Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Autor: raketenstart (Seite 54 von 90)

45/2019 Innovation: Die Gafferwand sagt Schaulustigen den Kampf an

Eine durchaus viel versprechende Möglichkeit, Unfallopfer vor Gaffern und heute auch skrupellosen Fotografen zu schützen stellt die ‚Gafferwand‘ dar. Teils schon im Einsatz schirmt die schnell aufblasbare Wand die Unfallstelle ab, sodass es für Außenstehende keine Chance gibt pietätlose Bilder und neugierige Blicke der Opfer zu erhaschen.

Die sogenannte ‚Gafferwand‘ ist eine neue Sichtschutz-Wand, die bei Unfällen leicht und schnell aufgebaut werden kann. Sie dient dem Schutz der Opfer, indem sie das Fotografieren der Unfallstelle verhindert. Aber auch das Stocken des Verkehrs soll mithilfe dieser vermieden und die Arbeit der Rettungskräfte nicht mehr so stark beeinträchtigt werden. Zwei Personen reichen bereits aus, um die Wand in weniger als 2 Minuten aufbauen. Daraus ergibt sich dann ein 20 Meter langer und ein 2,10 Meter hoher Sichtschutz. Dabei kann die ‚Gafferwand‘ simpel in jedem Kofferraum transportiert werden. Komplett zusammengefaltet besitzt sie Maße von 1,04 Meter x 0,35 Meter x 0,35 Meter. Man benötigt dazu nur noch weitere neun Sandsäcke zur Beschwerung und ein Gebläse zur Befüllung mit Luft.

Der Aufbau selbst gestaltet sich dabei relativ simpel. Indem man die seitlichen Griffe herauszieht, kann man die ‚Gafferwand‘ leicht zum Einsatzort tragen. Daraufhin löst man die Klettverschlüsse und beschwert den Anfang der Wand mit einem Sandsack. Anschließend rollt man die Wand weiter ab und platziert darauf die restlichen Sandsäcke. Zu guter Letzt muss nur noch das Luft-Gebläse angeschlossen werden und die Wand steht. Auf der Wand selbst befinden sich nochmals explizierte Hinweise, dass Fotografieren verboten ist und dass die Unfallopfer geschützt werden sollen.

Immer häufiger kommt es zu Situationen, dass an einer Unfallstelle unbeteiligte Personen aus ihrem Auto aussteigen und mit ihren Handys Bilder und Videos von den Opfern machen. Das Bildmaterial wird anschließend online publik gestellt. Dass solche Aktionen mehr als nur respektlos sind, scheinen immer noch viele Menschen nicht begriffen zu haben. So musste auch Dieter Mohn, der Erfinder der ‚Gafferwand‘, selbst Zeuge einer solchen pietätlosen Aktion auf der A24 werden. Das animierte ihn dazu etwas zu entwickeln, was den schaulustigen „Gaffern“ endlich ein Ende setzen soll. Denn er wollte nicht nur immer über die Gaffer reden, sondern endlich etwas für die Opfer tun. Seine ‚Gafferwand‘ ist bereits in der EU und den USA patentiert.

Mittlerweile wird die Gafferwand schon in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen-Anhalt eingesetzt. Hier wird der Sichtschutz insbesondere von der Feuerwehr und dem Rettungsdienst eingesetzt. Aber auch von Polizei, dem Technischen Hilfswerk und von Logistik- und Abschleppunternehmen wurde davon bereits Gebrauch gemacht. Es gibt mittlerweile eine zahlreiche Vielfalt an Größen und auch die Bedruckung kann individuell gestaltet werden. Neugierig auf die Gafferwand? 🙂 Bitte klickend hier entlang:

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44/2019 Die „Wurzelratte“: neue Rode-Maschine für hartnäckige Wurzeln

Die „Wurzelratte“ hat eine Art Revolution in der Baum-Rodung geschaffen. Durch diese lassen sich nun Wurzelreste erstmals gänzlich rückstandslos entfernen. Damit wird nicht nur die Neubepflanzung erleichtert, sondern darüber hinaus auch das Wachstum schädlicher Pilze an zurückgebliebenen Baumstümpfen verhindert.

