Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

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52/2023 Bahnbrechende Blutfilterbrille soll Einsätze von Feuerwehrmännern erleichtern

Die von Martin Jahr entwickelte Blutfilterbrille lässt Blut schwarz erscheinen und hilft Feuerwehrleuten damit, verstörende Bilder bei Einsätzen zu mildern. Zurzeit sind 300 dieser Brillen im Einsatz und werden auch bei Unfallen genutzt, um Beteiligte psychisch zu schützen.

Die diesjährige Feuerwehrmesse “Florian” in Dresden erfreute sich eines beeindruckenden Besucherandrangs, mit insgesamt 30.000 Menschen, die sich versammelten, um die neuesten Entwicklungen in der Branche zu erleben. Unter den zahlreichen Ausstellern ragte Martin Jahr, ein Feuerwehrmann und Erfinder, besonders heraus. Er präsentierte seine neueste Innovation, die weltweit erste “Blutfilterbrille”, die dazu dient, traumatische Erlebnisse von Einsatzkräften zu mildern.

Die bahnbrechende Blutfilterbrille

Die “Blutfilterbrille”, entwickelt von Martin Jahr, gleicht äußerlich einer Fahrradbrille, verfügt jedoch über speziell getönte Kunststoffgläser in Blau. Diese Gläser sind so beschichtet, dass sie rote Farben als Schwarztöne wiedergeben. Die Brille ist für Einsatzkräfte und Ersthelfer gedacht, um die Wirkung verstörender Bilder bei Einsätzen zu mildern. Durch die Brille erscheint Blut nicht mehr in Rot, sondern nur noch in Schwarz, während alle anderen Farben unverändert bleiben.

Einsatzkräfte, die die Blutfilterbrille ausprobierten, zeigten sich beeindruckt von ihrer Wirkung. “Stimmt, das sieht nicht mehr wie Blut aus, sondern eher wie verkohltes Holz”, bemerkte einer der Männer, der selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig war. Ein anderer Kollege fügte hinzu: “Das ist ja toll!” und betrachtete die Messehalle, in der die roten Hemden seiner Kollegen plötzlich in Lila erschienen.

Die bewegende Geschichte hinter der Erfindung

Die Idee zur Blutfilterbrille kam Martin Jahr vor vier Jahren, nach einem belastenden Einsatz, bei dem er einen Mann aus einem Wald retten musste, der sich dort erhängt hatte. Obwohl bei diesem Einsatz kein Blut floss, plagten ihn traumatische Gedanken und schlaflose Nächte. Die Sorge seiner sechsjährigen Tochter über seinen Zustand inspirierte ihn, nach einer Lösung zu suchen.

Die Verbreitung der Blutfilterbrille

Die Blutfilterbrille, die Martin Jahr “Rubi” nach seiner Tochter benannte, ist mittlerweile patentiert und wird bereits von etwa 300 Einsatzkräften in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt. Sie dient nicht nur Einsatzkräften, sondern auch Ersthelfern, die oft mit solchen Situationen konfrontiert sind.

Wissenschaftliche Bestätigung der Wirksamkeit

Aktuell führen die Technische Universität Dresden und die Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer eine Studie zur Wirksamkeit der Blutfilterbrille durch. Dies soll dazu beitragen, die positiven Effekte der Brille wissenschaftlich zu belegen.

Martin Jahr plant die Einführung einer speziellen Blutfilterbrille für Kinder namens “Karl” im nächsten Jahr, um noch mehr Menschen bei der Bewältigung traumatischer Erlebnisse zu unterstützen. Die Nachfrage nach dieser innovativen Technologie ist groß, und die “Florian”-Messe hat bewiesen, dass sie auf großes Interesse stößt.

10/2022: Die Rubi-Brille

Durch blutige Anblicke bei Unfall- oder Tatorten  entwickeln Einsatzkräfte oft Traumata. Diesen psychologischen Schäden soll die Rubi-Brille entgegenwirken.

Der 34-Jährige  Martin Jahr ist selbst Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat er am eigenen Leib erfahren, wie sich solche scheußlichen, blutigen Anblicke auf einen selbst auswirken. Egal ob bei der Feuerwehr, Polizei, im Militär oder beim Sanitäter – unter bleibenden Ängsten bis zu Posttraumatischen Belastungsstörungen leiden viele Menschen in diesen Berufen. Eine Behandlung oder Therapie kann lange dauern und verspricht nicht immer Erfolg. Um dieses Problem zu lösen und andere Einsatzkräfte besser zu schützen kam dem Potsdamer die Idee – eine “Blutfilterbrille”.

Was bewirkt die Brille?

Durch die Rubi-Brille schaut Blut nicht mehr rot, sondern schwarz aus. Möglich ist das durch eine spezielle Beschichtung der Brille durch welche die langen Lichtwellen gebrochen werden und somit intensive Rottöne schwarz erscheinen. Durch diese Technik bleiben anders wie bei Farbfilterbrillen die restlichen Farben erhalten. Das heißt blau und grün werden ganz normal wahr genommen, ein leichtes Rot erscheint noch verblasst und nur das “Blutrot” wird gefiltert und als schwarz wahrgenommen.

Warum hilft das Filtern von Rot?

Dass Rot als Warnung oder gefährlich wahrgenommen wird, liegt in unserer Natur. Warnschilder und Feuerlöscher sind rot, bei Rot muss gehalten werden, Fehler wurden in der Schule mit rot markiert. Rotes wirkt alarmierend auf unser Gehirn. Wenn Blut nicht mehr rot erscheint, sondern nur noch schwarz ist, fällt diese Wirkung auf unser Gehirn jedoch weg. Der kleine Effekt mag die Situation nicht wesentlich verbessern, schützt aber nachhaltig die Psyche der Einsatzkräfte.

Die Zukunft der Rubi-Brille

Drei Jahre hat es gedauert bis aus der einfachen Idee Realität wurde. Im Mai 2021 gründete Martin schließlich das Startup “RubiGlas”. Die ersten 50 produzierten Brillen gehen nun im Februar 2022 in die Testphase über. Dazu werden sie von Einsatzkräften der Freiwilligen- und Berufsfeuerwehr in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt. Er hat sogar schon Anfragen vom Katastrophenschutz der Schweiz erhalten. Ob sich die Brillen letztendlich durchsetzen steht noch in den Sternen geschrieben – der richtige Ansatz ist aber auf jeden Fall da.

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