können die Papierfasern bis zu zwanzig mal wieder aufbereitet werden. Die Luftkammern bei Papair entstehen nicht wie bisher bekannt durch Lufteinschluss, sondern durch geometrische Formen, die die Erschütterung vom Produkt ableiten. Bei den Produkten wird Naturkleber eingesetzt, um auf Kunst- oder Klebstoffe verzichten zu können.

Die nachhaltige Alternative ist dabei genauso flexibel und vielseitig einsetzbar wie ihr bisheriges Pendant und kann entsprechende schützende Eigenschaften aufweisen. Nachhaltigkeit wird bei Papair großgeschrieben, weshalb das Papier von deutschen Herstellern stammt und auch in Deutschland in Niedersachsen weiterverarbeitet wird.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit vereint

Es gibt bereits ähnliche Produkte auf dem Markt, diese seien jedoch hinsichtlich des Preises oder wegen ihrer Produkteigenschaften nicht überzeugend. Papair vereint Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, wodurch es Unternehmen ermöglicht wird, auf Plastik als Verpackungs- oder Füllmaterial zu verzichten. Laut eigenen Angaben sollen die Produkte von Papair ähnlich kosten. 75 Prozent der Konsumenten legen Wert auf nachhaltige Verpackungslösungen, weshalb die Luftpolsterfolie aus Papier ein interessantes Produkt für viele Branchen ist.

Papair hat den PapairWrap, ebenjene Luftpolsterfolie, und die PapairBag, eine Versandtasche entwickelt. 2023 soll eine zweite Maschine mit dem patentierten Verfahren in den Betrieb gehen.

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75/2022: Vienna Textile Lab entwickelt Textilfarbe aus Bakterien

Die Modebranche ist einer der größten Klimasünder, der sogenannten Fast-Fashion werden bis zu 10 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen zugeschrieben. Die Verbreitung von Mikroplastik, ein enorm hoher Wasserverbrauch und giftige Chemikalien für die Färbung der Stoffe kommen noch dazu. Dagegen möchte das Startup Vienna Textile Lab etwas unternehmen.

Bunt und knallig oder gedeckt und unauffällig: Farben sind in der Modewelt ein wichtiges Mittel, um sich auszudrücken und gar nicht wegzudenken. Allerdings sind die Prozesse, Stoffe einzufärben besonders umweltschädlich. Vienna Textile Lab verwendet statt schädlicher, synthetischer Farbstoffe biobasierte Alternativen, um die Modewelt etwas klimafreundlicher zu gestalten.

Färben mit Bakterien bei Vienna Textile Lab

Die Stoffe werden üblicherweise mit chemischen und wasserintensiven Farbstoffen gefärbt. Bei Vienna Textile Lab hingegen wird mit Bakterien, Pilzen und Algen gearbeitet. Diese produzieren während des Stoffwechsels bunte Pigmente, welche vom Team von Vienna Textile Lab zu einem Pulver weiterverarbeitet werden. Damit werden anschließend die Stoffe gefärbt.

Die Bakterien stellen damit die umweltfreundlichste und ressourcenschonendste Art zur Herstellung von Textilfarbe dar. Sie kommen in der Natur vor und müssen nicht künstlich hergestellt werden, zudem können die Bakterien-Stämme in Laboren gelagert und gezüchtet werden. Auf diese Weise wird keine landwirtschaftliche Fläche benötigt und auf teure, umweltschädigende Rohstoffe wie Rohöl oder Erze kann verzichtet werden. Zusätzlich wird während des Prozesses kaum CO2 ausgestoßen.

Mit den biobasierten Farbstoffen soll der Produktionsprozess von Kleidung dekarbonisiert, die Textilbranche im allgemeinen nachhaltiger gestaltet und Lieferketten verkürzt werden.

Wo kommt die biobasierte Färbung zum Einsatz?