Eine etwas andere Erfindung mit einem noch etwas ungewöhnlicheren Namen hat Hartmut Neidlein entwickelt. Die sogenannte „Wurzelratte“ ist ein Werkzeug, welches zum Roden von Bäumen verwendet wird. Insbesondere Wurzeln im Untergrund können erstmals wesentlich leichter und restloser entfernt werden. Die ist durch den L-förmigen Haken möglich. Dieser besitzt zwei Schneiden und die Möglichkeit, einen Bagger zu befestigen. Durch die Hakenform können nun auch schwer zugängliche Stellen erreicht werden.

Bisher mussten Wurzelstockfräsen für die Entfernung der Wurzeln gerodeter Bäume verwendet werden. Diese kamen aber nur 40 bis 60 Zentimeter tief in die Erde. Auch in engen Beeten oder Bordsteinen war die Arbeit sehr problematisch. So konnten nicht immer alle Wurzeln rückstandslos entfernt werden. Vor allem dann, wenn ein neuer Baum gepflanzt wurde, hatte das Ganze schädliche Folgen. Denn die alten Wurzelreste bieten eine perfekte Nährstoff-Grundlage. So können Pilze ungehemmt wachsen und anschließend auf den frisch gepflanzten Baum wandern. Aber nicht nur zum Entfernen von alten Wurzelresten, sondern auch zum Auflockern des Bodens kann die Wurzelratte zum Einsatz kommen. Auf diese Weise können neue Bäume und Pflanzen leichter in die Erde eingesetzt werden.

Hartmut Neidlein, Baumsachverständiger und Entwickler, gab seiner Erfindung selbst den außergewöhnlichen Namen „Wurzelratte“. Inspiriert wurde er von der Tierwelt. Ihm waren die Begriffe Bieber und Co. zu abstrakt von den eigentlichen Wurzeln eines Baumes. Mit diesen wird eher Holz verbunden. Die afrikanische Wurzelratte hingegen trifft es auf den Punkt und sie gibt es wirklich. Zudem hat sie noch etwas Aggressives. Der Name kam im Umfeld nicht nur gut an, sondern wurde bislang auch nicht vergessen.

Die Wurzelratte ist eine Erfindung, welche eher weniger für den Privathaushalt gedacht ist. Denn für die Nutzung benötigt man einen Bagger. Für Kommunen oder den Garten- und Landschaftsbau ist diese jedoch eine gewinnbringende Erfindung. Bisher wurde die Wurzelratte weiterentwickelt und ist schon in ihrer dritten Generation auf dem Markt. Obwohl sie schon seit Langem patentiert ist, gab es schon häufige Versuche von außen dagegen vorzugehen und das Patent löschen zu lassen. Zudem dicht gefolgt von vielen Hobby-Bastlern, welche die Wurzelratte nachbauen und daraufhin im Internet zum Verkauf anbieten. Offiziell gefertigt wird die Wurzelratte im Sauerland und der Verkauf zu einem Preis von rund 1600 bis 5500 Euro, variierend nach Größe, erfolgt in Winnenden.

Alle die neugierig sind, was man mit der Wurzelratte noch so alles anstellen kann, können sich das im folgenden Video genauer ansehen.

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43/2019 Smarter Koffer folgt dem Besitzer simpel „bei Fuß“?

Deutsche Studenten haben nun den ersten Prototyp eines Koffers entwickelt, welcher mithilfe einer Kamera und eines intelligenten Systems seinem Besitzer automatisch folgt. Weitere Features wie eine Diebstahlsicherung sind geplant. Insbesondere Menschen mit körperlichen Einschränkungen soll so ein unabhängiges Reisen ermöglicht werden. Für uns hat das in erster Draufsicht auch was Humoriges … man stelle sich den Frankfurter Flughafen vor und hunderte von Koffern, die Ihren Besitzern ‚hinterher hecheln‘. 🙂 Aber der Reihe nach …

Vier Studenten von der Universität des Saarlandes haben den ersten Prototypen des „Smartcase“ entwickelt. Dies ist ein Koffer, welcher dem Besitzer automatisch und selbständig hinterher fährt. Das Ganze ist durch ein System aus Sensoren und einer Kamera möglich. Insbesondere die Kamera ist das Herzstück dieses Koffers. Denn sie erkennt denjenigen, dem sie folgen soll. Ergänzend dazu registrieren die Sensoren eventuell auftauchende Hindernisse. Die Sensoren messen permanent die Entfernungen um den Koffer. Anschließend werden diese im Mikro-Prozessor ausgewertet. Diese Ergebnisse werden daraufhin in Form von Befehlen an die Elektromotoren weitergegeben. So kann die Route des Koffers andauernd neu bestimmt werden. Das ganze System haben die jungen Studenten dem Prozessor selbst erlernt.

