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Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

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48/2019 Safe Personal Alarm: Selbstverteidigung für jedermann

Ein kleiner „Schlüsselanhänger“ soll die Selbstverteidigung in jeder Altersklasse kinderleicht gestalten. Durch das einfache Herausziehen eines Stiftes soll der sogenannte „Safe Personal Alarm“ einen unüberhörbar lauten Ton aussenden. Dieser soll Angreifer verschrecken und zudem andere Personen auf das Opfer aufmerksam machen können.

Mit dem Safe Personal Alarm soll eine wirksame und einfache Verteidigung zu jederzeit möglich sein. Er besitzt die Form eines kleinen Schlüsselanhängers und kann so ohne Probleme an Tasche, Rucksack und Co. befestigt werden. Es muss lediglich der Pin herausgezogen werden und ein ohrenbetäubender Alarm ertönt. Dieser soll dann bis zu einer halben Stunde durchgehend hörbar sein. Sobald man jedoch den Pin wieder hineinsteckt, erlischt der Alarm-Ton. So kann der Personal Alarm wiederverwendet werden.

Laut dem Hersteller soll der abgegebene Ton dabei bis zu 125 dB laut sein. Dies soll den Angreifer abschrecken und bestenfalls in die Flucht schlagen. Zudem kann man auf diese Weise leichter Aufmerksamkeit erlangen und gleichermaßen schneller Helfer akquirieren. Diese Methode der Selbstverteidigung soll darüber hinaus auch effektiver als die Verwendung von Pfeffersprays oder Ähnlichem sein. Diese bergen zudem in ihrer Anwendung oftmals Gefahren. Insbesondere wenn das Spray bei „Fehlalarm“ genutzt wird. Deshalb scheinen auch manche Personen eher gehemmt zu sein, diese zu verwenden.

Der Safe Personal Alarm ist nicht nur für Frauen und Männer, sondern auch für Kinder und Jugendliche gut geeignet. Es lässt sich nicht immer vermeiden, dass Kinder, vor allem in einer etwas höheren Altersklasse, auch mal ohne Begleitung unterwegs sind. Beispielsweise auf dem Schulweg oder dem Spielplatz nebenan. Leider kam es bislang nicht nur zu schon versuchten, sondern auch geglückten Entführungen. Der Safe Personal Alarm setzt in seiner Anwendung weder Kraft noch körperliche Fähigkeiten voraus. Aufgrund dessen macht er nicht nur durch seinen simplen Mechanismus eine Verwendung in jeder Altersklasse möglich.

Aber nicht nur für die Selbstverteidigung vor Angreifern soll der Safe Personal Alarm gut sein. Auch Senioren sollen davon profitieren. Sollte es einmal zu einem Sturz oder Ähnlichem kommen, können Senioren leicht auf sich aufmerksam machen. Das Tragen eines Safe Personal Alarm soll den Verwendern auf diese Weise nicht nur die Möglichkeit einer Selbstverteidigung bieten, sondern auch ein Gefühl von Sicherheit verschaffen. Wer sich das Ganze mal genauer anschauen und ggf. sogar mal (lesie) anhören will … hier ein Video inkl. Demonstration der Funktionsweise.

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47/2019 Schülerin entwickelt innovativen Filter gegen Mikro-Plastik

Ein kleiner und simpler Filter kann vielleicht in Zukunft einen großen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Eingebaut im Abflussrohr der Waschmaschine fängt er die von der Wäsche abgelösten Mirkoplastik-Fasern ab. Auf diese Weise wird verhindert, dass noch mehr Mikro-Plastik in die Flüsse und Meere gespült wird.

Die Erfindung der 15-jährigen Schülerin Leonie Prillwitz aus Friedberg gegen die Umweltverschmutzung durch Mikro-Plastik ist geradezu erstaunlich wie einfach. Längliche kleine Beutel dienen als Filter im Ablaufrohr einer Waschmaschine. Das Material für diese Filter kann man kostengünstig im Baumarkt erwerben. Drei Stück von ihnen reichen aus, um die Mikrofasern, welche bei einem Waschgang freigesetzt werden, herauszufiltern. Die Filter lassen dabei  trotzdem genügend Wasser durch, sodass es keine Probleme beim Abfluss gibt. So bleibt am Ende eines Waschgangs im Filter ein Filz aus Fasern zurück. Ähnlich wie bei einem Wäschetrockner. Hier wird das Ausmaß der Menge dieser Mikroplastik-Fasern erst deutlich.

