Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Kategorie: Allgemein (Seite 36 von 90)

66/2021: Ski fahren ohne Schnee?

Kein Schnee, kein Skifahren. So lautet die Devise, zumindest bis jetzt. Das Chemnitzer Unternehmen Mr. Snow bietet hierfür jetzt eine Lösung an. Eine aus Hightech-Textilien bestehenden Loipe soll das Skifahren nun immer und überall ermöglichen – ohne Schneekanonen und bei jedem Wetter.

Wintersport garantiert

In einigen Skigebieten mangelt es an Schnee. Nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels ist dieses Problem in den letzten Jahren stetig angewachsen. Und wie sagt man so schön – Not macht erfinderisch. Es musste eine Alternative her, denn 14,6 Millionen deutsche Skifahrer wollen ihrer Leidenschaft nachkommen. Während Schneekanonen einen hohen Aufwand an Energie und Wasser benötigen und nur bei Minustemperaturen einsetzbar sind, sollen die textilen Gleitmatten praktisch überall einsetzbar sein: auf Lifttrassen, Langlaufloipen, Rodelbahnen, in Skischul-Arealen, Funparks, bei Sonnenschein und auch Regen. Um ein möglichst schneenahes Erlebnis zu bieten, kann man auf den gewebten Matten nicht nur gerade aus fahren, „sondern auch bremsen, carven und kanten wie auf echtem Schnee“, verspricht Mr. Snow-Mitgründer Jens Reindl.

Einschätzung der Nutzenden

Besonderen Mehrwert hat diese Erfindung nicht nur für Hobbysportler und Anfänger, sondern auch für professionelle Wintersportler wie Skilangläufer oder Skispringer. Diese können nun auch im Sommer auf Schneeäquivalentem Untergrund trainieren. Und die textilen Matten scheinen gut anzukommen. Mr. Snow erreichen Bestellungen aus Europa und der ganzen Welt. Sogar aus dem schneelosen Dubai sollen Bestellungen eingetroffen sein.

Die Revolution des Wintersports?

Machen die Textilmatten echten Schnee nun überflüssig ? Höchstwahrscheinlich nicht. Die Wintersportprofis und Zuschauer sind zwar vom Produkt begeistert, ersetzen könne es den echten Schnee dann aber doch nicht. Die Atmosphäre sei einfach nicht die selbe, wenn man einen grünen Hügel mit einer weißen Matte in der Mitte herunterfährt. Echter Schnee wird also deutlich bevorzugt, wer aufgrund des Wetters oder der Jahreszeit jedoch keine andere Möglichkeit hat, scheint mit der Alternative von Mr. Snow einen guten Kompromiss einzugehen.

 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

65/2021: BikeParker

Die Fahrradmobilität steigt seit 4 Jahren stetig an. Velovio hat sich mit BikeParker auf kreative Parkmöglichkeiten für die Zweiräder spezialisiert, die sich gut in das Stadtbild integrieren lassen.

Fahrradjahre

Im Jahr 2020 wurden 700.000 mehr Fahrräder verkauft, als im Jahr davor. Dies ist auch auf die mobilen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zurückzuführen, ebenso auf vermehrte Freizeitaktivitäten im Freien. Diesen Trend auszubauen und so häufiger das Fahrrad statt das Auto zu benutzten unterstützt inzwischen auch das Bundesverkehrsministerium. Bis 2030 sollen aus 1,5 gefahrenen Stunden im Schnitt pro Bürger 3 Stunden werden. Außerdem soll der Kauf von E-Bikes ähnlich gefördert werden, wie der von Bahntickets, so zumindest der zukünftige Plan.

Platzprobleme

Besonders in Großstädten wird die Platzsituation natürlich nicht besser, Fußgänger, Fahrradfahrer, PKW-Fahrer und die öffentlichen Verkehrsmittel koexistieren mehr oder weniger friedlich nebeneinander. Dabei spielt nicht nur der Ausbau von Fahrradwegen eine Rolle, sondern auch ausreichend Platz sowohl Autos als auch Fahrräder sinnvoll zu parken. Velovio ist ein Unternehmen, dass Fahrradparkständer entwickelt, die sich möglichst platzsparend in die Stadtumgebung integrieren lassen. Die Fahrräder werden nicht horizontal in einen Ständer geparkt, sondern vertikal. Das Ständermodell BikeParker Circle ist, wie der Name sagt, wie ein Kreis angeordnet. Die Circles können um Bäume oder Laternen bis zu einem Durchmesser von 0,7 Metern angeordnet werden. So entstehen auf nur 7 qm, 5 Plätze für Fahrräder und 5 integrierte Sitzmodule. Außerdem sind die Fahrräder durch ein umlaufendes Runddach vor herabfallenden Schmutz geschützt.

