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Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

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64/2021: Desert Control

Jedes Jahr verliert die Landoberfläche bis zu 7.000 Quadratkilometer an die Wüste. Mit Nanotonpartikeln von Desert Control soll nun zumindest ein Teil wieder nutzbar gemacht werden.

Die Wüste wächst

Es sind hauptsächlich Menschengemachte Gründe, weshalb sich jährlich auf mehreren Tausend Quadratkilometern Landfläche mehr und mehr Wüstensand ausbreitet. Weideflächen die von zu viel Vieh abgegrast werden, verlieren ihre schützende Vegetationsschicht, dadurch wird der Boden trocken und spröde. Bodenerosion wird auch durch die Abbrennung und Abholzung großer Waldflächen begünstigt, ebenso durch falsche Bewirtschaftung von Ackerflächen. Trockener, sandiger Boden ist weder zum Bau von Gebäuden noch zur Bewirtschaftung gut geeignet. Laut der norwegischen Firma Desert Control verliert die Erde jährlich bis zu 12 Millionen Hektar fruchtbares Land zum Anbau von Pflanzen und Nutzpflanzen. Betrachtet man wie rasant die Weltbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten anwachsen soll, wird die Zahl der Hungernden Menschen auf der Erde enorm steigen.

Problem! Lösung?

Desert Control hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erde wieder etwas grüner zu machen und der Wüste Fläche abzuringen. Hierzu hat das norwegische Unternehmen ein patentiertes Produkt entwickelt, welches Wüstensand innerhalb von 7 Stunden in nutzbaren, fruchtbaren Boden verwandelt. In 12 Jahren Entwicklungszeit wurde Liquid Natural Clay, kurz LNC, entwickelt. Nanotonpartikel die in flüssiger Form auf den Sandboden aufgesprüht werden und dort die Sandkörner umhüllen. Deren Oberfläche wird vergrößert und der Boden durch die Tonbildung angereichert. Sowohl Feuchtigkeit als auch Nährstoffe bleiben im Boden gebunden, dadurch wird der Boden fruchtbarer und Ertragreicher als durch bislang Eingesetzte Methoden. Nach 7 Stunden können die ersten Gewächse gepflanzt werden, außerdem wird weniger Dünger und weniger Wasser benötigt um die Pflanzen zu versorgen.

Massentauglich?

Der Einsatz der Nanopartikel mit dem Zugehörigen Sprühsystem könnte für viele Länder Erde eine enorme Hilfe bedeuten. Gerade Dritte-Welt Länder hätten die Möglichkeit bislang ungenutzte Wüste zu bepflanzen und die Menschen mit dringend benötigter Nahrung zu versorgen. Problematisch sind allerdings bislang noch zwei Dinge. Zum einen ist LNC nicht für jeden Wüstenboden gleich anwendbar. Desert Control benötigt Sandproben um das Nanogemisch anzupassen an die jeweiligen Bodengegebenheiten. Zudem ist das System mit 1,50 Euro pro Quadratmeter zu teuer für viele arme Regionen. Desert Control arbeitet an der Senkung der Kosten auf 20 Cent.

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63/2021 Milo: Aktion Communicator

Das Walkie-Talkie war gestern…oder? Fans des in die Jahre gekommenen Kommunikationsgerätes, könnten mit Milo eine Neuauflage des Walkie-Talkies erleben. Die österreichische Firma Aqipa spezialisiert sich auf den Aufbau, den Support und die Vermarktung von bekannten Marken. Nun bringen sie mit „Milo“ ein eigenes Produkt auf den Markt.

New Look

Erinnert man sich zurück an die Walkie-Talkies aus der Kindheit, denkt man wahrscheinlich zuerst an ihr klobiges und unhandliches Äußeres. Außerdem konnte man immer nur dann Sprechen oder Hören, wenn man seitlich einen Knopf gedrückt hielt. Die heutzutage etwas moderneren Funkgeräte die von Feuerwehr, Polizei oder auf Baustellen verwendet werden, sind zwar kleiner, unterscheiden sich optisch jedoch nicht von ihren großen Vorgängern. Aqipa hat mit Milo ein Walkie-Talkie kreiert, das sich sowohl optisch als auch durch verändertes Handling abhebt. Etwa Handtellergroß, flach und rund ist das Walkie-Talkie von heute. Ein weiterer Unterschied ist die Tatsache, dass es zur Nutzung nicht permanent in der Hand gehalten werden muss. Durch einen Knopfdruck aktiviert sich die Sprech- und Hörfunktion und bleibt solange in Betrieb, bis sie durch einen erneuten Knopfdruck stumm geschaltet wird. Durch einen integrierten Magneten, kann der Milo Communicator an der Jacke, dem Rucksack oder dem Fahrradlenker angebracht werden.