Teilweise wirft sich die Frage auf, wieso Filter in der Waschmaschine überhaupt notwendig sind. Auch wenn es bislang noch nicht bei jedem bekannt ist, werden bei jedem Waschgang Mikroplastik-Fasern in die Umwelt gespült. Während dem Waschgang lösen sich von synthetischen Kleidungsstücken eine Vielzahl dieser winzigen Fasern ab und landen so im Waschwasser. Viele dieser Mikroplastik-Teilchen sind nicht wasserlöslich. Zudem können Kläranlagen diese bislang nur unzureichend herausfiltern. Am Ende landen diese Fasern deshalb dann in unseren Flüssen und Meeren. Die Entwicklung dieser Mikroplastik-Filter in den Waschmaschinen könnte helfen, eine Vielzahl dieser schädlichen Fasern im Vorhinein aufzufangen.

Konstruiert hat diese Mikroplastik-Filter die Schülerin selbst. Angetrieben von ihrer Natur-Begeisterung baute sie erste Proto-Typen. Die ersten Tests fanden dann in der Hauseigenen Waschküche ihrer Mama statt. Deshalb kam es hierbei auch zu der ein oder anderen Überschwemmung. Ihr Tüfteln hat sich dennoch ausgezahlt, denn die Schülerin gewann mit ihrer Erfindung den Bundespreis von Jugend Forscht im Bereich Umwelt. Darüber hinaus wurde sie für den Deutschen Engagement-Preis nominiert.

46/2019 Biologisch abbaubares „Plastik“: Ersatz für heute klassische Verpackungen?

Eine biologisch abbaubare Verpackung soll in naher Zukunft Plastik ersetzen können. Sie besitzt dabei ähnliche Eigenschaften wie das gewöhnliche Plastik, nach ihrer Zersetzung aber, soll nichts mehr von ihr übrig sein. Ferner soll die neue Verpackung für fast alle Lebensmittel und Produkte verwendet werden können.

Ein Start-up aus Israel hat es sich zur Aufgabe gemacht den großen Mengen an verwendeten Kunststoffverpackungen für Lebensmittel und Co. endlich ein Ende zu setzten. So entwickelte das Unternehmen „TIPA“ ein Material, welches eine ähnliche Haltbarkeit, Flexibilität und Transparenz wie Kunststoff besitzt. Aber im Unterschied dazu ist das neu entwickelte Material laut TIPA hundertprozentig kompostierbar. Dies gilt auch für alle verwendeten Klebstoffe dieser Verpackung, denn für die Produktion werden zum größten Teil nur pflanzliche Stoffe wie zum Beispiel Getreide verwendet.

Orientiert haben sich die Wissenschaftler aus Israel an der Schale einer Orange. Diese schützt das Innere perfekt und zersetzt sich zudem vollständig. Damit sich die neue TIPA-Verpackung auch zersetzen kann, müssen lediglich die richtigen Bedingungen zur Kompostierung herrschen. So bleiben nach der Zersetzung nur noch Wasser, Kohlendioxid und organische Materialien zurück. Die organischen Materialien können daraufhin von Bakterien zersetzt werden, weshalb am Ende gar nichts mehr über bleiben sollte.

Verwendung soll die biologisch abbaubare Verpackung bei Tiefkühlprodukten, Frischwaren oder Bekleidung finden. Deshalb haben bereits einige Supermärkte und auch Online-Bekleidungsshops die Verpackung von TIPA eingeführt. Denn auch die Herstellung dieser Verpackung ist gar nicht so kompliziert, wie es sich zu Beginn anhört. Bereits bestehende Maschinen zur Produktion von herkömmlicher Plastikfolie sollen nämlich leicht auf die Produktion der TIPA-Folie umzustellen sein.

