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Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

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73/2022: Paraled beschleunigt Pflanzenwachstum durch LED-Licht

Pflanzen betreiben Photosynthese, welches der wichtigste biochemische Prozess der Erde ist. Durch Photosynthese wächst die Biomasse der Pflanze, welche wiederum anderen Lebewesen als Nahrung dient. Zusätzlich entsteht dabei auch Sauerstoff, ohne den es weder Menschen noch Tiere gäbe. Zur Photosynthese braucht die Pflanze Sonnenlicht. Das Startup Paraled nutzt LED-Beleuchtung, um den Pflanzen das optimale Maß an Licht zu bieten.

Während der Photosynthese nimmt die Pflanze Wasser und Kohlenstoffdioxid aus ihrer Umgebung auf, mithilfe von Sonnenlicht werden dann Glucose und Sauerstoff hergestellt. Allerdings scheint die Sonne nicht durchgehend, es gibt Tage mit schlechtem Wetter und nachts, wenn es dunkel ist, liegt die Photosynthese still. Außerdem haben unterschiedliche Pflanzen je nach Art und Wachstumsphase individuelle Bedürfnisse. Was wäre, wenn man die Beleuchtung steuern könnte?

Licht nach Maß mit Paraled

Paraled hat ein Beleuchtungssystem für Landwirte entwickelt, bei dem durch kontrollierte LED-Beleuchtung der Pflanzen das Wachstum beschleunigt und eine bessere Qualität der Erträge erreicht wird. Eine ganzjährige Produktion ist dann möglich. Mittels der Software kann die zusätzliche Menge an Licht zum Sonnenlicht gesteuert werden, die die jeweilige Pflanze im jeweiligen Wachstumsstadium benötigt.

Die Pflanzenwissenschaftler von Paraled erstellen auf Basis dieses Wissens und mithilfe von Laboranalysen spezielle Lichtrezepte. Diese können durch das Internet der Dinge, kollaborativem Lernen und den intelligenten, hocheffizienten Beleuchtungssystemen aus der Ferne gesteuert werden.

Für Landwirte gibt es zwei Abonnent-Optionen, die unter anderem den Zugang zur Software, der Sammlung mit den Lichtrezepten, die Vermietung und Wartung der Lampen und Beratung durch das Wissenschaftlerteam beinhalten.

Auswirkungen der gezielten Lichtsteuerung

Nicht nur das Wachstum, sondern auch Geschmack und Inhaltsstoffe lassen sich durch den gezielten Einsatz der Paraled LED-Beleuchtung beeinflussen. So bestimmt rotes Licht beispielsweise das Wachstum der Pflanze, wohingegen zu viel blaues Licht den Vitamingehalt und andere gesunde Inhaltsstoffe begünstigt. Die Pflanze wird dadurch allerdings kleiner.

Laut Paramed kann die Produktion um bis zu 80 Prozent gesteigert und der Produktionszyklus um rund 35 Prozent verkürzt werden. Hinzu kommt die Einsparung von Wasser und der verringerte Energieverbrauch durch den Einsatz von LED-Lampen.

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72/2022: Cartilago SleepWell Kopfhörer sollen beim Schlafen helfen

Eine von 20 Personen leidet aufgrund von Lärm an Schlafproblemen. Dabei ist ein guter Schlaf essentiell für die Gesundheit, er reduziert erwiesenermaßen Stress, unterstützt die Regeneration und steigert die Leistungsfähigkeit. Doch was tun, wenn der Partner schläft, die Nachbarn oder der Verkehr zu laut sind? Die SleepWell Kopfhörer vom Startup Cartilago sollen die Lösung sein.

Es gibt pflanzliche Mittel, die beim Einschlafen helfen sollen und Tipps und Tricks, wie man generell besser schlafen kann, zum Beispiel durch die richtige Raumtemperatur oder den Verzicht von Koffein am Abend. Das hilft jedoch alles nichts, wenn zu laute Geräusche am (Ein-)Schlafen hindern. Dagegen hat Cartilago spezielle Schlafkopfhörer entwickelt.