New Handling

Wozu sollte man im Zeitalter von Handys und Ear Pods ein Walkie-Talkie brauchen? Milo ist auf eher actionreichere Aktivitäten spezialisiert, solche bei welchen ein Handy anfällig für Schäden ist. Ob bei Ski-Abfahrten, Mountainbike Trails, steile Bergwanderungen oder Wildwassertouren, hilft Milo bei der Kommunikation mit der Gruppe. Er ist Wasser- und Staubfest, kann also auch Unterwasseraktionen wegstecken. Er wird an der Kleidung oder dem Fahrradlenker befestigt und kann auch turbulente Fahrten oder Stürze überstehen. Auch weitere Entfernungen, Wind, Wetter, Hitze und Kälte hält der Milo Communicator aus. Die Kommunikation erfolgt durch 6 integrierte, verzerrungsarme Digitalmikrofone, welche Wind- und Rauschgeräusche unterdrücken. Klarer und verständlicher Austausch mit den übrigen Mitgliedern der Gruppe ist problemlos möglich, sofern alle mit einem Milo Communicator ausgestattet sind. Die Batterie hält bei starker Nutzung einen Tag und die Kommunikationskanäle sind verschlüsselt.

Must have?

Davon abgesehen das das Gerät noch nicht verkauft wird, Erfahrungsberichte demnach nur von einigen Ausgewählten Personen existieren, ist auch zum Preis des Gagdets noch nichts bekannt. Den Herstellern zufolge ist er dennoch ein Muss, zur drahtlosen Vernetzung bei actionreichen Outdooraktivitäten.

 

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62/2021: WYE

Holz gilt als ewiger Rohstoff, ist in einer schnelllebigen Zeit dennoch endlich. Das Oberbayerische Startup „WYE“ stellt Möbel aus Holznebenprodukten her, die nicht nur stylisch sondern auch recyclebar sind.

Patentiertes System

Die WYE Gründer entwickelten zur Herstellung recyclebarer Möbelstücke den robusten Werkstoff Neolign®. Bestehend aus Holzspänen die in der industriellen Möbelproduktion anfallen, Polymeren und speziellen Farbpasten wird aus diesem Werkstoff jedes Möbelstück des Unternehmens hergestellt. Die Kombination aus den genannten Stoffen macht das Material witterungsbeständig und robust. Die Durchdringung des Holz- und Polymere Gemischs mit der Farbpaste bewirkt, dass das Möbelstück nach langjähriger Nutzung fachgerecht abgeschliffen werden kann und im Grunde wie neu aussieht. Das Startup plant in Zukunft auch andere Wohngegenstände aus Neolign® herzustellen, wie die neuen Küchentabletts. Die Möbelstücke können bei ausgewählten Händlern, oder Online erworben werden.

Rohstoffkreislauf

Was macht Möbel aus Neolign® noch aus? Das Eigenheim wird renoviert, Möbel passen nicht mehr zum neuen Einrichtungsstil oder beim Umzug kann nicht jedes Möbelstück mitgenommen werden. Um diesen schnelllebigen Trends entgegen zu wirken und das Aussortieren von Möbeln umweltfreundlicher zu gestalten, bietet WYE seinen Kunden an, das gekaufte WYE Möbel zurückzunehmen, wenn es nicht mehr gewollt ist. Der Kunde erhält eine Gutschrift welche er zum Neukauf einsetzen kann. WYE wiederum verarbeitet das gebrauchte Möbelstück zu Neolign® Granulat und stellt daraus ein neues Stück her. So kann der Werkstoff über Jahrzehnte verwendet werden und eine Art natürlicher Kreislauf entsteht. Die Umwelt wird in vielerlei Hinsicht geschützt, beispielsweise durch die Einsparung von CO² oder die Verwendung von existierenden Nebenprodukten. Bei der Herstellung des innovativen Werkstoffes wird auf den Zusatz von Weichmachern, PVC und Formaldehyd verzichtet.

