Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Schlagwort: Umweltfreundlich

37/2021 AeroDelft: Sauberes Fliegen

Die Luftfahrt, sei sie touristisch oder kommerziell  begründet, ist  ein großer Treiber des weltweiten  CO² Ausstoßes. Allein im Jahr 2019 war die Luftfahrt für 915 Millionen Tonnen CO² Emissionen zuständig und ist damit für 2% der globalen Co²-Emissionen verantwortlich. Diese Zahl zu verringern, hat sich das Projekt “Phoenix” der niederländischen Technischen Universität in Delft zum Ziel gesetzt. Wie das gehen soll? Indem man flüssigen Wasserstoff als Treibstoffgrundlage zur Fortbewegung im Luftraum nutzbar macht.

Saubere Luft

Phoenix ist das erste Flüssigwasserstoff-Brennstoffzellenflugzeug der Welt, bei dem  die Emissionen komplett eliminiert werden, indem das  Flugzeug mit dem leichtesten aller Elemente angetrieben wird: Wasserstoff.  Warum Wasserstoff?
In der Vergangenheit wurde eine Reihe von Lösungen für das Problem der nachhaltigen Luftfahrt propagiert. Grob gesagt passen diese Lösungen in drei Kategorien: Kerosinäquivalente, Batterien und Wasserstoff. Biokraftstoffe und synthetisches Kerosin sind zwar eine mögliche vorübergehende Lösung für die Kohlenstoffemissionen der Luftfahrtindustrie, aber auf lange Sicht nicht nachhaltig. Die Auswirkungen auf die Luftqualität durch NOx-Emissionen bei der Verbrennung von Kerosin oder Kerosinäquivalenten sind bis zu 4,4-mal höher als die Auswirkungen der CO2-Emissionen auf die Umwelt. Der Prototyp im Maßstab 1:3 wird von einer 1500-W-Brennstoffzelle angetrieben, die mit einem Batteriepack für die Startleistung und Sicherheit gekoppelt ist. Der Wasserstoff wird in einem kryogenen Tank bei -253°C gehalten und über ein komplexes Schlauchsystem auf 0°C erwärmt. Angetrieben von einem Elektromotor am Heck kann Phoenix mit nur 1 kg flüssigem Wasserstoff 7 Stunden lang fliegen und dabei eine Strecke von mehr als 500 km zurücklegen. Diese Ausdauer- und Reichweitenwerte werden von Batterien und herkömmlichen Kraftstoffen nicht erreicht.

Skalierbareres Projekt

Wie jede Pionierarbeit auf technologischem Gebiet erfordert ein Erfolg neben einer Reihe von Tests und wissenschaftlicher Experimente ein Maß an Vertrauen und Geduld. Deshalb sind skalierbare Meilensteine von Bedeutung. 2025 plant AeroDelft den erster wasserstoffbetriebenen Flug der Welt. 2035 soll ein erstes kommerzielles Flugzeug mit selbigem Antrieb in de nUmlauf gebracht werden. So soll mit Blick in die Zukunft auch der Weg für eine emissionsfrei Luftfahrt frei gemacht werden.  Obwohl die  Flugzeuge klein sind, die angestrebten Ambitionen sind es nicht. So arbeitet das Projekt unter niederländischer Federführung  zum Beispiel international an der Entwicklung von Zertifizierungsrichtlinien für Wasserstoffantriebe. Weiterhin glaubt die gesamte Unternehmung fest daran, dass die Arbeit genutzt werden kann, um das erste wasserstoffbetriebene Passagierflugzeug als Greenliner bis 2030 fliegen zu lassen, möglicherweise durch ein Spin-off-Start-up.

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27/2021 Repaq: Kompostierbare Verpackungen

Alle kennen das Problem, doch die wenigsten tun etwas dagegen. Das Plastikproblem. Dabei könnte es so einfach und nachhaltig sein, wie mit Repaq.

Schaut man auf die letzten 70 Jahre zurück, dann kommt da eine erstaunlich große Zahl an produziertem Plastik auf einen zu. Sage und schreibe 8,3 Milliarden Tonnen. Dies entspricht einer Elefantenkette, die 200.000 Mal um die Erde geht. Es wird immer von dem tollen Recycling gesprochen, hier ist allerdings viel Greenwashing dabei. Das erkennt man daran, dass gerade mal 9% von diesem Berg recycelt wurden. 12% wurden verbrannt. Und der Rest? Der befindet sich überall in unseren Lebensräumen und zersetzt sich langsam aber sicher zu Mikroplastik, das über unsere Nahrung wieder zu uns und allen anderen Erdbewohner zurückkommt. Es ist unfassbar, aber durchschnittlich nehmen wir fünf Gramm Plastik pro Woche mit unserem Essen auf. Das entspricht einer Kreditkarte – jede Woche! Aber es gibt ein Lichtblick am Ende des Tunnels und man will hoffen, dass sich dieser durchsetzt. Er heißt Repaq.

Wirklich umweltfreundliche Verpackungen

„Konsequent ökologisch verpacken“ – so lautet der Slogan des Start-Ups, das sich Zero Waste Folienverpackungen verschrieben hat. Diese sind zu 100% plastikfrei und ebenfalls zu 100% kompostierbar. Verpackt werden kann darin eigentlich alles. Aktuell wird sie vermehrt für Lebensmittel, wie Käse, Nahrungsergänzungsmittel, Riegel uvm. eingesetzt. Die in Deutschland produzierten wirklich umweltfreundlichen Verpackungen bestehen zu 90% aus Cellulose, die aus Rest- & Abfallhölzern, aus FSC-zertifizierter Forstwirtschaft mit ausschließlich gentechnikfreien und schnellwachsenden Pflanzen, gewonnen wird. Der Rest besteht aus Wasser, Glycerin und natürlichem Bindemittel, wie bspw. Stärke. Mit diesen Bestandteilen kann die Verpackung “Repaq Garden” in den Kompostierkreislauf, wie die Natur ihn uns geschenkt hat, eintreten und braucht dafür mindestens 42, aber maximal 180 Tage. Egal ob an Land oder im Wasser. So wird das Material mit gleichbleibender Qualität zu 100% zurückgeführt. Dies wurde auch vom TÜV bestätigt, sodass die Verpackung auch in die Biotonne geschmissen werden könnte. “Repaq Garden” ist somit als heim- und gartenkompostierbar ausgezeichnet. Die Verpackung hat sogar noch weitere positive Eigenschaften. Durch sie bleiben die verpackten Lebensmittel wesentlich länger frisch. Wieso? In einer natürlichen Verpackung herrscht auch ein natürliches Klima. Perfekt für Lebensmittel. Und während dem Kompost-Vorgang profitieren auch noch die Würmer. Nachweislich sind sie dadurch 20% gewachsen. Wie ist das belegbar? Der TÜV prüft Materialien dieser Art mittels Würmer. 1000 Stück müssen drei Monate darin überleben. Wenn keiner das Zeitliche segnet, dann ist das Material genehmigt. So bei Repaq. Und hier sind die Würmchen eben auch noch gewachsen.

Wer sich von der Verpackung selbst überzeugen will, kann ein eigenes Zero-Waste Experiment durchführen. Gegen lediglich das Porto kann man sich ein Seedpack bestellen und austesten. Es gibt schon zahlreiche positive Rückmeldungen, dass die Verpackung zu 100% verschwunden ist.

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