Innovationen in the making

Das Produktangebot von Velovio umfasst neben den vertikalen Parksystemen in Kreisform auch größere Module, welche elliptisch geformt sind. Außerdem können die Parkmodule durch praktische Features erweitert werden, wie E-Bike Ladestationen, Luftpumpen oder Werkzeug. Diese Erweiterungen sind allerdings aktuell noch in der Entwicklung und noch nicht auf dem Markt erhältlich. Ziel des Unternehmens ist es, Fahrräder und deren Parkmöglichkeiten in die Stadtgestaltung zu integrieren, sodass sie ein Teil davon werden.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

64/2021: Desert Control

Jedes Jahr verliert die Landoberfläche bis zu 7.000 Quadratkilometer an die Wüste. Mit Nanotonpartikeln von Desert Control soll nun zumindest ein Teil wieder nutzbar gemacht werden.

Die Wüste wächst

Es sind hauptsächlich Menschengemachte Gründe, weshalb sich jährlich auf mehreren Tausend Quadratkilometern Landfläche mehr und mehr Wüstensand ausbreitet. Weideflächen die von zu viel Vieh abgegrast werden, verlieren ihre schützende Vegetationsschicht, dadurch wird der Boden trocken und spröde. Bodenerosion wird auch durch die Abbrennung und Abholzung großer Waldflächen begünstigt, ebenso durch falsche Bewirtschaftung von Ackerflächen. Trockener, sandiger Boden ist weder zum Bau von Gebäuden noch zur Bewirtschaftung gut geeignet. Laut der norwegischen Firma Desert Control verliert die Erde jährlich bis zu 12 Millionen Hektar fruchtbares Land zum Anbau von Pflanzen und Nutzpflanzen. Betrachtet man wie rasant die Weltbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten anwachsen soll, wird die Zahl der Hungernden Menschen auf der Erde enorm steigen.

Problem! Lösung?

Desert Control hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erde wieder etwas grüner zu machen und der Wüste Fläche abzuringen. Hierzu hat das norwegische Unternehmen ein patentiertes Produkt entwickelt, welches Wüstensand innerhalb von 7 Stunden in nutzbaren, fruchtbaren Boden verwandelt. In 12 Jahren Entwicklungszeit wurde Liquid Natural Clay, kurz LNC, entwickelt. Nanotonpartikel die in flüssiger Form auf den Sandboden aufgesprüht werden und dort die Sandkörner umhüllen. Deren Oberfläche wird vergrößert und der Boden durch die Tonbildung angereichert. Sowohl Feuchtigkeit als auch Nährstoffe bleiben im Boden gebunden, dadurch wird der Boden fruchtbarer und Ertragreicher als durch bislang Eingesetzte Methoden. Nach 7 Stunden können die ersten Gewächse gepflanzt werden, außerdem wird weniger Dünger und weniger Wasser benötigt um die Pflanzen zu versorgen.

Massentauglich?

Der Einsatz der Nanopartikel mit dem Zugehörigen Sprühsystem könnte für viele Länder Erde eine enorme Hilfe bedeuten. Gerade Dritte-Welt Länder hätten die Möglichkeit bislang ungenutzte Wüste zu bepflanzen und die Menschen mit dringend benötigter Nahrung zu versorgen. Problematisch sind allerdings bislang noch zwei Dinge. Zum einen ist LNC nicht für jeden Wüstenboden gleich anwendbar. Desert Control benötigt Sandproben um das Nanogemisch anzupassen an die jeweiligen Bodengegebenheiten. Zudem ist das System mit 1,50 Euro pro Quadratmeter zu teuer für viele arme Regionen. Desert Control arbeitet an der Senkung der Kosten auf 20 Cent.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

63/2021 Milo: Aktion Communicator

Das Walkie-Talkie war gestern…oder? Fans des in die Jahre gekommenen Kommunikationsgerätes, könnten mit Milo eine Neuauflage des Walkie-Talkies erleben. Die österreichische Firma Aqipa spezialisiert sich auf den Aufbau, den Support und die Vermarktung von bekannten Marken. Nun bringen sie mit „Milo“ ein eigenes Produkt auf den Markt.