Kein Haken?

Innovation hat ihren Preis, so auch die Möbel von WYE. Nun muss bei Möbeldesign jeder Verbraucher selbst entscheiden ob Design und Kosten in die eigenen vier Wände passen. Zumindest der Umweltgedanke verursacht kein schlechtes Gewissen.

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61/2021: Klimaneutrales Kerosin

Der CO² Ausstoß durch den deutschen Flugverkehr lag in den letzten 20 Jahren bei 16,3 Milliarden Tonnen. Die angestrebte Klimaneutralität des Landes bis 2045 verlangt ein Umdenken, auch in der Flugindustrie. Klimaneutrales Kerosin soll Abhilfe schaffen.

Weltweit neuartig

In Werlte im Emsland wurde am 04.10.2021 die weltweit erste Produktionsanlage für „Grünes Kerosin“ eröffnet, betrieben von der Klimaorganisation Atmosfair. Ab 2022 soll die Versuchsanlage den Betrieb aufnehmen und klimaneutralen Flugzeugtreibstoff produzieren. Ausschlaggebend für wirklich „grünes“ Kerosin ist es, dass jeder Bestandteil der Produktion durch erneuerbare Energien hergestellt wird. Kerosin wird in der Massenproduktion aus Erdöl gewonnen. Klimaneutrales Kerosin besteht aus Wasser und Strom, welcher aus umliegenden Windkraftanlagen bezogen wird. Mittels Elektrolyse wird dem Wasser der Wasserstoff entzogen und durch Zusatz von CO² entsteht synthetischer Flüssigtreibstoff. Das CO² wird als Abfallprodukt aus Biogasanlagen gewonnen oder aus der Luft gefiltert. Der Treibstoff wird auch „Power-to-liquid“ (Ptl) Treibstoff genannt, was bedeutet, dass aus elektrischer Energie Flüssigtreibstoff wird.

Lufthansa macht den Anfang

Als vorerst einziger Abnehmer hat sich die Lufthansa auf 5 Jahre vertraglich verpflichtet, jedes Jahr mindestens 25.000 Liter des Treibstoffes einzukaufen.
Schon in der Vergangenheit hat die Lufthansa den Kerosinbestand durch biogene Treibstoffe, gewonnen aus Abfällen oder alten Speiseölen, ergänzt.
Die Anlage in Werlte ist ab 2022 in der Lage, etwa eine Tonne Rohkerosin zu erzeugen, ab 2026 muss in Deutschland jedoch 0,5% des genutzten Treibstoffes Ptl Treibstoff sein, was ca. 50.000 Tonnen jährlich entspricht. Der Bau weiterer Anlagen bzw. der Ausbau des Produktionsvolumens muss in den nächsten 4 Jahren also enorm ansteigen, um dieses Ziel zu erreichen.
Etwas vereinfacht ausgedrückt: Ein einfacher Transatlantik-Flug von Frankfurt nach New York in einem A380, verbraucht etwa 115 Tonnen Kerosin. Die Anlage in Werlte müsste dafür bis Mitte Juni 2022 jeden Tag die Maximale Kapazität produzieren, um diesen Flug vollständig mit Kerosin zu versorgen.
Die Planung sieht daher vor, soviel wie möglich des herkömmlichen Kerosins durch das Synthetische Kerosin zu ersetzen. Bis 2030 müssen laut Bundesumweltministerium 200.000 Liter des jährlichen Kerosinverbrauchs aus Ptl Treibstoff bestehen, dies entspricht 2% des kompletten Kerosinbedarfs.

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60/2021 Tocsen: Sturzhelmsensor

Mountainbiken auf unwegsamem Gelände, ein Ausritt durch die Flur, eine frühmorgentliche Abfahrt im Schneewunderland – oftmals ist man bei solchen Freizeitaktivitäten alleine unterwegs, gut gerüstet mit Helm. Doch was geschieht im Falle eines Unfalls? Mit Tocsen, dem Sturzhelmsensor, ist man nie alleine unterwegs.

Der Hintergrund

Die Gründer von Tocsen waren sich nach einem lebensbedrohlichen Mountainbikesturzes eines Freundes einig: Die zufällige Hilfe die ihr Freund von Wanderern erhalten hat, könnte auch anderen Unfallopfern das Leben retten. Doch wie kann ein, oftmals bewusstloser oder bewegungsunfähiger Mountainbiker, Reiter oder Wintersportler auf sich aufmerksam machen? Sie erfanden den Tocsen Sensor.