Darüber hinaus haben die Studenten einige Zusätze für ihren Smartcase geplant. Zum einem eine Diebstahlsicherung durch ein GPS Modul und ein TSA Schloss. Zum anderen ist auch eine App Steuerung und eine Fingerabdruck Entsperrung geplant. Darüber hinaus soll auch ein Umschalten in den manuellen Modus möglich gemacht werden.

Natürlich würde so ein Koffer bei vielen Reisenden Anklang finden. Handgepäck, Jacke, Reiseunterlagen und Koffer zur gleichen Zeit zu transportieren kann nicht nur chaotisch, sondern auch anstrengend sein. Vor allem wenn die Zeit drängt, ist ein schwerer Koffer sehr störend. Dennoch sollen die Studenten bei ihrer ersten Überlegung gar nicht den normalen Reisenden im Kopf gehabt haben. Menschen mit diversen Einschränkungen wie Gehbehinderungen sollen von so einem Koffer profitieren können. So soll auch ihnen unabhängiges Reisen ermöglicht werden. Aber die Studenten denken bereits weiter. Denn das intelligente Sensorsystem könnte auch in der Lagerlogistik und dem Transportbereich Einsatz finden.

Seinen Ursprung hat der „Smartcase“ in einer Vorlesung von Professor Helmut Seidel über Mikromechanik an der Saarbrücker Universität gefunden. Hier sind schon zahlreiche gute und innovative Ideen für Prototypen entstanden. So kamen auf die gleiche Weise auch die drei System Engineering Studenten Josuha Summa, Till Mertin, Nick Kempel gemeinsam mit dem Informatik-Sstudenten Joshua Arens auf ihre Prototypen-Idee. Mit ihrem „Smartcase“ nehmen sie demnächst in Berlin vom 28. Bis 30. Oktober am Cosima-Wettbewerb teil. Ein Studentenwettbewerb, welcher vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) ausgeschrieben wird. Neugierige könne sich erste Impressionen der Entwicklung des „ Smartcase“ auf der Homepage der Entwickler ansehen.

42/2019 Setzt diese Erfindung Turbulenzen im Flugzeug ein Ende?

Kleine Sensoren können schon in naher Zukunft die Turbulenzen während eines Fluges reduzieren. Durch intelligente Gegensteuerungs-Technik kann somit der Komfort für Passagiere wesentlich erhöht werden. Ob die Erfindung für kommerzielle Flugzeuge genutzt werden kann, wird erst getestet.

András Gálffy heißt der Doktorand an der Technischen Universität Wien, der eine Erfindung entwickelt hat, welche die Auswirkungen von Turbulenzen im Flugzeug drastisch verringern soll. Speziell konzipierte Sensoren können an den bisherigen Flugzeugen installiert werden. Diese messen den Luftdruck und registrieren auf diese Weise eventuelle Turbulenzen. Nur Sekundenbruchteile danach kann man bereits gegensteuern. Das Ganze geschieht mithilfe einer speziellen Ansteuerung der Antriebstechnik. Durch geringe Schwingungsbewegungen der Flügelklappen kann man bereits den Auftrieb des Flugzeuges verändern und so Turbulenzen optimal entgegengewirkt werden. Für zukünftige Flugzeuge soll diese Technik aber noch besser funktionieren. Hierbei soll das ganze Flugzeug seine Geometrie verändern können, um auf Turbulenzen zu reagieren.

Das Prinzip ist sehr ähnlich dem von Geräusch unterdrückender Kopfhörer, so der Erfinder Gálffy . Unregelmäßigkeiten von außen werden genau gegen gesetzt erzeugt und heben sich aufgrund dessen auf. So wird die Stabilität während des Flugs deutlich verbessert. Mittlerweile wurden bereits die ersten Simulations-Rechnungen und unbemannte Testflüge durchgeführt. Nach diesen kam man zu der Erkenntnis, dass rund 80 % der bisherigen Turbulenzen gedämpft werden können. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den Komfort während eines Fluges. Deshalb wurde die Erfindung mittlerweile schon zum Patent angemeldet.