Mit den biobasierten Alternativen können sowohl pflanzliche und tierische als auch synthetische Textilfasern gefärbt werden. Die Anwendung bei gängigen Materialien wie Baumwolle, Wolle, Seide und Polyester stellt keine Herausforderung dar und ist auch bei Garn und Fasern anwendbar.

Der Luxuskonzern Kering, zu dem unter anderem auch die Marke Gucci gehört, testet in einem Pilotprojekt bereits die Bio-Farbe von Vienna Textile Lab. Im Innovationslabor des Konzerns wurden Hemden aus Baumwolle eingefärbt, um zu sehen, wie die neuartige Farbe auf den Materialien des Unternehmens funktioniert.

Bis 2025 soll das Unternehmen kommerzialisiert werden.

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74/2022: AirSeed pflanzt Bäume mit Drohnen

Der Klimawandel ist ein fortschreitendes Problem und wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Es gibt verschiedene Ansätze, dagegen vorzugehen. Ein Weg ist Wiederaufforstung, also Bäume zu pflanzen, da diese CO2 aufnehmen und Sauerstoff freisetzen. Damit helfen sie die Temperatur auf der Erde stabil zu halten. Das Startup AirSeed möchte das mit innovativer Drohnentechnologie umsetzen.

Seit den 2000ern sind über 380 Millionen Hektar Wald weggefallen, sei es durch massive Abholzung oder verheerende Waldbrände. Dadurch werden ganze Ökosysteme zerstört und Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Diese Gebiete müssen durch Wiederaufforstungs- und Wiederbepflanzungsprozesse wiederhergestellt werden.

AirSeed nutzt Drohnen für Wiederaufforstung

Herkömmliche Lösungen zur Bepflanzung sind teuer, aufwändig und langsam. Aus diesem Grund werden Drohnentechnologie, datengesteuerte und künstliche Intelligenz eingesetzt, die circa 80 Prozent günstiger und vor allem 25 mal schneller agieren als bekannte Pflanzenpraktiken.

Der Prozess beginnt mit einer Kartierung des Geländes, bei der Bodenproben genommen werden, um die Bodengesundheit zu analysieren, standortspezifische Pflanzenarten und entsprechende Bepflanzungsmuster bestimmt werden. Im Anschluss wird eine nährstoffreiche Samenkapsel hergestellt. Die Drohne wird mit den boden- und artspezifischen Samenkapseln für den jeweiligen Bereich bestückt. Über dieses Gebiet fliegt die Drohne autonom und protokolliert per GPS den Standort von jeder abgeworfenen Samenkapsel. Auf diese Weise kann nach einigen Monaten das Wachstum kontrolliert und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

So konnten bisher laut AirSeed rund 150.000 Bäume gepflanzt werden, bis 2024 soll die Zahl auf hundert Millionen ansteigen.

Samenkapseln statt Setzlinge

Konventionelle Setzlinge werden bis zu einem halben Jahr in Aufzuchtstationen angebaut, die teuer und langwierig sind. Wenn die Setzlinge soweit sind, eingepflanzt zu werden, müssen sie von der Gärtnerei zum jeweiligen Bereich der Einpflanzung gebracht werden. Das kann beispielsweise durch Buschbrände oder unbefahrbarem Gelände nicht möglich sein, weshalb mit dem Einsatz von Drohnen ein unabhängiger und flexibler Weg gefunden wurde.

Die Kapseln selbst bestehen aus Biomasseabfällen, die Schutz vor Tieren bieten, das Wachstum unterstützen und das Saatgut beinhalten. Dieses wurde durch die Analysen so zusammengesetzt, dass es im Zielgebiet besonders gut gedeihen kann.

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73/2022: Paraled beschleunigt Pflanzenwachstum durch LED-Licht

Pflanzen betreiben Photosynthese, welches der wichtigste biochemische Prozess der Erde ist. Durch Photosynthese wächst die Biomasse der Pflanze, welche wiederum anderen Lebewesen als Nahrung dient. Zusätzlich entsteht dabei auch Sauerstoff, ohne den es weder Menschen noch Tiere gäbe. Zur Photosynthese braucht die Pflanze Sonnenlicht. Das Startup Paraled nutzt LED-Beleuchtung, um den Pflanzen das optimale Maß an Licht zu bieten.