Funktionsweise

Zweck des Sensors ist es, den Aufprall des Helmes auf Untergrund zu erkennen und einen Notruf abzusetzen. In Kombination mit einer App kann auf die Tocsen Community und speziell festgelegte Notfallkontakte zurück gegriffen werden. Erkennt der Sensor die Heftigkeit eines Aufpralls, erfragt die App zunächst ob es dem Helmträger gut geht. Sollte der Helm also beispielsweise versehentlich herunterfallen, geben sowohl Sensor als auch App akustische Signale ab, die eine Reaktion erfordern. Reagiert die Person nicht, wird die Tocsen Rettungskette aktiviert. Es werden sowohl die hinterlegten Notfallkontakte per SMS alamiert, als auch mögliche Tocsen App Besitzer die in der Nähe sind. Die App sendet dabei Informationen wie Alter, Geschlecht und Name mit, sowie die GPS Koordinaten des Unfallortes. Selbst bei schlechtem Netz ist die Absetzung des Notrufs möglich.

Rahmendaten

Der Tocsen Sensor kann als kleines Gagdet nachgekauft werden. Er kann mit einer Klebefläche auf dem vorhandenen Helm angebracht werden. Dabei ist es egal um welche Art von Helm es sich handelt, solange eine etwa 3cm breite, glatte Fläche vorhanden ist. Außerdem bieten die Hersteller Alpina und Uvex bereits eine Tocsen Helmreihe an, die den Tocsen Sensor integriert hat. Der Akku kann wiederaufgeladen werden und hält bei normaler Nutzung etwa 3 Monate. Das Gerät ist wasserdicht und kann im Wasser genutzt werden.

 

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59/2021 INVIRTO: Virtuelle Therpapie

Virtuelle Therapie in Zeiten der Digitalisierung. Mit  Hilfe der App INVIRTO soll es möglich sein,  Angststörungen zu therapieren um das Leben und Alltägliche Situationen Angstfrei meistern zu können. 

Was steckt dahinter?

Angststörungen, Panikattacken oder Platzangst schränken etwa 12 Millionen Deutsche Bürger in ihrem Alltäglichen Leben ein. Viele von ihnen befinden sich jedoch nicht in Behandlung, entweder aus Angst vor der öffentlichen Meinung oder Mangel an verfügbaren Therapeuten. Die App INVIRTO wurde vom deutschen Start-up Sympatient entwickelt um Menschen zu Helfen die unter Angststörungen leiden. Wird man Nutzer, erhält man Zugang zur App über das Smartphone und bekommt anschließend per Post Infomaterial und eine VR-Brille. Diese Brille ist wichtiger Bestandteil der Therapie. Zunächst macht der Patient über einen Fragebogen Angaben zu sich selbst, anschließend folgt ein Diagnosegespräch mit einem der approbierten Therapeuten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Nun folgt der Versand des Materials und die Zugangsdaten zur App. Nun absolviert der Patient in über 12 Stunden das Kursprogramm, bestehend aus Step-by-Step Übungen, Videoanrufen mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin, Videos in welchen die individuellen Angstsituationen simuliert und deren Überwindung zu trainieren. Check-ups bieten Sicherheit und werden von approbierten Therapeuten durchgeführt.

Erfolgsrezept?

INVIRTO ist ein Medizinprodukt welches in Zusammenarbeit mit dem Lübecker Universitätsklinikum und Neurowissenschaftlern entwickelt wurde. Es ist als Medizin Produkt zertifiziert und muss vom behandelnden Psychotherapeuten per Rezept verschrieben werden.  Von einigen Krankenkassen wird die Therapie über INVIRTO übernommen. Voraussetzung zur Nutzung ist eine diagnostizierte Agoraphobie mit oder ohne Panikstörung, Panikstörung oder sozialen Phobie. Außerdem muss man das 18. Lebensjahr erreicht haben.

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58/2021 ITER: Baukasten „künstliche Sonne“

Energieprobleme gelöst – durch eine künstliche Sonne. Ein Projekt das vor 35 Jahren begann, soll die Menschheit mit sauberer und unendlicher Energie versorgen. Machbar soll das durch den Internationalen Thermonuklearen Experimentellen Reaktor, kurz ITER, sein. Ein international finanziertes Projekt, dass 2025 seinen Abschluss finden soll.