Bislang wurden nämlich größeren Turbulenzen ausgewichen. Dies kostet nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Kerosin und damit faktisch mehr Geld. Mit dieser Erfindung hingegen soll man in naher Zukunft nun Turbulenzen einfach durchfliegen können. Erstmals wurde diese Erfindung auf der internationalen Luftfahrtmesse, der Pariser Aérosalon, vorgestellt. Demnächst sollen nun auch bemannte Testflüge erfolgen. Diese sollen zeigen, ob die Erfindung ebenso für Passagierflugzeuge geeignet ist. Vor allem Personen, welche unter Übelkeit und Flugangst leiden, könnten durch diese Erfindung profitieren. Hier schon mal eine kurze Animation wie das Prinzip funktionieren soll:

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41/2019 Neue Bein-Prothese soll Phantomschmerz lindern

Das Laufen mit einer Beinprothese ist oft noch immer sehr anstrengend bzw. verursacht gar Schmerzen. Darüber hinaus leiden viele Patienten unter einem Phantomschmerz in amputierten Gliedmaßen. Eine innovative Beinprothese mit stimulierenden Sensoren soll für diese beiden Probleme die Lösung sein.

Forschern gelang es nun erstmals, eine Beinprothese ‚mit Gefühl‘ zu entwickeln. Dazu wurden insgesamt drei Drucksensoren in der Fußsohle und weitere vier im Kniegelenk in einer Bein-Prothese verbaut. In Kombination dazu implantierten Ärzte den Patienten fünf Elektroden in den Oberschenkel. Die Drucksensoren wandeln dabei die Bewegungssignale um, sodass die Elektroden im Bein der Patienten stimuliert werden. Insbesondere der Ischiasnerv wird dadurch angeregt.

Neues Gefühl im Bein erleichtert das Laufen

Auch wenn sich das Ganze etwas befremdlich und verrückt für Außenstehende anhört, schafft es für die Patienten ein regelrecht neues Lebensgefühl. Erstmals konnten sie das Gefühl für die Kniebewegung wiedererlangen. Das schafft mehr Vertrauen und Sicherheit während dem Gehen. Deshalb zeigten auch erste Tests, dass die Patienten nicht nur schneller laufen konnten, sondern darüber hinaus auch weniger erschöpft waren. Die Forscher schließen diese Erkenntnis auf die nun mehr symmetrischen Bewegungen der Beine zurück. Aufgrund dessen kann so auch das gesunde Bein längerfristig mehr entlastet werden. Denn Betroffene nahmen bislang auf diesem mehr Gewicht auf, da sie sich unsicher fühlten.

Phantomschmerzen können gelindert werden

Diese neue Entwicklung kann aber noch mehr. Viele Patienten mit amputierten Körperteilen klagen über Schmerzen ihrer eigentlich fehlenden Gliedmaße. Von starkem Brennen bis hin zu komischen Gefühlen von Verdrehungen ist die Liste der Phantomschmerzen ziemlich lang. Bislang gab es allerdings kein allgemeines Rezept gegen diese empfundenen Schmerzen. So wurden deshalb bei Probanden, nachdem bei ihnen die Elektroden implantiert wurden, täglich Stimulationen an den Elektroden durchgeführt. Bislang noch ohne die neue Prothese. Jedoch mit den gleichen Signalen wie sie auch die Prothese bei Druck oder Berührungen am Fuß auslösen würde. Die Ergebnisse waren erstaunlich gut. Einige Probanden gaben an überhaupt keine Schmerzen mehr zu empfinden. Bei anderen wurden sie zumindest um mehr als die Hälfte reduziert.

Da Schmerzen der Probanden im Vorfeld durch die manuelle Stimulation so stark reduziert wurden, können die Entwickler nicht hundertprozentig bestätigen, dass die Schmerzen ebenso mithilfe der Prothese gelindert werden können. Dennoch kann man davon ausgehen, dass dies auch durch die Prothese möglich sein kann. Um das Ganze nun genauer herauszufinden, laufen weitere Studien. Bei diesen werden die Probanden die neue Prothese über längere Zeit zuhause tragen. So kann genauer analysiert werden ob die Schmerzen reduziert und die Lebensqualität so verbessert werden kann.

40/2019 Sind mit der App ‚TeleClinic‘ Arztbesuche wirklich bald Geschichte?