Während der Photosynthese nimmt die Pflanze Wasser und Kohlenstoffdioxid aus ihrer Umgebung auf, mithilfe von Sonnenlicht werden dann Glucose und Sauerstoff hergestellt. Allerdings scheint die Sonne nicht durchgehend, es gibt Tage mit schlechtem Wetter und nachts, wenn es dunkel ist, liegt die Photosynthese still. Außerdem haben unterschiedliche Pflanzen je nach Art und Wachstumsphase individuelle Bedürfnisse. Was wäre, wenn man die Beleuchtung steuern könnte?

Licht nach Maß mit Paraled

Paraled hat ein Beleuchtungssystem für Landwirte entwickelt, bei dem durch kontrollierte LED-Beleuchtung der Pflanzen das Wachstum beschleunigt und eine bessere Qualität der Erträge erreicht wird. Eine ganzjährige Produktion ist dann möglich. Mittels der Software kann die zusätzliche Menge an Licht zum Sonnenlicht gesteuert werden, die die jeweilige Pflanze im jeweiligen Wachstumsstadium benötigt.

Die Pflanzenwissenschaftler von Paraled erstellen auf Basis dieses Wissens und mithilfe von Laboranalysen spezielle Lichtrezepte. Diese können durch das Internet der Dinge, kollaborativem Lernen und den intelligenten, hocheffizienten Beleuchtungssystemen aus der Ferne gesteuert werden.

Für Landwirte gibt es zwei Abonnent-Optionen, die unter anderem den Zugang zur Software, der Sammlung mit den Lichtrezepten, die Vermietung und Wartung der Lampen und Beratung durch das Wissenschaftlerteam beinhalten.

Auswirkungen der gezielten Lichtsteuerung

Nicht nur das Wachstum, sondern auch Geschmack und Inhaltsstoffe lassen sich durch den gezielten Einsatz der Paraled LED-Beleuchtung beeinflussen. So bestimmt rotes Licht beispielsweise das Wachstum der Pflanze, wohingegen zu viel blaues Licht den Vitamingehalt und andere gesunde Inhaltsstoffe begünstigt. Die Pflanze wird dadurch allerdings kleiner.

Laut Paramed kann die Produktion um bis zu 80 Prozent gesteigert und der Produktionszyklus um rund 35 Prozent verkürzt werden. Hinzu kommt die Einsparung von Wasser und der verringerte Energieverbrauch durch den Einsatz von LED-Lampen.

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72/2022: Cartilago SleepWell Kopfhörer sollen beim Schlafen helfen

Eine von 20 Personen leidet aufgrund von Lärm an Schlafproblemen. Dabei ist ein guter Schlaf essentiell für die Gesundheit, er reduziert erwiesenermaßen Stress, unterstützt die Regeneration und steigert die Leistungsfähigkeit. Doch was tun, wenn der Partner schläft, die Nachbarn oder der Verkehr zu laut sind? Die SleepWell Kopfhörer vom Startup Cartilago sollen die Lösung sein.

Es gibt pflanzliche Mittel, die beim Einschlafen helfen sollen und Tipps und Tricks, wie man generell besser schlafen kann, zum Beispiel durch die richtige Raumtemperatur oder den Verzicht von Koffein am Abend. Das hilft jedoch alles nichts, wenn zu laute Geräusche am (Ein-)Schlafen hindern. Dagegen hat Cartilago spezielle Schlafkopfhörer entwickelt.