Ingenieurskunst, Physik und harte Arbeit

Der ITER dient zunächst als Grundlagenforschung, um den Beweis zu erbringen das es möglich ist, die Verschmelzung der Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium zu Helium durchzuführen und durch diesen Vorgang saubere Energie zu gewinnen. Dies ist derselbe Vorgang durch welchen unsere Sonne ihre enorme Energie generiert. Die Isotope Deuterium und Tritium sind als Rohstoffe unendlich gewinnbar. Der Reaktorkern wird mit Hilfe von Mikrowellenöfen auf mehrere Millionen Grad Celsius erhitzt, es entsteht ein Plasma, dass sich entzündet sobald Deuterium und Tritium zugeführt werden. Die Kernschmelze beginnt und erzeugt im Idealfall genug Energie um die selbstständige Produktion von weiterem Plasma aufrechtzuerhalten. Werden dann weiterhin Deuterium und Tritium zugegeben bleibt dieser Kreislauf über gewisse Zeit selbstständig bestehen. Von Vorteil ist bei dieser Art der Energiegewinnung, dass weder Abfallprodukten entstehen, wie bei der Kernspaltung, noch die Gefahr einer Kettenreaktion besteht sollte der Brennstoff ausgehen. Alleine der Bau der ITER Anlage dauert bist Dato 10 Jahre und wird noch weitere 3-4 Jahre in Anspruch nehmen. Der eigentliche Reaktor plus die umliegenden Gebäude werden auf einem 42 Hektar Großen Gelände errichtet und umfassen 7 Gebäude. Umgesetzt wird der Bau von etwa 1600 Arbeitern, 400 Ingenieuren und Projektmanagern aus den 30 beteiligten Ländern.

Wie ist das überhaupt möglich?

Geplant ursprünglich als Ost-West Projekt zwischen den USA und der Sowjetunion wird die Anlage in Cadarache, Frankreich gebaut. Neben Russland und Amerika sind unter anderem die Europäische Union, China, Indien, Japan und Südkorea beteiligt. Insgesamt 30 Projektpartner leisten ihren Beitrag indem sie technische Komponenten und Ingenieur- und Forschungsleistung beisteuern.

Was kann schief gehen?

Geld spielt bei solchen Mammutprojekten eine entscheidende Rolle. 90% der Kosten werden durch gestellte Sachleistungen oder Mitarbeiter gestemmt. Jedoch ist der geplante Kostenrahmen schon längst gesprengt. Ursprünglich waren Kosten von etwa 5 Milliarden Euro angepeilt, inzwischen ist dieser Betrag auf sein Vierfaches angestiegen. Tendenz steigend. Kritiker sind der Meinung das diese Summen besser in erneuerbare Energien investiert werden sollten, statt in unzeitgemäße Großprojekte. Dem entgegen steht der wachsende Energiebedarf der Menschheit, die wohl immer auch auf Großanlagen angewiesen sein wird, um diesen Bedarf zu decken. Ebenso problematisch ist aus physikalischer Sicht nach wie vor die Frage, wie das extrem heiße Endmaterial Helium sicher abgeführt und neues Brennmaterial im selben Zug dem Reaktor zugeführt werden kann.

Bleiben die Partner dem Projekt weiterhin treu und werden weitere Schwierigkeiten in Zukunft gelöst, könnte dies die Lösung für alle Energieprobleme bedeuten.

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57/2021: Mammuts vs. Klimawandel

Den Klimawandel zu hemmen haben sich viele Unternehmen und Projekte zur Aufgabe gemacht. Das US-Startup Colossal möchte seinen Beitrag leisten, indem es das bereits ausgestorbene Wollhaarmammut wieder auferstehen lässt. Dieses ehrgeizige Ziel soll in den nächsten 3-5 Jahren verwirklicht werden.

