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37/2019 Neuer Medienwandler verleiht Autogas neuen Wind

Eine Erfindung mache die Nutzung von Autogas für Motoren mit Direkteinspritzung möglich. Durch die Montage eines sogenannten Medienwandlers hinter der Benzin-Hochdruckpumpe seien die bisherigen Probleme der Autogas-Systeme gelöst, so eine Pressemitteilung. Mehr Autos können so aufgerüstet und entsprechend mit einer wesentlich geringeren Feinstaub- und CO2-Belastung auf unseren Straßen fahren.

Im Jahr 2015 baute Holger Becker seine grundsätzlich simple Idee, welche ihm eigentlich schon vier Jahre zuvor gekommen ist, endlich weiter aus. So entwickelte sich das System des Medienwandlers, welches hinter die Benzin-Hochdruckpumpe gesetzt wird. Das war bei den bisherigen Autogas-Systemen nicht der Fall und macht die Erfindung in der Autogastechnik deshalb so einfach und zugleich revolutionär. Durch die Pumpe, welche das Benzin direkt in die Brennräume befördert, wird ein Benzin-Hochdruck erzeugt, der den Medienwandler antreibt. Dieser sorgt dafür, dass das Autogas auf sofortigem Wege in den Brennraum gelangt. Dabei wird das Benzin ohne Verlust und unmittelbar wieder zurück in den Benzintank geführt und dient unterdessen lediglich als Hydraulikflüssigkeit.

Auch im Thema Umweltbelastung bringt diese Erfindung eine vielleicht neue Revolution, da die Frage ob sich die Elektromobilität in den nächsten Jahren so schnell durchsetzen wird, noch unumstritten ist.  Denn auch Autogas ist eine vertretbare Alternative im Vergleich zu herkömmlichen Benzinern. Neben der Verringerung der CO2-Belastung um rund 15 Prozent und des geringerem Stickstoff-Ausstoßes, ist auch der Feinstaub-Ausstoß nahezu bei null. Darüber hinaus ist ein Liter Autogas auch wesentlich günstiger als ein Liter Benzin, weshalb eine Umrüstung vor allem für Vielfahrer sehr rentabel ist. Bislang sind fast 90 Prozent der Autos, welche neu zugelassen werden, Direkteinspritzer. Wurden bislang gängige Autogassysteme in solche Direkteinspritzer-Autos gebaut, hatte man mit einer hohen Störanfälligkeit zu rechnen. So häuften sich Probleme, sodass unter anderem zum Beispiel die Benzinhochdruckpumpe den Geist aufgab, da das Autogas erst durch selbige geschickt wurde und aufgrund dessen unzureichend geschmiert wurde. Auch Dampfblasen, die durch einen heißen Motor und warme Außentemperaturen entstehen, verhinderten oft einen Neustart des Motors. Dies war alles nur der Fall, weil die bisherigen Systeme vor die Benzin-Hochdruckpumpe eingebaut wurden.

Nachdem Holger Becker seine Erfindung Professor Thomas Heinze von der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft vorstellte, wurde daraufhin der Medienwandler erstmals bei Testfahrzeugen im Labor der Hochschule mit Erfolg auf den Prüfstand gestellt. Holger Beckers gleichnamige Kfz-Werkstatt in Börnig und seine jahrelange Erfahrung in der Autogas-Umrüstung reichten jedoch allein für die Produktion nicht aus. Deshalb holte er sich für die Umsetzung neben einem Unternehmensberater auch den Hydraulikkomponenten-Hersteller MHA Zentgraf mit ins Boot. In Zusammenarbeit wurde daraus das Unternehmen Direct Gas Tec ins Leben gerufen, welches den innovativen Medienwandler auf der IAA, der Internationalen Automobil-Ausstellung, im September 2019 in Frankfurt präsentierte. Neben den positiven Reaktionen, zeigte sich auch erstes Interesse großer Autokonzerne.

1 Kommentar

  1. Lena

    Danke für den interessanten Beitrag über Medienwandler. Mein Freund ist eigentlich der Autonarr unter uns, ich möchte mich nur in seine Themen etwas einlesen. Mir war gar nicht bewusst, dass Hochdruckpumpen für die Benzineinspritzung verwendet werden und, dass wenn man einen Medienwandler davorschaltet, Autos mit geringerer Feinstaub- und CO2-Belastung fahren können.

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