New Look

Erinnert man sich zurück an die Walkie-Talkies aus der Kindheit, denkt man wahrscheinlich zuerst an ihr klobiges und unhandliches Äußeres. Außerdem konnte man immer nur dann Sprechen oder Hören, wenn man seitlich einen Knopf gedrückt hielt. Die heutzutage etwas moderneren Funkgeräte die von Feuerwehr, Polizei oder auf Baustellen verwendet werden, sind zwar kleiner, unterscheiden sich optisch jedoch nicht von ihren großen Vorgängern. Aqipa hat mit Milo ein Walkie-Talkie kreiert, das sich sowohl optisch als auch durch verändertes Handling abhebt. Etwa Handtellergroß, flach und rund ist das Walkie-Talkie von heute. Ein weiterer Unterschied ist die Tatsache, dass es zur Nutzung nicht permanent in der Hand gehalten werden muss. Durch einen Knopfdruck aktiviert sich die Sprech- und Hörfunktion und bleibt solange in Betrieb, bis sie durch einen erneuten Knopfdruck stumm geschaltet wird. Durch einen integrierten Magneten, kann der Milo Communicator an der Jacke, dem Rucksack oder dem Fahrradlenker angebracht werden.

New Handling

Wozu sollte man im Zeitalter von Handys und Ear Pods ein Walkie-Talkie brauchen? Milo ist auf eher actionreichere Aktivitäten spezialisiert, solche bei welchen ein Handy anfällig für Schäden ist. Ob bei Ski-Abfahrten, Mountainbike Trails, steile Bergwanderungen oder Wildwassertouren, hilft Milo bei der Kommunikation mit der Gruppe. Er ist Wasser- und Staubfest, kann also auch Unterwasseraktionen wegstecken. Er wird an der Kleidung oder dem Fahrradlenker befestigt und kann auch turbulente Fahrten oder Stürze überstehen. Auch weitere Entfernungen, Wind, Wetter, Hitze und Kälte hält der Milo Communicator aus. Die Kommunikation erfolgt durch 6 integrierte, verzerrungsarme Digitalmikrofone, welche Wind- und Rauschgeräusche unterdrücken. Klarer und verständlicher Austausch mit den übrigen Mitgliedern der Gruppe ist problemlos möglich, sofern alle mit einem Milo Communicator ausgestattet sind. Die Batterie hält bei starker Nutzung einen Tag und die Kommunikationskanäle sind verschlüsselt.

Must have?

Davon abgesehen das das Gerät noch nicht verkauft wird, Erfahrungsberichte demnach nur von einigen Ausgewählten Personen existieren, ist auch zum Preis des Gagdets noch nichts bekannt. Den Herstellern zufolge ist er dennoch ein Muss, zur drahtlosen Vernetzung bei actionreichen Outdooraktivitäten.

 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

62/2021: WYE

Holz gilt als ewiger Rohstoff, ist in einer schnelllebigen Zeit dennoch endlich. Das Oberbayerische Startup „WYE“ stellt Möbel aus Holznebenprodukten her, die nicht nur stylisch sondern auch recyclebar sind.

Patentiertes System

Die WYE Gründer entwickelten zur Herstellung recyclebarer Möbelstücke den robusten Werkstoff Neolign®. Bestehend aus Holzspänen die in der industriellen Möbelproduktion anfallen, Polymeren und speziellen Farbpasten wird aus diesem Werkstoff jedes Möbelstück des Unternehmens hergestellt. Die Kombination aus den genannten Stoffen macht das Material witterungsbeständig und robust. Die Durchdringung des Holz- und Polymere Gemischs mit der Farbpaste bewirkt, dass das Möbelstück nach langjähriger Nutzung fachgerecht abgeschliffen werden kann und im Grunde wie neu aussieht. Das Startup plant in Zukunft auch andere Wohngegenstände aus Neolign® herzustellen, wie die neuen Küchentabletts. Die Möbelstücke können bei ausgewählten Händlern, oder Online erworben werden.