Die Cartilago SleepWell-Kopfhörer mit ANC

Es gibt bereits Musikkopfhörer mit Active-Noise-Cancelling-Funktion (ANC). ANC steht für aktive Geräuschunterdrückung, dadurch verstummen unerwünschte Hintergrundgeräusche während des Musikhörens. Die Kopfhörer von Cartilago machen sich diese Technologie zu Nutze. Durch Antischall wird der störende Lärm unterdrückt. Den Schall kann man sich wie Wellen vorstellen, die Welle geht nach oben und unten, der Antischall genau andersherum. Wenn beide Wellen aufeinander treffen, entsteht der gewünschte Effekt – absolute Ruhe. Diese soll dem Träger einen erholten Schlaf ermöglichen.

Die kleinen Kopfhörer sind so konzipiert, dass ein Mikrofon störende Laute aufnimmt, ein Prozessor den notwendigen Antischall erzeugt und zusätzlich Batterien darin Platz finden. Verbunden sind sie über ein Band, das im Nacken liegt.

Wichtig bei den SleepWell Kopfhörern ist natürlich die erogonmische Formgebung. Sie sind besonders klein, da die Technik in dem Nackenband liegt, wodurch sich Platz einsparen lässt und die Kopfhörer auch in der Seitenlage nicht stören sollen.

Erste Prototypen

Um die Cartilago SleepWell-Kopfhörer so bequem wie möglich zu gestalten, wurden Probanden gebeten, diese auf ihren Tragekomfort hin zu testen. Das Ergebnis sind zehn Prototypen, die mithilfe eines 3D-Druckers angefertigt wurden. Entwicklung und Produktion finden in Kempten im Allgäu statt. 2023 sollen die ANC-Kopfhörer zum Verkauf angeboten werden.

71/2022: Patronus-Uhr gibt Senioren Sicherheit

Wenn die Eltern oder Großeltern älter werden, macht man sich als (Enkel-)Kind nicht selten Sorgen. Die Angst, dass sie gestürzt sein könnten oder dass ein anderes plötzliches gesundheitliches Problem auftritt, ist ein ständiger Begleiter. Patronus gibt ihnen und einem selbst als Angehöriger ein Gefühl von Sicherheit.

Ein Sturz kann sich für Ältere zu einer lebensgefährlichen Situation entwickeln, wenn diese stundenlang unbemerkt auf dem Boden liegen. Aber auch bei plötzlichen gesundheitlichen Beschwerden muss schnell reagiert werden. Für solche Situationen gibt es den Hausnotruf, der allerdings zu selten getragen wird. Aus diesem Grund wurde Patronus entwickelt.

Die Schwierigkeiten mit dem Hausnotruf

Senioren müssen nicht gleich ihre Selbstständigkeit im Alter aufgeben oder in eine Betreuungseinrichtung ziehen, weil die Gefahr eines medizinischen Notfalls im Alter steigt. Mit einem Hausnotrufsystem können sie weiterhin zu Hause wohnen bleiben und im Ernstfall per Knopfdruck die Notrufzentrale kontaktieren, die je nach Situation Verwandte, Bekannte oder den Rettungsdienst informiert. In vielen Fällen ist dieser allerdings als sehr auffälliger, roter Knopf gestaltet, der als Kette oder Armband getragen werden muss. Menschen erscheinen dadurch auf den ersten Blick als hilfsbedürftig – genau das wollen diese aber natürlich nicht.

Hinzu kommt, dass der Hausnotruf nur in den eigenen vier Wänden funktioniert – und dort auch nur bedingt. Der wasserdichte Funksender ist mit der Basisstation verbunden. Über diese laufen Mikrofon, Laut- und Freisprechanlage. Es können natürlich aber auch Unfälle im Keller, Garten oder woanders passieren. Folglich legen die Senioren den Hausnotruf ab und können im Notfall niemanden mehr kontaktieren.

Patronus als mobile Notruf-Uhr

Das Startup Patronus hat eine smartwatchähnliche Notruf-Uhr entwickelt. Diese funktioniert dank integrierter SIM-Karte auch unterwegs und ist Sender und Basisstation in einem. Damit bietet sie den Senioren, die aktiv bleiben wollen, ein hohes Maß an Sicherheit und Selbstständigkeit. Da die Uhr so designed ist, dass sie nicht als Notrufsystem zu erkennen ist, erledigt sich auch die Angst davor, als hilfsbedürftig wahrgenommen zu werden. Der Prozess ist der gleiche wie beim Hausnotruf: Per Doppelklick an der Patronus-Uhr wird der Notruf abgesetzt, das Fachpersonal der 24/7 Notrufzentrale schätzt die Lage ein und alarmiert gegebenenfalls die Rettungskräfte und die Angehörigen.