Das Mammut – Kein neues Zootier

Entgegen den Vermutungen, man würde das Mammut alleine wegen der daraus resultierenden Attraktion wieder zum Leben erwecken wollen, stehen hinter dem Vorhaben höhere Ziele. Die Neuzüchtung eines Mammuthybriden soll helfen, den Klimawandel zu verlangsamen. Zu diesem Zweck sollen einem Elefantenembryonen DNA Bestandteile eines Mammuts „geimpft“ werden, welche dann die markanten Merkmale der ausgestorbenen Tiere ausbilden. 2013 hatten Forscher auf russischem Boden entsprechendes Genmaterial in Form eines Mammut Kadavers entdeckt. Vor etwa 10.000 Jahren wanderten die riesigen Tiere durch die arktischen Gefilde dieses Planeten. Sie und andere Tierpopulationen haben vor Jahrhunderten dafür gesorgt, dass sich die Permafrostböden Sibiriens nicht erwärmen konnten. Sie legten durch abgrasen und entwurzeln der Bäume den Boden frei, sodass dieser im Winter den kalten Temperaturen ausgesetzt war. Permafrostböden weltweit sorgen für Stabilität. In den weiten Ebenen Sibiriens würden sich bei zunehmender Erwärmung des Bodens Sümpfe bilden, die womöglich größere Mengen Methangas freisetzen würden. Dies könnte die Erderwärmung noch beschleunigen. Die Besiedlung eines sibirischen Nationalparks mit größeren Populationen des Wisents, Yaks, Jakuten-Pferdes, Rentiers und Moschusochsen zeigt bereits erste Erfolge den Permafrostboden zu erhalten. Hier sollen die Mammut Hybriden ein erstes Zuhause finden.

Kritik und Ausblick

Dass das Mammut eine Gefahr für den Menschen darstellen könnte, hat der russische Forscher Nikita Simow ausgeschlossen, ihm untersteht der Nationalpark in Sibirien in welchem die Hybriden angesiedelt werden sollen. Simow sagt jedoch auch, das die Erwartungen in das Projekt nicht zu hoch angesetzt werden sollten. Die Chance auf einen direkten Erfolg hält er für gering. Weiterhin gibt der Permafrost-Experte Guido Grosse zu bedenken, dass eine extrem große Fläche von extrem vielen Tieren bevölkert werden muss, um den Effekt auf den Boden schnell genug zu erreichen, damit das Erwärmen der Permafrostböden aufgehalten wird.

Aller Kritik zum Trotz will Colossal das Projekt weiter voran treiben und zusätzlich auf andere Tier und Pflanzenspezies ausweiten. So sollen auch andere, ausgestorbene, für das Ökosystem wichtige Spezies wiederbelebt und für die Nachwelt konserviert werden.

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56/2021 Flugtaxis: Zu abgehoben oder massentauglich?

Verkehrsunfälle, Staus und Sonntagsfahrer – Dinge die den Stresspegel vieler Autofahrer in die Höhe treiben. In Zukunft soll die kommerzielle Nutzung des Luftraums für Entspannung sorgen, hauptsächlich im innerstädtischen Raum. Zahlreiche, weltweite Projekte arbeiten an der Entwicklung der fliegenden Taxis. Optisch erinnern diese an einen Mix aus Drohne, Auto und Helikopter und sollen neben der Entlastung der Verkehrslage auch leiser, kleiner und umweltfreundlicher sein.

Der Entwicklungsprozess

Flugtaxis sind schneller als Autos, sollen überlastete Verkehrsrouten entspannen, als Bindeglied zwischen Bahnhöfen und Flughäfen dienen und als Transportmittel in Notfällen oder besonderen
Ereignissen fungieren. Der Einsatz der Lufttaxis kann dabei zwischen einer Reichweite von 15-250km variieren, je nach Einsatzart und Ort. Unterschiedliche technische Komponenten und Prototypen wurden bereits erfolgreich getestet. Besonders die schnellen Fortschritte in Sachen Batterien und Leichtbau-Materialien, lassen die Zukunft der Flugtaxis in greifbarere Nähe rücken. An einigen Technologien muss noch gefeilt werden, bis diese ernsthaft zur Anwendung kommen können. Andere sind jedoch in ihrem Fortschritt sehr weit herangereift. Konkrete Pläne zur Nutzung der Flugtaxis liegen ebenfalls bereits vor. In Metropolen wie Singapur oder Dubai ist der Einsatz in näherer Zukunft umsetzbar. 2019 wurde auch in Deutschland die Planung eines dahingehenden Vorhabens begonnen. Die Leitung des Frankfurter Flughafens arbeitet mit dem deutschen Flugtaxi Hersteller Volocopter zusammen, um den Flughafenbetrieb um die Flugtaxis zu bereichern.