Rohstoffkreislauf

Was macht Möbel aus Neolign® noch aus? Das Eigenheim wird renoviert, Möbel passen nicht mehr zum neuen Einrichtungsstil oder beim Umzug kann nicht jedes Möbelstück mitgenommen werden. Um diesen schnelllebigen Trends entgegen zu wirken und das Aussortieren von Möbeln umweltfreundlicher zu gestalten, bietet WYE seinen Kunden an, das gekaufte WYE Möbel zurückzunehmen, wenn es nicht mehr gewollt ist. Der Kunde erhält eine Gutschrift welche er zum Neukauf einsetzen kann. WYE wiederum verarbeitet das gebrauchte Möbelstück zu Neolign® Granulat und stellt daraus ein neues Stück her. So kann der Werkstoff über Jahrzehnte verwendet werden und eine Art natürlicher Kreislauf entsteht. Die Umwelt wird in vielerlei Hinsicht geschützt, beispielsweise durch die Einsparung von CO² oder die Verwendung von existierenden Nebenprodukten. Bei der Herstellung des innovativen Werkstoffes wird auf den Zusatz von Weichmachern, PVC und Formaldehyd verzichtet.

Kein Haken?

Innovation hat ihren Preis, so auch die Möbel von WYE. Nun muss bei Möbeldesign jeder Verbraucher selbst entscheiden ob Design und Kosten in die eigenen vier Wände passen. Zumindest der Umweltgedanke verursacht kein schlechtes Gewissen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

61/2021: Klimaneutrales Kerosin

Der CO² Ausstoß durch den deutschen Flugverkehr lag in den letzten 20 Jahren bei 16,3 Milliarden Tonnen. Die angestrebte Klimaneutralität des Landes bis 2045 verlangt ein Umdenken, auch in der Flugindustrie. Klimaneutrales Kerosin soll Abhilfe schaffen.

Weltweit neuartig

In Werlte im Emsland wurde am 04.10.2021 die weltweit erste Produktionsanlage für „Grünes Kerosin“ eröffnet, betrieben von der Klimaorganisation Atmosfair. Ab 2022 soll die Versuchsanlage den Betrieb aufnehmen und klimaneutralen Flugzeugtreibstoff produzieren. Ausschlaggebend für wirklich „grünes“ Kerosin ist es, dass jeder Bestandteil der Produktion durch erneuerbare Energien hergestellt wird. Kerosin wird in der Massenproduktion aus Erdöl gewonnen. Klimaneutrales Kerosin besteht aus Wasser und Strom, welcher aus umliegenden Windkraftanlagen bezogen wird. Mittels Elektrolyse wird dem Wasser der Wasserstoff entzogen und durch Zusatz von CO² entsteht synthetischer Flüssigtreibstoff. Das CO² wird als Abfallprodukt aus Biogasanlagen gewonnen oder aus der Luft gefiltert. Der Treibstoff wird auch „Power-to-liquid“ (Ptl) Treibstoff genannt, was bedeutet, dass aus elektrischer Energie Flüssigtreibstoff wird.

Lufthansa macht den Anfang

Als vorerst einziger Abnehmer hat sich die Lufthansa auf 5 Jahre vertraglich verpflichtet, jedes Jahr mindestens 25.000 Liter des Treibstoffes einzukaufen.
Schon in der Vergangenheit hat die Lufthansa den Kerosinbestand durch biogene Treibstoffe, gewonnen aus Abfällen oder alten Speiseölen, ergänzt.
Die Anlage in Werlte ist ab 2022 in der Lage, etwa eine Tonne Rohkerosin zu erzeugen, ab 2026 muss in Deutschland jedoch 0,5% des genutzten Treibstoffes Ptl Treibstoff sein, was ca. 50.000 Tonnen jährlich entspricht. Der Bau weiterer Anlagen bzw. der Ausbau des Produktionsvolumens muss in den nächsten 4 Jahren also enorm ansteigen, um dieses Ziel zu erreichen.
Etwas vereinfacht ausgedrückt: Ein einfacher Transatlantik-Flug von Frankfurt nach New York in einem A380, verbraucht etwa 115 Tonnen Kerosin. Die Anlage in Werlte müsste dafür bis Mitte Juni 2022 jeden Tag die Maximale Kapazität produzieren, um diesen Flug vollständig mit Kerosin zu versorgen.
Die Planung sieht daher vor, soviel wie möglich des herkömmlichen Kerosins durch das Synthetische Kerosin zu ersetzen. Bis 2030 müssen laut Bundesumweltministerium 200.000 Liter des jährlichen Kerosinverbrauchs aus Ptl Treibstoff bestehen, dies entspricht 2% des kompletten Kerosinbedarfs.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

 

60/2021 Tocsen: Sturzhelmsensor

Mountainbiken auf unwegsamem Gelände, ein Ausritt durch die Flur, eine frühmorgentliche Abfahrt im Schneewunderland – oftmals ist man bei solchen Freizeitaktivitäten alleine unterwegs, gut gerüstet mit Helm. Doch was geschieht im Falle eines Unfalls? Mit Tocsen, dem Sturzhelmsensor, ist man nie alleine unterwegs.