Falls ein Pflegegrad vorliegt und weitere Voraussetzungen erfüllt sind, übernimmt die Pflegekasse anteilig das Nutzungsentgelt der Patronus-Uhr, wobei Patronus Unterstützung bei den entsprechenden Dokumenten bietet.

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70/2022: Artiphon Orba 2 als Musikinstrument für jedermann

Der Artiphon Orba 2 soll das technologische Musikinstrument für die breite Masse werden. Doch wie funktioniert diese kuriose Erfindung, die auf den ersten Blick eher einer Eieruhr ähnelt?

Artiphon wurde 2011 in Nashville von Mike Butera – Musiker, Soziologe, Ph.D.  in Sound Studies – entwickelt. Seine Mission: das Musikinstrument als intelligentes, vernetzbares Gerät neu zu erfinden, das die alltägliche Kreativität mit Technologie ergänzt. Der Erfinder beschreibt seine Idee folgendermaßen:  „Damit Millionen neuer Menschen mit dem Musizieren beginnen konnten, musste die Barriere zwischen Musiker und Nicht-Musiker fallen. Also begann das Startup aus Nashville mit der Entwicklung hochgradig intuitiver, intelligenter Instrumente, physisch und virtuell, die von jedem sofort gespielt werden konnten.“

Was ist der Artiphon Orba 2?

Der Orba ist Looper/Sequenzer, MIDI-Controller und Synthesizer in einem praktischen Gerät. Ein Synthesizer hingegen besteht aus vier Motoren (Schlagzeug, Bass, Streicher und Lead). Mit der Sequencer-Funktion können Sie Ihre Multitracks im Overdub-Modus importieren. ORBA 2 kann über acht berührungsempfindliche Tasten und durch Bewegen des Geräts selbst gespielt werden.

Man kann zum Beispiel Vibrato auslösen, indem man das Pad reibt, Saiten mehr Sounds hinzufügen, indem man die Kontaktfläche des Fingers vergrößert, einen Modwheel-Effekt erzeugen, indem man den ORBA 2 neigt, oder Sounds und Effekte modulieren, indem man sich im Raum bewegt.

Die technischen Dimensionen

Der ORBA 2 sieht auf den ersten Blick aus wie eine mattschwarze Eieruhr: Eine Halbkugel, etwa acht Zentimeter im Durchmesser, fünf Zentimeter hoch und 160 Gramm schwer. An den Seiten drei kleine Lautsprecher, im (gummierten) Boden befindet sich ein weiterer. Auf der Oberseite integriert sind acht kleine Pads  beschriftet mit „1 Drums“, „2 Bass“, „3 Chord“, „4 Lead“, „5 Play/Pause“, „6 Rec“, „7 BPM“ und „8 Oct“. Der 1250 mAh Li-Po Akku soll dabei für vier Stunden reichen.

Die Bedienung kann dann aber doch etwas kompliziert sein. Womit Artiphon dann irgendwie zwischen den Stühlen sitzt: Für Musiker bietet der Artiphon ORBA 2 zu wenig (keine Einzelbelegung der Pads, begrenztes Ton- und Akkordangebot, fixe 16tel Quantisierung, keine Loop-Editierung), für Laien ist der ORBA 2 nicht intuitiv genug in der Bedienung.

 

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69/2022: FINN bietet Abos für Autos

Schuhe im Netz zu bestellen geht schnell und einfach, ebenso erfolgt deren Lieferung. Eine Sache, bei der das nicht so einfach funktioniert, sind Autos. Ein Autokauf- oder Leasing ist eine große Entscheidung, die teilweise mit viel Recherche und Papierkram verbunden ist. Diesen Prozess zu vereinfachen und ebenso simpel zu gestalten wie den Online-Schuhkauf hat sich der Gründer von FINN vorgenommen.