Die Cartilago SleepWell-Kopfhörer mit ANC

Es gibt bereits Musikkopfhörer mit Active-Noise-Cancelling-Funktion (ANC). ANC steht für aktive Geräuschunterdrückung, dadurch verstummen unerwünschte Hintergrundgeräusche während des Musikhörens. Die Kopfhörer von Cartilago machen sich diese Technologie zu Nutze. Durch Antischall wird der störende Lärm unterdrückt. Den Schall kann man sich wie Wellen vorstellen, die Welle geht nach oben und unten, der Antischall genau andersherum. Wenn beide Wellen aufeinander treffen, entsteht der gewünschte Effekt – absolute Ruhe. Diese soll dem Träger einen erholten Schlaf ermöglichen.

Die kleinen Kopfhörer sind so konzipiert, dass ein Mikrofon störende Laute aufnimmt, ein Prozessor den notwendigen Antischall erzeugt und zusätzlich Batterien darin Platz finden. Verbunden sind sie über ein Band, das im Nacken liegt.

Wichtig bei den SleepWell Kopfhörern ist natürlich die erogonmische Formgebung. Sie sind besonders klein, da die Technik in dem Nackenband liegt, wodurch sich Platz einsparen lässt und die Kopfhörer auch in der Seitenlage nicht stören sollen.

Erste Prototypen

Um die Cartilago SleepWell-Kopfhörer so bequem wie möglich zu gestalten, wurden Probanden gebeten, diese auf ihren Tragekomfort hin zu testen. Das Ergebnis sind zehn Prototypen, die mithilfe eines 3D-Druckers angefertigt wurden. Entwicklung und Produktion finden in Kempten im Allgäu statt. 2023 sollen die ANC-Kopfhörer zum Verkauf angeboten werden.

71/2022: Patronus-Uhr gibt Senioren Sicherheit

Wenn die Eltern oder Großeltern älter werden, macht man sich als (Enkel-)Kind nicht selten Sorgen. Die Angst, dass sie gestürzt sein könnten oder dass ein anderes plötzliches gesundheitliches Problem auftritt, ist ein ständiger Begleiter. Patronus gibt ihnen und einem selbst als Angehöriger ein Gefühl von Sicherheit.

Ein Sturz kann sich für Ältere zu einer lebensgefährlichen Situation entwickeln, wenn diese stundenlang unbemerkt auf dem Boden liegen. Aber auch bei plötzlichen gesundheitlichen Beschwerden muss schnell reagiert werden. Für solche Situationen gibt es den Hausnotruf, der allerdings zu selten getragen wird. Aus diesem Grund wurde Patronus entwickelt.

Die Schwierigkeiten mit dem Hausnotruf

Senioren müssen nicht gleich ihre Selbstständigkeit im Alter aufgeben oder in eine Betreuungseinrichtung ziehen, weil die Gefahr eines medizinischen Notfalls im Alter steigt. Mit einem Hausnotrufsystem können sie weiterhin zu Hause wohnen bleiben und im Ernstfall per Knopfdruck die Notrufzentrale kontaktieren, die je nach Situation Verwandte, Bekannte oder den Rettungsdienst informiert. In vielen Fällen ist dieser allerdings als sehr auffälliger, roter Knopf gestaltet, der als Kette oder Armband getragen werden muss. Menschen erscheinen dadurch auf den ersten Blick als hilfsbedürftig – genau das wollen diese aber natürlich nicht.

Hinzu kommt, dass der Hausnotruf nur in den eigenen vier Wänden funktioniert – und dort auch nur bedingt. Der wasserdichte Funksender ist mit der Basisstation verbunden. Über diese laufen Mikrofon, Laut- und Freisprechanlage. Es können natürlich aber auch Unfälle im Keller, Garten oder woanders passieren. Folglich legen die Senioren den Hausnotruf ab und können im Notfall niemanden mehr kontaktieren.