Schnell und unkompliziert via Videochat Diagnose, Rezept und die Krankmeldung von einem echten Arzt erhalten. Die neue App „TeleClinic“ macht so eine Online-Behandlung bzw. Anamnese möglich. Zahlreiche Patienten nutzen schon den digitalisierten Dienst, der auch bereits mit einigen Krankenkassen Kooperationen fährt.

TeleClinic ist die neue App, die Arzt-Diagnosen quasi digitalisiert. Mit der App ist der ‚virtuelle Weg zur Online-Behandlung‘ kinderleicht. Patienten können sich schnell und simpel auf der Website oder über die App registrieren. Dabei müssen lediglich E-Mail-Adresse, Passwort, Handynummer, Krankenversicherung und Versicherungsnummer angegeben werden. Zuerst muss der Patient einen Fragebogen ausfüllen, der von einem der medizinischen Assistenzen geprüft. So wird erst-beurteilt, ob es sich um einen Notfallpatienten handelt, der die Notaufnahme aufsuchen sollte. Falls dies nicht zutrifft, wird der Patient einem medizinischen Fachbereich zugewiesen und tritt via Chat in Kontakt mit einem Mitarbeiter. In der Folge wird ein Termin für eine Beratung mit einem Facharzt ausgemacht und schon kann die ‚Untersuchung‘ via Telefon oder Videochat losgehen. Abschließend wird eine Diagnose gestellt und es erfolgt bei Bedarf eine Rezept-Ausstellung oder Krankmeldung. Unnötig zu erwähnen: das Ganze funktioniert theoretisch rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.

Krankenkassen zahlen Online-Arzt-Untersuchung

So absurd es zunächst klingt, ist es nicht. Über 18.000 Patienten haben Teleclinic schon genutzt und rund 15 Krankenkassen kooperieren aktuell bereits mit TeleClinic. Für Versicherte dieser Krankenkassen bedeutet dies, dass sie zu jeder Tages- und Nachtzeit den Online-Ärzte-Service in Anspruch nehmen können und die Kosten dafür von ihrer Versicherung übernommen werden. Ebenso Privatpatienten können wie gewohnt ihre Rechnung bei der Versicherung einreichen. Aber auch Kassenpatienten, die nicht bei einer Partnerversicherung versichert sind, können TeleClinic nutzen. Hierbei werden je nach erbrachter Leistung die anfallenden Kosten berechnet. So muss ein Selbstzahler für ein Arztgespräch inklusive Arztbrief, Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung und Rezept mit Kosten von 37,54€ rechnen. Jedoch gilt es zu beachten, dass an Sonn- und Feiertagen Zuschläge anfallen.

TeleClinic legt dabei größten Wert auf medizinische Qualität und arbeitet nur mit Ärzten zusammen, die in Deutschland akkreditiert sind und zudem eine mehrjährige Berufserfahrung nachweisen können. Doch dies war anfangs gar nicht so leicht, denn bis vor geraumer Zeit gab es für Ärzte in Deutschland noch ein Fernbehandlungsverbot, zumindest wenn Arzt und Patient sich zuvor noch nicht persönlich begegnet sind.

Krankmeldung und Rezept bei TeleClinic

Prinzipiell gibt es aber einige Dinge zu beachten, wie auch, dass TeleClinic bislang nur private Rezepte ausstellt. Das bedeutet, dass Krankenkassenpatienten nicht immer ihre Rezepte einreichen können und erstattet bekommen. Aber auch das Einlösen der Rezepte ist bislang bei nur 7.000 Partner-Apotheken in Deutschland möglich. Das gilt auch für die Arbeitsunfähigkeits-Bbescheinigungen. Unbedenklich einreichen können sie Privatpatienten, denn sie müssen vorbehaltlos akzeptiert werden. Krankenkassenpatienten hingegen kann man keine Gewährleistung geben, dass sie anerkannt werden, obwohl sie alle Formschriften erfüllen.