Zukunftsprognosen

Im Jahr 2035 sollen bereits 23.000 fliegende Taxis in Gebrauch sein, bis 2050 sogar 160.000 Stück. Jedoch werden diese Einschätzungen von kritischen Stimmen getrübt, welche die Errichtung der
nötigen Infrastruktur, die zu langsame Entwicklung der Batteriekapazität sowie die Notwendigkeit extrem leistungsstarker Motoren zur Voraussetzung machen. Auf Grund dieser Hürden wird der Anteil der Lufttaxis auf dem globalen Mobilitätsmarkt bis 2035 auf geringe 0,3% geschätzt. Verbrauchermeinungen gehen laut unterschiedlichen Studien stark auseinander. Eine 2019 durchgeführte Studie wurde anlässlich des ersten öffentlichen Fluges eines Volocopter-Flugtaxis durchgeführt und zeigte das etwa zwei drittel der Befragten ein Flugtaxi nutzen würden. Besonders die Zeitersparnis und der Spaß an der Nutzung wogen am Schwersten. Eine Studie aus dem Jahr 2020 zeigte hingegen, dass über die Hälfte der Deutschen kein Interesse an der Nutzung von Lufttaxis hat. Einzig der Einsatz bei medizinischen Notfällen bildete eine Ausnahme. Entscheidend für die verbrauchertaugliche Zukunft von Lufttaxis ist es, die Zweifel an mangelnder Sicherheit und versagender Technik auszuräumen.

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55/2021 Verpackungen aus Cellulose

In unserer Gesellschaft ist der immer weiter ansteigende Plastikmüll ein großes Problem für den Klimawandel. Viele Lebensmittel werden in Plastik verpackt im Supermarkt angeboten oder auch im eigenen Haushalt werden angefangene Lebensmittel oder Essensreste mit Frischhaltefolie verpackt. Mit der Erfindung von Verpackungen aus Cellulose können nun endlich viele Mengen an Plastik eingespart werden und die Umwelt geschützt werden.

Problematik

Die transparenten Folien zur Verpackung von Lebensmitteln werden aus Erdöl hergestellt, eine knappe, umweltbedrohende Ressource. Außerdem kann Plastik niemals komplett zersetzt werden. Es zerfällt zwar in Mikro- und nach langer Zeit in Nanoplastik, jedoch bleibt es mehr als 500 Jahre in unserer Umwelt bestehen. Trotz der Gefahr, die Plastik für unsere Umwelt birgt, produziert jeder Deutsch im Jahr ca. 120 kg Plastikmüll. Der ganze Müll verunreinigt nicht nur Landschaften, Gewässer und Böden, sondern auch uns selbst. Die Kunststoffproduktion hat sich weltweit in den Jahren von 1960 bis 2015 verzwanzigfacht, weshalb dringend dagegen vorgegangen werden muss.

Innovation

Es gibt zwar schon umweltfreundlichere Alternativen wie Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC) – Cellulose aus Holz- und Pflanzenfasern.  Das Problem hierbei ist, dass das Material sehr schnell reißt. Außerdem ist das Material nicht dicht genug und lässt somit Wasserdampf durch. Das führt dazu, dass die verpackten Produkte austrocknen. Die Lösung ist, dass die durchlässigen Stellen mit HPMC gefüllt werden können. Das sind Nanofasern aus Bakteriencellulose. Durch die Kombination von Cellulose aus Holz- und Pflanzenafsern mit Nanofasern aus Bakteriencellulose, kann die umweltfreundliche Alufolie die klassische Plastikfolie genauso effektiv ersetzen. Der Vorteil von Folien aus Cellulose ist, dass sie einfach kompostierbar sind und die Umwelt somit nicht belasten. Bislang hat sich die biobasierte Verpackung noch nicht durchgesetzt und macht damit nur einen geringen Anteil am gesamten Markt aus. Um die Umorientierung hin zu kompostierbaren Verpackungen zu erreichen, müssen die vielen Möglichkeiten, die es gibt nachhaltige Verpackungen zu produzieren wahrgenommen werden. Denn nur so können wir es schaffen in naher Zukunft unsere Erde vor dem ganzen Plastikmüll zu schützen.

Interessierte können sich hier genauer informieren.

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