Der Hintergrund

Die Gründer von Tocsen waren sich nach einem lebensbedrohlichen Mountainbikesturzes eines Freundes einig: Die zufällige Hilfe die ihr Freund von Wanderern erhalten hat, könnte auch anderen Unfallopfern das Leben retten. Doch wie kann ein, oftmals bewusstloser oder bewegungsunfähiger Mountainbiker, Reiter oder Wintersportler auf sich aufmerksam machen? Sie erfanden den Tocsen Sensor.

Funktionsweise

Zweck des Sensors ist es, den Aufprall des Helmes auf Untergrund zu erkennen und einen Notruf abzusetzen. In Kombination mit einer App kann auf die Tocsen Community und speziell festgelegte Notfallkontakte zurück gegriffen werden. Erkennt der Sensor die Heftigkeit eines Aufpralls, erfragt die App zunächst ob es dem Helmträger gut geht. Sollte der Helm also beispielsweise versehentlich herunterfallen, geben sowohl Sensor als auch App akustische Signale ab, die eine Reaktion erfordern. Reagiert die Person nicht, wird die Tocsen Rettungskette aktiviert. Es werden sowohl die hinterlegten Notfallkontakte per SMS alamiert, als auch mögliche Tocsen App Besitzer die in der Nähe sind. Die App sendet dabei Informationen wie Alter, Geschlecht und Name mit, sowie die GPS Koordinaten des Unfallortes. Selbst bei schlechtem Netz ist die Absetzung des Notrufs möglich.

Rahmendaten

Der Tocsen Sensor kann als kleines Gagdet nachgekauft werden. Er kann mit einer Klebefläche auf dem vorhandenen Helm angebracht werden. Dabei ist es egal um welche Art von Helm es sich handelt, solange eine etwa 3cm breite, glatte Fläche vorhanden ist. Außerdem bieten die Hersteller Alpina und Uvex bereits eine Tocsen Helmreihe an, die den Tocsen Sensor integriert hat. Der Akku kann wiederaufgeladen werden und hält bei normaler Nutzung etwa 3 Monate. Das Gerät ist wasserdicht und kann im Wasser genutzt werden.

 

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

59/2021 INVIRTO: Virtuelle Therpapie

Virtuelle Therapie in Zeiten der Digitalisierung. Mit  Hilfe der App INVIRTO soll es möglich sein,  Angststörungen zu therapieren um das Leben und Alltägliche Situationen Angstfrei meistern zu können. 

Was steckt dahinter?

Angststörungen, Panikattacken oder Platzangst schränken etwa 12 Millionen Deutsche Bürger in ihrem Alltäglichen Leben ein. Viele von ihnen befinden sich jedoch nicht in Behandlung, entweder aus Angst vor der öffentlichen Meinung oder Mangel an verfügbaren Therapeuten. Die App INVIRTO wurde vom deutschen Start-up Sympatient entwickelt um Menschen zu Helfen die unter Angststörungen leiden. Wird man Nutzer, erhält man Zugang zur App über das Smartphone und bekommt anschließend per Post Infomaterial und eine VR-Brille. Diese Brille ist wichtiger Bestandteil der Therapie. Zunächst macht der Patient über einen Fragebogen Angaben zu sich selbst, anschließend folgt ein Diagnosegespräch mit einem der approbierten Therapeuten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Nun folgt der Versand des Materials und die Zugangsdaten zur App. Nun absolviert der Patient in über 12 Stunden das Kursprogramm, bestehend aus Step-by-Step Übungen, Videoanrufen mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin, Videos in welchen die individuellen Angstsituationen simuliert und deren Überwindung zu trainieren. Check-ups bieten Sicherheit und werden von approbierten Therapeuten durchgeführt.

Erfolgsrezept?