Letztendlich ist das Konzept von TeleClinic nicht darauf ausgerichtet, die physischen Arztbesuche für jedermann überflüssig zu machen. Die Intention richtet sich insbesondere an Familien mit Kleinkindern. Diese suchen häufig in überzogener Weise, vor allem an Feiertagen oder in der Nacht, die Notaufnahme auf, weil sie bei Symptomen wie Fieber oder Ähnlichem sich zur Sicherheit medizinische Beratung einholen möchten. Aber auch Menschen, deren Zeitplan ein persönlicher Arztbesuch oft nicht zulässt oder Personen, die in der Mobilität eingeschränkt sind, sollen die Behandlungsprozesse erleichtert werden. Wer sich nun näher für den elektronischen Doc interessiert, hier entlang zur TeleClinic im Netz.

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39/2019 Der Rollstuhl als neues Zugfahrzeug? ‚Rollikup‘ macht`s möglich

Einkaufskörbe, Koffer, Kindercaddys und Co. können dank dem sogenannten „Rollikup“ nun problemlos mit dem Rollstuhl gezogen werden. Verwirklicht wird das Ganze durch das weltweit erste Kupplungssystem für Rollstühle. Das System ermöglicht zudem simples und eigenständiges Anbringen eines Anhängers an den Rollstuhl. Aber der Reihe nach …

Eduard Wiebe und Andreas Neitzel vom Inklusionsunternehmen ‚Teuto InServ‚, heißen die beiden Entwickler des ‚Rollikup‘. Die beiden legen über Ihre Erfindung viel Wert darauf, Rollstuhlfahrern das Leben zu erleichtern. Beim Rollikup handelt es sich um den ersten Rollstuhl, der andere Fahrzeuge ziehen kann. Die Entriegelung der innovativen Anhängerkupplung ist sowohl mit nur einer Hand, im Sitzen als auch blind hinter dem Rücken möglich. Zudem soll ein Anhängen von allen möglichen Dingen, welche mit Rollen ausgestattet sind, kein Problem sein. Doch so problemlos wie das Ganze klingt, war es anfangs nicht. Ein Kupplungssystem zu entwickeln, welches für alle Modelle von Rollstühlen einsetzbar ist, war schwieriger als gedacht. Das sogenannte Reduzierungs-Stück schaffte aber letztendlich den Durchbruch in dieser Erfindung. Somit kann mit rund 90 Prozent aller Rollis die innovative Anhängerkupplung in Gebrauch genommen werden.

Inspiriert wurden die beiden Tüftler Eduard und Andreas von einem Rolli-Fahrer, welcher sein Kind nicht in den Kindergarten bringen konnte. Er keine Möglichkeit, den Kinderwagen im Rollstuhl zu schieben. Mittlerweile, nachdem 2018 der erste Prototyp fertig gestellt wurde, wird komplett selbst bei Teuto InServ, eine Inklusionsfirma, welche zur Stiftung Lebenshilfe gehört, produziert. Getreu nach ihrem Motto: „Wenn, dann Richtig!“, werden bei Herstellung nur hochwertige Materialien wie Glasfaser verstärkte Kunststoffelemente, Edelstahl und Aluminium genutzt. Diese sollen lebenslange Freude beim Ziehen vom Stehbrett, Koffer oder 2-Sitzer Kinderanhänger garantieren. Neben dem Sieg 2019 in der Erfinder-Show „Das Ding des Jahres“, hat der Rollikup die erste Prüfung des TÜV Nord schon erfolgreich absolviert. Auch erste kleine Anhänger, speziell für den Rollstuhl, gibt es passend dazu zu im Handel. Inzwischen besteht zudem für Käufer die Möglichkeit, Zuschüsse für die Anschaffung bei der Berufsgenossenschaft zu beantragen. Weitere Informationen zum Rollikup auf der Website der Macher von Teuto InServ.

38/2019 GoBunion: die Lösung für ein schmerzhaftes Fuß-Problem?

Rund 10 Millionen Frauen alleine in Deutschland sind davon betroffen: dem Hallux valgus. Eine unschöne, vor allem aber häufig sehr schmerzhafte Verformung des Großzehs. Ausgelöst wird die Fehlstellung in einer Vielzahl der Fälle durch zu enge Schuhe oder High Heels. Eine findige Jungunternehmerin will dem Problem nun Abhilfe schaffen.

Nahezu jede Frau hat sie im Schuhschrank: hohe Schuhe oder solche, die zwar wunderschön sind aber eben doch einfach nicht richtig passen. Die Folgen die durch diese über Jahre hinweg getragenen Schuhe entstehen sind nicht zu unterschätzen. Oftmals entsteht ein sogenannter ‚Hallux valgus‚. Dabei schiebt sich die Spitze des Großzehs nach außen. Innen am Fußballen sorgt diese Verbreiterung zur Innenseite hin dann oft für große Schmerzen und drückende Schuhe. Was folgt ist zeitintensive Physiotherapie oder oft unbequeme Bandagen. Im schlimmsten Fall wird eine Operation notwendig.