Patronus als mobile Notruf-Uhr

Das Startup Patronus hat eine smartwatchähnliche Notruf-Uhr entwickelt. Diese funktioniert dank integrierter SIM-Karte auch unterwegs und ist Sender und Basisstation in einem. Damit bietet sie den Senioren, die aktiv bleiben wollen, ein hohes Maß an Sicherheit und Selbstständigkeit. Da die Uhr so designed ist, dass sie nicht als Notrufsystem zu erkennen ist, erledigt sich auch die Angst davor, als hilfsbedürftig wahrgenommen zu werden. Der Prozess ist der gleiche wie beim Hausnotruf: Per Doppelklick an der Patronus-Uhr wird der Notruf abgesetzt, das Fachpersonal der 24/7 Notrufzentrale schätzt die Lage ein und alarmiert gegebenenfalls die Rettungskräfte und die Angehörigen.

Falls ein Pflegegrad vorliegt und weitere Voraussetzungen erfüllt sind, übernimmt die Pflegekasse anteilig das Nutzungsentgelt der Patronus-Uhr, wobei Patronus Unterstützung bei den entsprechenden Dokumenten bietet.

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70/2022: Artiphon Orba 2 als Musikinstrument für jedermann

Der Artiphon Orba 2 soll das technologische Musikinstrument für die breite Masse werden. Doch wie funktioniert diese kuriose Erfindung, die auf den ersten Blick eher einer Eieruhr ähnelt?

Artiphon wurde 2011 in Nashville von Mike Butera – Musiker, Soziologe, Ph.D.  in Sound Studies – entwickelt. Seine Mission: das Musikinstrument als intelligentes, vernetzbares Gerät neu zu erfinden, das die alltägliche Kreativität mit Technologie ergänzt. Der Erfinder beschreibt seine Idee folgendermaßen:  „Damit Millionen neuer Menschen mit dem Musizieren beginnen konnten, musste die Barriere zwischen Musiker und Nicht-Musiker fallen. Also begann das Startup aus Nashville mit der Entwicklung hochgradig intuitiver, intelligenter Instrumente, physisch und virtuell, die von jedem sofort gespielt werden konnten.“

Was ist der Artiphon Orba 2?

Der Orba ist Looper/Sequenzer, MIDI-Controller und Synthesizer in einem praktischen Gerät. Ein Synthesizer hingegen besteht aus vier Motoren (Schlagzeug, Bass, Streicher und Lead). Mit der Sequencer-Funktion können Sie Ihre Multitracks im Overdub-Modus importieren. ORBA 2 kann über acht berührungsempfindliche Tasten und durch Bewegen des Geräts selbst gespielt werden.

Man kann zum Beispiel Vibrato auslösen, indem man das Pad reibt, Saiten mehr Sounds hinzufügen, indem man die Kontaktfläche des Fingers vergrößert, einen Modwheel-Effekt erzeugen, indem man den ORBA 2 neigt, oder Sounds und Effekte modulieren, indem man sich im Raum bewegt.

Die technischen Dimensionen

Der ORBA 2 sieht auf den ersten Blick aus wie eine mattschwarze Eieruhr: Eine Halbkugel, etwa acht Zentimeter im Durchmesser, fünf Zentimeter hoch und 160 Gramm schwer. An den Seiten drei kleine Lautsprecher, im (gummierten) Boden befindet sich ein weiterer. Auf der Oberseite integriert sind acht kleine Pads  beschriftet mit „1 Drums“, „2 Bass“, „3 Chord“, „4 Lead“, „5 Play/Pause“, „6 Rec“, „7 BPM“ und „8 Oct“. Der 1250 mAh Li-Po Akku soll dabei für vier Stunden reichen.

Die Bedienung kann dann aber doch etwas kompliziert sein. Womit Artiphon dann irgendwie zwischen den Stühlen sitzt: Für Musiker bietet der Artiphon ORBA 2 zu wenig (keine Einzelbelegung der Pads, begrenztes Ton- und Akkordangebot, fixe 16tel Quantisierung, keine Loop-Editierung), für Laien ist der ORBA 2 nicht intuitiv genug in der Bedienung.

 

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