Der Traum vom neuen Auto ist derzeit mit einer langen Wartezeit verbunden. Die Auslieferungszeiten liegen bei bis zu anderthalb Jahren, weshalb Abo-Modelle im Trend sind und ein hohes Maß an Flexibilität bieten. Das Startup FINN als einer der ersten Anbieter von Autoabos bedient genau dieses Bedürfnis.

Das FINN Auto-Abo

Das Unternehmen ist markenunabhängig und bietet rund 40 Modelle von 25 Automarken an wie beispielsweise von BMW, Audi, Tesla oder Volkswagen. Aus diesem Sortiment wählt man im digitalen Bestellprozess das gewünschte Modell, die jeweilige Abolaufzeit und, falls gewollt, zusätzliche Kilometerpakete. Jeder Vertrag enthält pro Modell 1000 Freikilometer pro Monat. Der gesamte Vorgang dauert nur bis zu zehn Minuten. Das Auto wird innerhalb weniger Wochen kostenlos bis an die Haustür geliefert und ist sofort einsatzbereit.

Vorteile beim Auto-Abo

Ein Auto-Abo bietet den Vorteil, dass man das gemietete Auto nur so lange fährt wie man möchte – ohne Verpflichtungen und langfristige Vertragsbindung. Bei Leasing-Anbietern oder Langzeitmieten gibt es einen festen, langfristigen Vertrag, der den Abonnent teilweise bis zu fünf Jahren an das Auto bindet. Möchte man flexibel sein, das eigene Auto auch an die jeweilige Lebenssituation anpassen können, dann empfiehlt sich ein Auto-Abo. Bei FINN machen das die Vertragslaufzeiten ab bereits einem Monat möglich. Nach Ende der Laufzeit wird entweder gekündigt oder auf ein neues FINN-Modell umgestiegen.

Zusätzlich übernimmt der Auto-Abo Anbieter die gesamte Bürokratie, der Abonnent hat keinerlei Mehraufwand. So beinhaltet das Rundum-Sorglos-Paket bei FINN unter anderem die Kfz-Steuer, Zulassung des Fahrzeugs, eine Vollkasko-Versicherung, routinemäßige Wartung des Wagens, saisonale Bereifung und eine 24/7 Pannenhilfe.

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68/2022: Airly liefert Daten für bessere Luftqualität

99 Prozent der Menschen weltweit atmen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unsaubere Luft. Die Folgen von Luftverschmutzung sind ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs, Schlaganfall, Demenz und Atemwegserkrankungen, wobei Kinder besonders gefährdet sind. Das Unternehmen Airly möchte dabei helfen, die Luftqualität zu verbessern.

Smog, Feinstaub, zu viele Schafstoffe, all das steckt in der Luft, die wir täglich einatmen. Wenn man diesen ständig ausgesetzt ist, kann das langfristig gesundheitliche Folgen haben. Luftverschmutzung gilt als die weltweit größte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit, weshalb die WHO die Grenze für Schadstoffe in der Luft sogar verschärft hat. Die Regierungen tragen die Verantwortung dafür, für saubere Luft zu sorgen. Airly möchte sie dabei unterstützen.

Mit Daten für bessere Luftqualität

Das polnische Startup Airly setzt Echtzeit-Sensoren ein, um auf den Standort genau exakte Daten zur Luftqualität bestimmen zu können. Dadurch kann Airly seinen Kunden eine Reihe von Daten und Lösungen bereitstellen, wie einem Echtzeit-Dashboard, eine KI-gestützte Luftverschmutzungsprognose für den nächsten Tag oder einem Warnsystem, wenn Grenzwerte überschritten werden. Die Sensoren messen dabei die Feinstaubkonzentration und gasförmige Luftschadstoffe, mithilfe künstlicher Intelligenz können diese Daten angereichert und Prognosen entwickelt werden.

Die Kunden von Airly sind Regierungen, Unternehmen und lokale Gemeinschaften, die in über 40 Ländern vertreten sind. Mit den Daten von Airly können diese entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität entwickeln.

Woher kommt Luftverschmutzung?

Luftverschmutzung kann auf natürliche Weise entstehen oder vom Menschen verursacht werden. Natürlich vorkommende Quellen sind beispielsweise Bodenstaub, Vulkanausbrüche oder Waldbrände. Der Mensch erzeugt Luftschadstoffe durch die Herstellung von Strom, das Verkehrswesen, die Industrie sowie dem Heizen und Kochen mit Gas, Kohle, Holz und Holzkohle.