Die Kandidatin Sarita Bradley aus der TV-Serie ‚Höhle der Löwen‘ hat für dieses Problem eine clevere Lösung entwickelt. Mit ihren GoBunion Socken können Betroffene die durch einen Hallux Valgus entstandene Schmerzen lindern, viel wichtiger aber noch kann ein Entstehen des Hallux valgus durch regelmäßiges Tragen der Spezial-Socken bereits im Vorfeld verhindert werden.  Der selbst ernannte ‚Zauberstrumpf‘ sorgt durch ein integriertes Gel-Kissen, dafür, dass der Großzeh sanft zurück in seine eigentliche Position gerückt, beziehungsweise in dieser stabilisiert wird. So wirkt der Strumpf bereits unmittelbar nach dem Anziehen und sorgt für Erleichterung. Nicht nur die Juroren der TV Show konnte Bradley mit ihrer Erfindung begeistern.

Erfolgreiche Markteinführung

Mit GoBunion ist ein unkompliziertes Produkt geschaffen worden, das vor allem durch die einfache Anwendung und eine diskrete Optik überzeugen kann. Zusammen mit dem Investor Ralf Dümmel plant die Unternehmerin nun den ganz großen Erfolg im deutschsprachigen Raum und auch darüber hinaus. Der Start verlief schon mal vielversprechend, nach 20 Minuten im Teleshopping war der GoBunion Strumpf bereits komplett ausverkauft. Für Interessierte folgt hier das Bewegtbild:

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37/2019 Neuer Medienwandler verleiht Autogas neuen Wind

Eine Erfindung mache die Nutzung von Autogas für Motoren mit Direkteinspritzung möglich. Durch die Montage eines sogenannten Medienwandlers hinter der Benzin-Hochdruckpumpe seien die bisherigen Probleme der Autogas-Systeme gelöst, so eine Pressemitteilung. Mehr Autos können so aufgerüstet und entsprechend mit einer wesentlich geringeren Feinstaub- und CO2-Belastung auf unseren Straßen fahren.

Im Jahr 2015 baute Holger Becker seine grundsätzlich simple Idee, welche ihm eigentlich schon vier Jahre zuvor gekommen ist, endlich weiter aus. So entwickelte sich das System des Medienwandlers, welches hinter die Benzin-Hochdruckpumpe gesetzt wird. Das war bei den bisherigen Autogas-Systemen nicht der Fall und macht die Erfindung in der Autogastechnik deshalb so einfach und zugleich revolutionär. Durch die Pumpe, welche das Benzin direkt in die Brennräume befördert, wird ein Benzin-Hochdruck erzeugt, der den Medienwandler antreibt. Dieser sorgt dafür, dass das Autogas auf sofortigem Wege in den Brennraum gelangt. Dabei wird das Benzin ohne Verlust und unmittelbar wieder zurück in den Benzintank geführt und dient unterdessen lediglich als Hydraulikflüssigkeit.

Auch im Thema Umweltbelastung bringt diese Erfindung eine vielleicht neue Revolution, da die Frage ob sich die Elektromobilität in den nächsten Jahren so schnell durchsetzen wird, noch unumstritten ist.  Denn auch Autogas ist eine vertretbare Alternative im Vergleich zu herkömmlichen Benzinern. Neben der Verringerung der CO2-Belastung um rund 15 Prozent und des geringerem Stickstoff-Ausstoßes, ist auch der Feinstaub-Ausstoß nahezu bei null. Darüber hinaus ist ein Liter Autogas auch wesentlich günstiger als ein Liter Benzin, weshalb eine Umrüstung vor allem für Vielfahrer sehr rentabel ist. Bislang sind fast 90 Prozent der Autos, welche neu zugelassen werden, Direkteinspritzer. Wurden bislang gängige Autogassysteme in solche Direkteinspritzer-Autos gebaut, hatte man mit einer hohen Störanfälligkeit zu rechnen. So häuften sich Probleme, sodass unter anderem zum Beispiel die Benzinhochdruckpumpe den Geist aufgab, da das Autogas erst durch selbige geschickt wurde und aufgrund dessen unzureichend geschmiert wurde. Auch Dampfblasen, die durch einen heißen Motor und warme Außentemperaturen entstehen, verhinderten oft einen Neustart des Motors. Dies war alles nur der Fall, weil die bisherigen Systeme vor die Benzin-Hochdruckpumpe eingebaut wurden.