Der Hauptsitz von TIPA befindet sich in Hod Hasharon. Das ist eine Stadt in Zentralisrael, welche die Gründer unter anderem zu ihrer Ersatz-Verpackung angetrieben hat. Denn in Israel gibt es nur für Dosen und kleine Trinkflaschen einen geringen Pfandbetrag von rund 7 Cent. Für größere Flaschen wird vorab kein Pfand gefordert. Zwar gibt es einige Recycling-Mülleimer für diese Flaschen, nichtsdestotrotz werden diese nur eher mäßig genutzt. Aufgrund dessen landen immer noch viele von diesen und andere Plastik-Verpackungen in Parks und Gewässern innerhalb des Landes.

Für Neugierige ein Video zu der neuen „Plastik-Verpackung“. Hier kann man sich die Optik und Kompostierfähigkeit der TIPA-Verpackung genauer ansehen.

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45/2019 Innovation: Die Gafferwand sagt Schaulustigen den Kampf an

Eine durchaus viel versprechende Möglichkeit, Unfallopfer vor Gaffern und heute auch skrupellosen Fotografen zu schützen stellt die ‚Gafferwand‘ dar. Teils schon im Einsatz schirmt die schnell aufblasbare Wand die Unfallstelle ab, sodass es für Außenstehende keine Chance gibt pietätlose Bilder und neugierige Blicke der Opfer zu erhaschen.

Die sogenannte ‚Gafferwand‘ ist eine neue Sichtschutz-Wand, die bei Unfällen leicht und schnell aufgebaut werden kann. Sie dient dem Schutz der Opfer, indem sie das Fotografieren der Unfallstelle verhindert. Aber auch das Stocken des Verkehrs soll mithilfe dieser vermieden und die Arbeit der Rettungskräfte nicht mehr so stark beeinträchtigt werden. Zwei Personen reichen bereits aus, um die Wand in weniger als 2 Minuten aufbauen. Daraus ergibt sich dann ein 20 Meter langer und ein 2,10 Meter hoher Sichtschutz. Dabei kann die ‚Gafferwand‘ simpel in jedem Kofferraum transportiert werden. Komplett zusammengefaltet besitzt sie Maße von 1,04 Meter x 0,35 Meter x 0,35 Meter. Man benötigt dazu nur noch weitere neun Sandsäcke zur Beschwerung und ein Gebläse zur Befüllung mit Luft.

Der Aufbau selbst gestaltet sich dabei relativ simpel. Indem man die seitlichen Griffe herauszieht, kann man die ‚Gafferwand‘ leicht zum Einsatzort tragen. Daraufhin löst man die Klettverschlüsse und beschwert den Anfang der Wand mit einem Sandsack. Anschließend rollt man die Wand weiter ab und platziert darauf die restlichen Sandsäcke. Zu guter Letzt muss nur noch das Luft-Gebläse angeschlossen werden und die Wand steht. Auf der Wand selbst befinden sich nochmals explizierte Hinweise, dass Fotografieren verboten ist und dass die Unfallopfer geschützt werden sollen.

Immer häufiger kommt es zu Situationen, dass an einer Unfallstelle unbeteiligte Personen aus ihrem Auto aussteigen und mit ihren Handys Bilder und Videos von den Opfern machen. Das Bildmaterial wird anschließend online publik gestellt. Dass solche Aktionen mehr als nur respektlos sind, scheinen immer noch viele Menschen nicht begriffen zu haben. So musste auch Dieter Mohn, der Erfinder der ‚Gafferwand‘, selbst Zeuge einer solchen pietätlosen Aktion auf der A24 werden. Das animierte ihn dazu etwas zu entwickeln, was den schaulustigen „Gaffern“ endlich ein Ende setzen soll. Denn er wollte nicht nur immer über die Gaffer reden, sondern endlich etwas für die Opfer tun. Seine ‚Gafferwand‘ ist bereits in der EU und den USA patentiert.

Mittlerweile wird die Gafferwand schon in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen-Anhalt eingesetzt. Hier wird der Sichtschutz insbesondere von der Feuerwehr und dem Rettungsdienst eingesetzt. Aber auch von Polizei, dem Technischen Hilfswerk und von Logistik- und Abschleppunternehmen wurde davon bereits Gebrauch gemacht. Es gibt mittlerweile eine zahlreiche Vielfalt an Größen und auch die Bedruckung kann individuell gestaltet werden. Neugierig auf die Gafferwand? 🙂 Bitte klickend hier entlang:

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44/2019 Die „Wurzelratte“: neue Rode-Maschine für hartnäckige Wurzeln

Die „Wurzelratte“ hat eine Art Revolution in der Baum-Rodung geschaffen. Durch diese lassen sich nun Wurzelreste erstmals gänzlich rückstandslos entfernen. Damit wird nicht nur die Neubepflanzung erleichtert, sondern darüber hinaus auch das Wachstum schädlicher Pilze an zurückgebliebenen Baumstümpfen verhindert.