Fast drei Milliarden Menschen auf der Welt sind allerdings auf diese Brennstoffe angewiesen, da sie damit kochen, heizen und für Beleuchtung sorgen. Damit sind diese Menschen der Luftverschmutzung unmittelbar ausgesetzt. Gleichzeitig entsteht eine immer größer werdende Kluft zwischen den vermögenderen Ländern, die in eine bessere Luftqualität investieren können und denen, die keine ausreichenden finanziellen Mittel dafür haben.

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67/2022: Mylo stellt Leder aus Pilzen her

Pilze sind absolute Allrounder! Mal gibt es solche zum Essen, solche, die gut für die Gesundheit sind und wiederum andere aus denen zahlreiche Produkte hergestellt werden können. Und jetzt gibt es etwas namens Mylo, das seiner tierischen Konkurrenz in Zukunft ordentliche Konkurrenz machen könnte.

Wo es geht, sollte tierisches Leid reduziert werden. Wieso nicht also auch, wenn’s um Leder geht? Hierfür werden junge wie erwachsene Tiere immer noch geschlachtet, um mit ihnen tierisches Leder herzustellen. Noch dazu trägt tierisches Leder zur illegalen Waldrodung bei und noch viel schlimmer, es gibt keinerlei Textilsiegel. Sprich, das Leder lässt sich nicht bis zur Farm zurückverfolgen. Wer weiß, unter welchen Umständen das Tier, auf dem du vielleicht eben sitzt, gelebt oder geschlachtet wurde. Anders als bei deinem Apfel, wo du extra auf einen regionalen und biologischen Anbau achtest, weißt du dies sicherlich nicht. Und ja, es gibt da bereits eine Alternative, das Kunstleder. Aber: Schon mal gehört, dass dieses aus Erdöl besteht? Wie soll’s auch anders sein.. Nachhaltig, umweltfreundlich und tierlieb ist also beides so gar nicht. Es muss eine andere Alternative her und diese gibt es nun mit: Mylo.

Ein Pilz namens Mylo

Mylo ist eine vegane Alternative zu tierischem und künstlichem Leder. Und es ist natürlich, denn es besteht aus Myzel. Myzel ist ein natürlich vorkommendes, nachwachsendes und biologisch abbaubares Pilzgeflecht. Solch ein Geflecht erstreckt sich über riesige Flächen unter der Erde. Viele kleine Fäden bilden dabei ein gewaltiges unterirdisches Netzwerk. Entwickelt wurde das vegane Leder vom US-amerikanischen Biotechnologie-Unternehmen Bolt Threads. Im Labor schafften es die Wissenschaftler unter gleichen Bedingungen wie in der Natur mit Mulch, Luft und Wasser den Prozess des Wachstums eines solchen Myzels nachzuahmen. Dieser Herstellungsprozess benötigt lediglich ein paar Tage. Danach wird das Myzel geerntet, mit Wasser vermischt und püriert. Anschließend wird diese Masse in eine lederähnliche Struktur gepresst und getrocknet. Mylo kann auf diese Weise auf der ganzen Welt angebaut und verarbeitet werden, egal ob auf landwirtschaftlichen Flächen, in der Natur oder eben im Labor. Somit hat das vegane Leder nur wenige Auswirkungen auf unsere Umwelt.

Pilzleder-Revolution in der Modebranche?

Mylo sieht aus wie echtes Leder und fühlt sich auch so an. Gerade deshalb ist die Modebranche sehr an dieser Alternative interessiert. Bereits namhafte Designerlabel haben den Einsatz getestet, egal ob Klamotten oder Schuhe. Mylo könnte also absolut das Potential haben, die Modebranche zu revolutionieren. Aber nicht nur diese, denkbar wären weitere Branchen, wie die Möbel– oder auch Automobilherstellerbranche. Noch kann allerdings keine Aussage über die Langlebigkeit des veganen Leders getroffen werden, weshalb es hier noch einige Test durchlaufen muss, bevor der große Roll-Out stattfinden kann. Wir sind ganz gespannt, wie es hier weiter geht!