Nachdem Holger Becker seine Erfindung Professor Thomas Heinze von der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft vorstellte, wurde daraufhin der Medienwandler erstmals bei Testfahrzeugen im Labor der Hochschule mit Erfolg auf den Prüfstand gestellt. Holger Beckers gleichnamige Kfz-Werkstatt in Börnig und seine jahrelange Erfahrung in der Autogas-Umrüstung reichten jedoch allein für die Produktion nicht aus. Deshalb holte er sich für die Umsetzung neben einem Unternehmensberater auch den Hydraulikkomponenten-Hersteller MHA Zentgraf mit ins Boot. In Zusammenarbeit wurde daraus das Unternehmen Direct Gas Tec ins Leben gerufen, welches den innovativen Medienwandler auf der IAA, der Internationalen Automobil-Ausstellung, im September 2019 in Frankfurt präsentierte. Neben den positiven Reaktionen, zeigte sich auch erstes Interesse großer Autokonzerne.

36/2019 Eincremen mit Cashews – eine Öko-Alternative für UV-Schutz?

Eine mögliche Alternative zu den bislang  für die Herstellung von UV-Schutz-Mitteln verwendeten, umweltbedenklichen Rohstoffen, wurde jetzt von Forschern entdeckt. Grundlage für eine neue Art Sonnencreme sind demnach die Schalen von Cashewnüssen, welche bislang tonnenweise in den Abfall wandern.

Chemiker der südafrikanischen University of the Witwatersrand gelang es in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Tansania und Deutschland aus den Schalen der Cashewnuss, potenzielle UV-Filter herzustellen. Diese können voraussichtlich bald als UV-Schutz für den Menschen oder Materialien, welche starken Tageslicht ausgesetzt sind und dadurch leicht verbleichen, dienen. Bisherige chemische UV-Filter sind schädlich für Umwelt und Gesundheit und werden zudem meistens aus Erdöl hergestellt. Unterdessen bietet sich nun die Möglichkeit, dass die Abfälle der Cashewkern-Produktion effektiv weitergenutzt werden können.

Neben Titandioxid oder Mikroplastik, gibt es noch eine Vielzahl anderer Stoffe, welche eine geringe Verträglichkeit für Wasserlebewesen besitzen. Diese werden fast ausschließlich für die Herstellung chemischer UV-Filter genutzt. Sie enthalten alle Kohlenstoff, welcher als Ausgangsmaterial für Mittel, die ultraviolette Strahlung absorbieren können, dient. Doch auch die Schale der Cashewnuss beinhaltet Kohlenstoff. Genauer gesagt das Öl der Cashew-Schale, welches aktuell als Grundlage für die Forschung genutzt wird. Durch Zufuhr von Wärme gelang es jetzt Forschern, die in dem Öl enthaltene Anacardsäure in Cardanol umzuwandeln. Mit Cardanol als Grundlage schafften sie es letztendlich, unter anderem, UV-schützenden Wirkstoffe, wie beispielsweise Flavone und Triazine herzustellen. Durch die biologische Abbaufähigkeit der Cashew-Schalen eröffnet sich eine neu denkbare Alternative für Erdöl in der Herstellung von UV-Schutz.

Zudem fanden die Forscher auch antimikrobielle, antioxidative, entzündungshemmende und darüber hinaus auch tumorhemmende Substanzen in dem Öl. Diese sollen leicht extrahierbar und auch als Rohstoffe für andere chemische Synthesen geeignet sein. Angesichts der Ernte von fast vier Millionen Tonnen Cashewnüssen pro Jahr, ist es kaum zu glauben, dass die Schalen seither fast ausschließlich entsorgt wurden, da sie nicht essbar sind. Bislang wird der aus den Schalen der Cashewnuss hergestellte UV-Schutz noch nicht in Sonnencremes eingesetzt, aber die Hautverträglichkeit wird derzeit von Forschern genauer unter die Lupe genommen.

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