Eine etwas andere Erfindung mit einem noch etwas ungewöhnlicheren Namen hat Hartmut Neidlein entwickelt. Die sogenannte „Wurzelratte“ ist ein Werkzeug, welches zum Roden von Bäumen verwendet wird. Insbesondere Wurzeln im Untergrund können erstmals wesentlich leichter und restloser entfernt werden. Die ist durch den L-förmigen Haken möglich. Dieser besitzt zwei Schneiden und die Möglichkeit, einen Bagger zu befestigen. Durch die Hakenform können nun auch schwer zugängliche Stellen erreicht werden.

Bisher mussten Wurzelstockfräsen für die Entfernung der Wurzeln gerodeter Bäume verwendet werden. Diese kamen aber nur 40 bis 60 Zentimeter tief in die Erde. Auch in engen Beeten oder Bordsteinen war die Arbeit sehr problematisch. So konnten nicht immer alle Wurzeln rückstandslos entfernt werden. Vor allem dann, wenn ein neuer Baum gepflanzt wurde, hatte das Ganze schädliche Folgen. Denn die alten Wurzelreste bieten eine perfekte Nährstoff-Grundlage. So können Pilze ungehemmt wachsen und anschließend auf den frisch gepflanzten Baum wandern. Aber nicht nur zum Entfernen von alten Wurzelresten, sondern auch zum Auflockern des Bodens kann die Wurzelratte zum Einsatz kommen. Auf diese Weise können neue Bäume und Pflanzen leichter in die Erde eingesetzt werden.

Hartmut Neidlein, Baumsachverständiger und Entwickler, gab seiner Erfindung selbst den außergewöhnlichen Namen „Wurzelratte“. Inspiriert wurde er von der Tierwelt. Ihm waren die Begriffe Bieber und Co. zu abstrakt von den eigentlichen Wurzeln eines Baumes. Mit diesen wird eher Holz verbunden. Die afrikanische Wurzelratte hingegen trifft es auf den Punkt und sie gibt es wirklich. Zudem hat sie noch etwas Aggressives. Der Name kam im Umfeld nicht nur gut an, sondern wurde bislang auch nicht vergessen.

Die Wurzelratte ist eine Erfindung, welche eher weniger für den Privathaushalt gedacht ist. Denn für die Nutzung benötigt man einen Bagger. Für Kommunen oder den Garten- und Landschaftsbau ist diese jedoch eine gewinnbringende Erfindung. Bisher wurde die Wurzelratte weiterentwickelt und ist schon in ihrer dritten Generation auf dem Markt. Obwohl sie schon seit Langem patentiert ist, gab es schon häufige Versuche von außen dagegen vorzugehen und das Patent löschen zu lassen. Zudem dicht gefolgt von vielen Hobby-Bastlern, welche die Wurzelratte nachbauen und daraufhin im Internet zum Verkauf anbieten. Offiziell gefertigt wird die Wurzelratte im Sauerland und der Verkauf zu einem Preis von rund 1600 bis 5500 Euro, variierend nach Größe, erfolgt in Winnenden.

Alle die neugierig sind, was man mit der Wurzelratte noch so alles anstellen kann, können sich das im folgenden Video genauer ansehen.

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43/2019 Smarter Koffer folgt dem Besitzer simpel „bei Fuß“?