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66/2022: Revo Foods für pflanzliche Meeresfrüchte-Alternativen

Im Jahr 2019 waren rund 36 Prozent der globalen Fischbestände überfischt. Ein Jahr später war der Fischfang mit 178 Millionen Tonnen so hoch wie noch nie. Die Überfischung bedroht die Artenvielfalt in den Meeren und wirkt sich negativ auf die Ökosysteme in den Ozeanen aus. Gegen Überfischung bietet das Österreichische Startup Revo Foods pflanzliche Meeresfrüchte-Alternativen.

Fischerei und Aquakultur, also die kontrollierte Aufzucht von im Wasser lebenden Organismen, ist ein wichtiges Mittel im Kampf gegen den weltweiten Hunger, denn über drei Milliarden Menschen weltweit decken rund ein Fünftel des Bedarfs an tierischem Protein durch Fisch ab. Demnach geht man nicht von einem Rückgang der Fischerei aus, allerdings kann der weltweite Fischfang dir in Zukunft steigende Nachfrage nicht bedienen. Revo Foods stellt daher Fischprodukte auf pflanzlicher Basis her – mit dem 3D-Drucker.

Meeresfrüchte aus dem 3D-Drucker

Die Fischersatzprodukte stammen aus dem 3D-Drucker. Hierfür wurde das Druckverfahren eigens an die speziellen Anforderungen des 3D-Food-Printings angepasst. Die hochwertigen pflanzlichen Inhaltsstoffe wie beispielsweise Erbsenprotein, pflanzliche Öle und Algenextrakte kommen bis zu 80 Prozent aus der Region, der restliche Teil wird in der EU angebaut. Der Fisch wird damit gänzlich ersetzt.

Mit den verschiedenen Technologien für den 3D-Food-Druck können zum Beispiel pflanzliche Proteine in Einzelsträngen so zusammengesetzt werden, dass sie dadurch die Substanz des nicht-veganen Pendants annehmen. Bisherige Produkte auf dem Markt kommen meist ohne die spezielle Textur daher und erinnern sowohl diesbezüglich, als auch bei den Nährwertangaben hinsichtlich Omega-3-Fettsäuren und verschiedenen Vitaminen nur wenig an das originale Produkt.

Revo Foods Produkte

Bisher gibt es vier Produkte von Revo Foods: Räucherlachs, Gravlax mit Kräutern und Zitrone, Lachsaufstrich und Thunfischaufstrich. Wie die herkömmlichen Varianten aus Fisch sind die Produkte verzehrfertig und müssen gekühlt werden. Sie eignen sich auf Brot, in der Pasta, die Aufstriche können außerdem als Dip oder in Soßen verwendet werden.

Die Produkte sind in verschiedenen Online-Shops und Stores zu kaufen. Die veganen Fisch-Alternativen gibt es beispielsweise in Belgien, Tschechien, Deutschland, Italien oder Spanien.

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65/2022: Colonia entwickelt Sharing-Plattform für Nutzfahrzeuge

Man kennt Carsharing-Plattformen oder E-Scooter-Verleihdienste, die sich Kunden schnell, einfach und flexibel mieten können. Für Privatpersonen gibt es allerlei solcher Möglichkeiten, Unternehmen suchen vergeblich nach ähnlichen flexiblen Lösungen. Speziell Logistikunternehmen haben einen enorm großen Fuhrpark, der oft nicht richtig genutzt wird. Eine innovative Lösung hat Colonia entwickelt.

Rund dreiviertel aller Güter in Europa werden von über vier Millionen Auflieger und Zugmaschinen befördert, dass diese Waren pünktlich transportiert werden ist für die Wirtschaft höchst relevant. Um das Problem nicht ausgelasteter Flotten zu lösen und Lieferketten flexibler zu gestalten hat ein Kölner Startup die Sharing-Plattform Colonia für Nutzfahrzeuge gegründet.

Das Ausgangsproblem

Logistikunternehmen haben eine oftmals sehr unbeständige Nachfrage, diese schwankende Auftragslage erfordert ein hohes Maß an Flexibilität. Nicht nur der passende Zeitpunkt spielt eine wichtige Rolle, sondern eben auch das richtige Fahrzeug. Wenn dieses nicht bereitsteht, wird vielen Logistikunternehmen der Auftrag entzogen.