Deutsche Studenten haben nun den ersten Prototyp eines Koffers entwickelt, welcher mithilfe einer Kamera und eines intelligenten Systems seinem Besitzer automatisch folgt. Weitere Features wie eine Diebstahlsicherung sind geplant. Insbesondere Menschen mit körperlichen Einschränkungen soll so ein unabhängiges Reisen ermöglicht werden. Für uns hat das in erster Draufsicht auch was Humoriges … man stelle sich den Frankfurter Flughafen vor und hunderte von Koffern, die Ihren Besitzern ‚hinterher hecheln‘. 🙂 Aber der Reihe nach …

Vier Studenten von der Universität des Saarlandes haben den ersten Prototypen des „Smartcase“ entwickelt. Dies ist ein Koffer, welcher dem Besitzer automatisch und selbständig hinterher fährt. Das Ganze ist durch ein System aus Sensoren und einer Kamera möglich. Insbesondere die Kamera ist das Herzstück dieses Koffers. Denn sie erkennt denjenigen, dem sie folgen soll. Ergänzend dazu registrieren die Sensoren eventuell auftauchende Hindernisse. Die Sensoren messen permanent die Entfernungen um den Koffer. Anschließend werden diese im Mikro-Prozessor ausgewertet. Diese Ergebnisse werden daraufhin in Form von Befehlen an die Elektromotoren weitergegeben. So kann die Route des Koffers andauernd neu bestimmt werden. Das ganze System haben die jungen Studenten dem Prozessor selbst erlernt.

Darüber hinaus haben die Studenten einige Zusätze für ihren Smartcase geplant. Zum einem eine Diebstahlsicherung durch ein GPS Modul und ein TSA Schloss. Zum anderen ist auch eine App Steuerung und eine Fingerabdruck Entsperrung geplant. Darüber hinaus soll auch ein Umschalten in den manuellen Modus möglich gemacht werden.

Natürlich würde so ein Koffer bei vielen Reisenden Anklang finden. Handgepäck, Jacke, Reiseunterlagen und Koffer zur gleichen Zeit zu transportieren kann nicht nur chaotisch, sondern auch anstrengend sein. Vor allem wenn die Zeit drängt, ist ein schwerer Koffer sehr störend. Dennoch sollen die Studenten bei ihrer ersten Überlegung gar nicht den normalen Reisenden im Kopf gehabt haben. Menschen mit diversen Einschränkungen wie Gehbehinderungen sollen von so einem Koffer profitieren können. So soll auch ihnen unabhängiges Reisen ermöglicht werden. Aber die Studenten denken bereits weiter. Denn das intelligente Sensorsystem könnte auch in der Lagerlogistik und dem Transportbereich Einsatz finden.

Seinen Ursprung hat der „Smartcase“ in einer Vorlesung von Professor Helmut Seidel über Mikromechanik an der Saarbrücker Universität gefunden. Hier sind schon zahlreiche gute und innovative Ideen für Prototypen entstanden. So kamen auf die gleiche Weise auch die drei System Engineering Studenten Josuha Summa, Till Mertin, Nick Kempel gemeinsam mit dem Informatik-Sstudenten Joshua Arens auf ihre Prototypen-Idee. Mit ihrem „Smartcase“ nehmen sie demnächst in Berlin vom 28. Bis 30. Oktober am Cosima-Wettbewerb teil. Ein Studentenwettbewerb, welcher vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) ausgeschrieben wird. Neugierige könne sich erste Impressionen der Entwicklung des „ Smartcase“ auf der Homepage der Entwickler ansehen.

42/2019 Setzt diese Erfindung Turbulenzen im Flugzeug ein Ende?

Kleine Sensoren können schon in naher Zukunft die Turbulenzen während eines Fluges reduzieren. Durch intelligente Gegensteuerungs-Technik kann somit der Komfort für Passagiere wesentlich erhöht werden. Ob die Erfindung für kommerzielle Flugzeuge genutzt werden kann, wird erst getestet.

András Gálffy heißt der Doktorand an der Technischen Universität Wien, der eine Erfindung entwickelt hat, welche die Auswirkungen von Turbulenzen im Flugzeug drastisch verringern soll. Speziell konzipierte Sensoren können an den bisherigen Flugzeugen installiert werden. Diese messen den Luftdruck und registrieren auf diese Weise eventuelle Turbulenzen. Nur Sekundenbruchteile danach kann man bereits gegensteuern. Das Ganze geschieht mithilfe einer speziellen Ansteuerung der Antriebstechnik. Durch geringe Schwingungsbewegungen der Flügelklappen kann man bereits den Auftrieb des Flugzeuges verändern und so Turbulenzen optimal entgegengewirkt werden. Für zukünftige Flugzeuge soll diese Technik aber noch besser funktionieren. Hierbei soll das ganze Flugzeug seine Geometrie verändern können, um auf Turbulenzen zu reagieren.

Das Prinzip ist sehr ähnlich dem von Geräusch unterdrückender Kopfhörer, so der Erfinder Gálffy . Unregelmäßigkeiten von außen werden genau gegen gesetzt erzeugt und heben sich aufgrund dessen auf. So wird die Stabilität während des Flugs deutlich verbessert. Mittlerweile wurden bereits die ersten Simulations-Rechnungen und unbemannte Testflüge durchgeführt. Nach diesen kam man zu der Erkenntnis, dass rund 80 % der bisherigen Turbulenzen gedämpft werden können. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den Komfort während eines Fluges. Deshalb wurde die Erfindung mittlerweile schon zum Patent angemeldet.

Bislang wurden nämlich größeren Turbulenzen ausgewichen. Dies kostet nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Kerosin und damit faktisch mehr Geld. Mit dieser Erfindung hingegen soll man in naher Zukunft nun Turbulenzen einfach durchfliegen können. Erstmals wurde diese Erfindung auf der internationalen Luftfahrtmesse, der Pariser Aérosalon, vorgestellt. Demnächst sollen nun auch bemannte Testflüge erfolgen. Diese sollen zeigen, ob die Erfindung ebenso für Passagierflugzeuge geeignet ist. Vor allem Personen, welche unter Übelkeit und Flugangst leiden, könnten durch diese Erfindung profitieren. Hier schon mal eine kurze Animation wie das Prinzip funktionieren soll:

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41/2019 Neue Bein-Prothese soll Phantomschmerz lindern

Das Laufen mit einer Beinprothese ist oft noch immer sehr anstrengend bzw. verursacht gar Schmerzen. Darüber hinaus leiden viele Patienten unter einem Phantomschmerz in amputierten Gliedmaßen. Eine innovative Beinprothese mit stimulierenden Sensoren soll für diese beiden Probleme die Lösung sein.

Forschern gelang es nun erstmals, eine Beinprothese ‚mit Gefühl‘ zu entwickeln. Dazu wurden insgesamt drei Drucksensoren in der Fußsohle und weitere vier im Kniegelenk in einer Bein-Prothese verbaut. In Kombination dazu implantierten Ärzte den Patienten fünf Elektroden in den Oberschenkel. Die Drucksensoren wandeln dabei die Bewegungssignale um, sodass die Elektroden im Bein der Patienten stimuliert werden. Insbesondere der Ischiasnerv wird dadurch angeregt.

Neues Gefühl im Bein erleichtert das Laufen

Auch wenn sich das Ganze etwas befremdlich und verrückt für Außenstehende anhört, schafft es für die Patienten ein regelrecht neues Lebensgefühl. Erstmals konnten sie das Gefühl für die Kniebewegung wiedererlangen. Das schafft mehr Vertrauen und Sicherheit während dem Gehen. Deshalb zeigten auch erste Tests, dass die Patienten nicht nur schneller laufen konnten, sondern darüber hinaus auch weniger erschöpft waren. Die Forscher schließen diese Erkenntnis auf die nun mehr symmetrischen Bewegungen der Beine zurück. Aufgrund dessen kann so auch das gesunde Bein längerfristig mehr entlastet werden. Denn Betroffene nahmen bislang auf diesem mehr Gewicht auf, da sie sich unsicher fühlten.

Phantomschmerzen können gelindert werden

Diese neue Entwicklung kann aber noch mehr. Viele Patienten mit amputierten Körperteilen klagen über Schmerzen ihrer eigentlich fehlenden Gliedmaße. Von starkem Brennen bis hin zu komischen Gefühlen von Verdrehungen ist die Liste der Phantomschmerzen ziemlich lang. Bislang gab es allerdings kein allgemeines Rezept gegen diese empfundenen Schmerzen. So wurden deshalb bei Probanden, nachdem bei ihnen die Elektroden implantiert wurden, täglich Stimulationen an den Elektroden durchgeführt. Bislang noch ohne die neue Prothese. Jedoch mit den gleichen Signalen wie sie auch die Prothese bei Druck oder Berührungen am Fuß auslösen würde. Die Ergebnisse waren erstaunlich gut. Einige Probanden gaben an überhaupt keine Schmerzen mehr zu empfinden. Bei anderen wurden sie zumindest um mehr als die Hälfte reduziert.