Auf der anderen Seite gibt es Logistikunternehmen, deren Fuhrpark nicht optimal ausgenutzt wird. Das liegt daran, dass Nutzfahrzeuge bisher traditionell verkauft werden. Wenn diese dann nicht ausgelastet sind, stehen sie unbenutzt auf dem Hof, das Geld, das in ihnen steckt, ist jedoch gebunden.

Das Prinzip von Colonia

An dieser Stelle setzt die digitale Lösung von Colonia an. Dank der Sharing-Plattform können ungenutzte Fahrzeuge der Flottenbesitzer mit den offenen Lieferungen der Auftraggeber kombiniert werden. Heute bietet Colonia Zugriff auf den in Deutschland größten Pool an Nutzfahrzeugen. Logistikunternehmen können über die Plattform schnell und einfach Zugmaschinen, Auflieger und LKW mieten und vermieten.

So werden beide Parteien gleichermaßen bedient: Diejenigen, die kein passendes Fahrzeug zur Verfügung haben und diejenigen, deren Flotte nicht gänzlich ausgelastet ist. Mieter werden nach ihrer Auswahl eines geeigneten Fahrzeugs angerufen, das Angebot erhalten sie innerhalb eines Tages und bereits 48 Stunden später können sie mit dem gemieteten Fahrzeug für mindestens einen Monat unterwegs sein. Vermieter hingegen bieten ihr(e) Fahrzeug(e) an, werden kontaktiert und nach Abschuss des Vertrags wird ihr Fahrzeug dem Kunden angeboten und sie als Vermieter verdienen zusätzlich Geld.

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64/2022: Knärzje Brotbier gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung ist ein weltweites Problem. Allein in Deutschland werden jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Mit 35 Prozent landen hier am ehesten Obst und Gemüse in der Tonne, an zweiter Stelle folgen mit 13 Prozent Brot und Backwaren. Brot ist besonders in Deutschland beliebt, weshalb in Bäckereien viel hergestellt, aber leider auch viel weggeworfen wird. Knärzje greift ein und nutzt dieses Brot zum Bierbrauen.

Eine von über 3000 Brotsorten kommt in Deutschland mindestens einmal am Tag auf den Tisch. Besonders die Deutschen lieben ihr Brot, weshalb hierzulande die Bäckereien nicht enttäuschen wollen. Eine durchschnittliche Bäckerei muss allerdings zwischen zehn und 20 Prozent der Produkte am Ende des Tages entsorgen, weil unklar ist, was und wie viel gekauft wird.

Das erste Zero-Waste-Bier Deutschlands

Dieses aussortiere Brot verwendet das Startup Knärzje aus Frankfurt am Main zum Bierbrauen und stellt damit das erste bio-zertifizierte-Zero-Waste-Bier Deutschlands her. Der Großteil des Brots, das im Müll landet, ist noch vollkommen genießbar, da dachten sich die Gründer mit einem Hang zur Nachhaltigkeit „Wieso kein Bier daraus machen?“.

Mit jeder Flasche wird eine Scheibe Brot vor dem Müll gerettet, knapp 23 Liter Wasser und circa 300 Gramm CO2 werden gespart und rund ein Viertel Quadratmeter Land wird geschont. Durch den neuen Zusatz wird die Rohstoffbasis für die Bierherstellung erweitert, was ganz neue Möglichkeiten schafft.

Der Name des Brotbiers „Knärzje“ leitet sich vom Hessischen Wort für das Endstück vom Brot ab, für das es übrigens allein in Deutschland über 200 Bezeichnungen gibt.

So wird das Knärzje Bier gebraut

Beim Knärzje Brotbier handelt es sich um ein obergärig gebrautes Bier, das geschmacklich einem Hellen, der Naturtrübe wegen aber auch einem Kellerbier ähnelt. Das getrocknete und gehäckselte Brot wird beim Einmaischen dazu gegeben, der restliche Bauprozess verläuft wie beim normalen Bier.

Nach dem in Deutschland herrschenden Reinheitsgebot darf Bier nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser hergestellt werden. Das Knärzje Bier erfordert durch Austausch von Brot statt Malz eine Sondergenehmigung, die nur beim obergärigen Bier erteilt werden darf, untergäriges Brotbier ist verboten.

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