Da Schmerzen der Probanden im Vorfeld durch die manuelle Stimulation so stark reduziert wurden, können die Entwickler nicht hundertprozentig bestätigen, dass die Schmerzen ebenso mithilfe der Prothese gelindert werden können. Dennoch kann man davon ausgehen, dass dies auch durch die Prothese möglich sein kann. Um das Ganze nun genauer herauszufinden, laufen weitere Studien. Bei diesen werden die Probanden die neue Prothese über längere Zeit zuhause tragen. So kann genauer analysiert werden ob die Schmerzen reduziert und die Lebensqualität so verbessert werden kann.

40/2019 Sind mit der App ‚TeleClinic‘ Arztbesuche wirklich bald Geschichte?

Schnell und unkompliziert via Videochat Diagnose, Rezept und die Krankmeldung von einem echten Arzt erhalten. Die neue App „TeleClinic“ macht so eine Online-Behandlung bzw. Anamnese möglich. Zahlreiche Patienten nutzen schon den digitalisierten Dienst, der auch bereits mit einigen Krankenkassen Kooperationen fährt.

TeleClinic ist die neue App, die Arzt-Diagnosen quasi digitalisiert. Mit der App ist der ‚virtuelle Weg zur Online-Behandlung‘ kinderleicht. Patienten können sich schnell und simpel auf der Website oder über die App registrieren. Dabei müssen lediglich E-Mail-Adresse, Passwort, Handynummer, Krankenversicherung und Versicherungsnummer angegeben werden. Zuerst muss der Patient einen Fragebogen ausfüllen, der von einem der medizinischen Assistenzen geprüft. So wird erst-beurteilt, ob es sich um einen Notfallpatienten handelt, der die Notaufnahme aufsuchen sollte. Falls dies nicht zutrifft, wird der Patient einem medizinischen Fachbereich zugewiesen und tritt via Chat in Kontakt mit einem Mitarbeiter. In der Folge wird ein Termin für eine Beratung mit einem Facharzt ausgemacht und schon kann die ‚Untersuchung‘ via Telefon oder Videochat losgehen. Abschließend wird eine Diagnose gestellt und es erfolgt bei Bedarf eine Rezept-Ausstellung oder Krankmeldung. Unnötig zu erwähnen: das Ganze funktioniert theoretisch rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.

Krankenkassen zahlen Online-Arzt-Untersuchung

So absurd es zunächst klingt, ist es nicht. Über 18.000 Patienten haben Teleclinic schon genutzt und rund 15 Krankenkassen kooperieren aktuell bereits mit TeleClinic. Für Versicherte dieser Krankenkassen bedeutet dies, dass sie zu jeder Tages- und Nachtzeit den Online-Ärzte-Service in Anspruch nehmen können und die Kosten dafür von ihrer Versicherung übernommen werden. Ebenso Privatpatienten können wie gewohnt ihre Rechnung bei der Versicherung einreichen. Aber auch Kassenpatienten, die nicht bei einer Partnerversicherung versichert sind, können TeleClinic nutzen. Hierbei werden je nach erbrachter Leistung die anfallenden Kosten berechnet. So muss ein Selbstzahler für ein Arztgespräch inklusive Arztbrief, Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung und Rezept mit Kosten von 37,54€ rechnen. Jedoch gilt es zu beachten, dass an Sonn- und Feiertagen Zuschläge anfallen.

TeleClinic legt dabei größten Wert auf medizinische Qualität und arbeitet nur mit Ärzten zusammen, die in Deutschland akkreditiert sind und zudem eine mehrjährige Berufserfahrung nachweisen können. Doch dies war anfangs gar nicht so leicht, denn bis vor geraumer Zeit gab es für Ärzte in Deutschland noch ein Fernbehandlungsverbot, zumindest wenn Arzt und Patient sich zuvor noch nicht persönlich begegnet sind.

Krankmeldung und Rezept bei TeleClinic

Prinzipiell gibt es aber einige Dinge zu beachten, wie auch, dass TeleClinic bislang nur private Rezepte ausstellt. Das bedeutet, dass Krankenkassenpatienten nicht immer ihre Rezepte einreichen können und erstattet bekommen. Aber auch das Einlösen der Rezepte ist bislang bei nur 7.000 Partner-Apotheken in Deutschland möglich. Das gilt auch für die Arbeitsunfähigkeits-Bbescheinigungen. Unbedenklich einreichen können sie Privatpatienten, denn sie müssen vorbehaltlos akzeptiert werden. Krankenkassenpatienten hingegen kann man keine Gewährleistung geben, dass sie anerkannt werden, obwohl sie alle Formschriften erfüllen.

Letztendlich ist das Konzept von TeleClinic nicht darauf ausgerichtet, die physischen Arztbesuche für jedermann überflüssig zu machen. Die Intention richtet sich insbesondere an Familien mit Kleinkindern. Diese suchen häufig in überzogener Weise, vor allem an Feiertagen oder in der Nacht, die Notaufnahme auf, weil sie bei Symptomen wie Fieber oder Ähnlichem sich zur Sicherheit medizinische Beratung einholen möchten. Aber auch Menschen, deren Zeitplan ein persönlicher Arztbesuch oft nicht zulässt oder Personen, die in der Mobilität eingeschränkt sind, sollen die Behandlungsprozesse erleichtert werden. Wer sich nun näher für den elektronischen Doc interessiert, hier entlang zur TeleClinic im Netz.

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39/2019 Der Rollstuhl als neues Zugfahrzeug? ‚Rollikup‘ macht`s möglich

Einkaufskörbe, Koffer, Kindercaddys und Co. können dank dem sogenannten „Rollikup“ nun problemlos mit dem Rollstuhl gezogen werden. Verwirklicht wird das Ganze durch das weltweit erste Kupplungssystem für Rollstühle. Das System ermöglicht zudem simples und eigenständiges Anbringen eines Anhängers an den Rollstuhl. Aber der Reihe nach …

Eduard Wiebe und Andreas Neitzel vom Inklusionsunternehmen ‚Teuto InServ‚, heißen die beiden Entwickler des ‚Rollikup‘. Die beiden legen über Ihre Erfindung viel Wert darauf, Rollstuhlfahrern das Leben zu erleichtern. Beim Rollikup handelt es sich um den ersten Rollstuhl, der andere Fahrzeuge ziehen kann. Die Entriegelung der innovativen Anhängerkupplung ist sowohl mit nur einer Hand, im Sitzen als auch blind hinter dem Rücken möglich. Zudem soll ein Anhängen von allen möglichen Dingen, welche mit Rollen ausgestattet sind, kein Problem sein. Doch so problemlos wie das Ganze klingt, war es anfangs nicht. Ein Kupplungssystem zu entwickeln, welches für alle Modelle von Rollstühlen einsetzbar ist, war schwieriger als gedacht. Das sogenannte Reduzierungs-Stück schaffte aber letztendlich den Durchbruch in dieser Erfindung. Somit kann mit rund 90 Prozent aller Rollis die innovative Anhängerkupplung in Gebrauch genommen werden.

Inspiriert wurden die beiden Tüftler Eduard und Andreas von einem Rolli-Fahrer, welcher sein Kind nicht in den Kindergarten bringen konnte. Er keine Möglichkeit, den Kinderwagen im Rollstuhl zu schieben. Mittlerweile, nachdem 2018 der erste Prototyp fertig gestellt wurde, wird komplett selbst bei Teuto InServ, eine Inklusionsfirma, welche zur Stiftung Lebenshilfe gehört, produziert. Getreu nach ihrem Motto: „Wenn, dann Richtig!“, werden bei Herstellung nur hochwertige Materialien wie Glasfaser verstärkte Kunststoffelemente, Edelstahl und Aluminium genutzt. Diese sollen lebenslange Freude beim Ziehen vom Stehbrett, Koffer oder 2-Sitzer Kinderanhänger garantieren. Neben dem Sieg 2019 in der Erfinder-Show „Das Ding des Jahres“, hat der Rollikup die erste Prüfung des TÜV Nord schon erfolgreich absolviert. Auch erste kleine Anhänger, speziell für den Rollstuhl, gibt es passend dazu zu im Handel. Inzwischen besteht zudem für Käufer die Möglichkeit, Zuschüsse für die Anschaffung bei der Berufsgenossenschaft zu beantragen. Weitere Informationen zum Rollikup auf der Website der Macher von Teuto InServ.

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