INVIRTO ist ein Medizinprodukt welches in Zusammenarbeit mit dem Lübecker Universitätsklinikum und Neurowissenschaftlern entwickelt wurde. Es ist als Medizin Produkt zertifiziert und muss vom behandelnden Psychotherapeuten per Rezept verschrieben werden.  Von einigen Krankenkassen wird die Therapie über INVIRTO übernommen. Voraussetzung zur Nutzung ist eine diagnostizierte Agoraphobie mit oder ohne Panikstörung, Panikstörung oder sozialen Phobie. Außerdem muss man das 18. Lebensjahr erreicht haben.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

58/2021 ITER: Baukasten „künstliche Sonne“

Energieprobleme gelöst – durch eine künstliche Sonne. Ein Projekt das vor 35 Jahren begann, soll die Menschheit mit sauberer und unendlicher Energie versorgen. Machbar soll das durch den Internationalen Thermonuklearen Experimentellen Reaktor, kurz ITER, sein. Ein international finanziertes Projekt, dass 2025 seinen Abschluss finden soll.

Ingenieurskunst, Physik und harte Arbeit

Der ITER dient zunächst als Grundlagenforschung, um den Beweis zu erbringen das es möglich ist, die Verschmelzung der Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium zu Helium durchzuführen und durch diesen Vorgang saubere Energie zu gewinnen. Dies ist derselbe Vorgang durch welchen unsere Sonne ihre enorme Energie generiert. Die Isotope Deuterium und Tritium sind als Rohstoffe unendlich gewinnbar. Der Reaktorkern wird mit Hilfe von Mikrowellenöfen auf mehrere Millionen Grad Celsius erhitzt, es entsteht ein Plasma, dass sich entzündet sobald Deuterium und Tritium zugeführt werden. Die Kernschmelze beginnt und erzeugt im Idealfall genug Energie um die selbstständige Produktion von weiterem Plasma aufrechtzuerhalten. Werden dann weiterhin Deuterium und Tritium zugegeben bleibt dieser Kreislauf über gewisse Zeit selbstständig bestehen. Von Vorteil ist bei dieser Art der Energiegewinnung, dass weder Abfallprodukten entstehen, wie bei der Kernspaltung, noch die Gefahr einer Kettenreaktion besteht sollte der Brennstoff ausgehen. Alleine der Bau der ITER Anlage dauert bist Dato 10 Jahre und wird noch weitere 3-4 Jahre in Anspruch nehmen. Der eigentliche Reaktor plus die umliegenden Gebäude werden auf einem 42 Hektar Großen Gelände errichtet und umfassen 7 Gebäude. Umgesetzt wird der Bau von etwa 1600 Arbeitern, 400 Ingenieuren und Projektmanagern aus den 30 beteiligten Ländern.

Wie ist das überhaupt möglich?

Geplant ursprünglich als Ost-West Projekt zwischen den USA und der Sowjetunion wird die Anlage in Cadarache, Frankreich gebaut. Neben Russland und Amerika sind unter anderem die Europäische Union, China, Indien, Japan und Südkorea beteiligt. Insgesamt 30 Projektpartner leisten ihren Beitrag indem sie technische Komponenten und Ingenieur- und Forschungsleistung beisteuern.

Was kann schief gehen?

Geld spielt bei solchen Mammutprojekten eine entscheidende Rolle. 90% der Kosten werden durch gestellte Sachleistungen oder Mitarbeiter gestemmt. Jedoch ist der geplante Kostenrahmen schon längst gesprengt. Ursprünglich waren Kosten von etwa 5 Milliarden Euro angepeilt, inzwischen ist dieser Betrag auf sein Vierfaches angestiegen. Tendenz steigend. Kritiker sind der Meinung das diese Summen besser in erneuerbare Energien investiert werden sollten, statt in unzeitgemäße Großprojekte. Dem entgegen steht der wachsende Energiebedarf der Menschheit, die wohl immer auch auf Großanlagen angewiesen sein wird, um diesen Bedarf zu decken. Ebenso problematisch ist aus physikalischer Sicht nach wie vor die Frage, wie das extrem heiße Endmaterial Helium sicher abgeführt und neues Brennmaterial im selben Zug dem Reaktor zugeführt werden kann.

Bleiben die Partner dem Projekt weiterhin treu und werden weitere Schwierigkeiten in Zukunft gelöst, könnte dies die Lösung für alle Energieprobleme bedeuten.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

57/2021: Mammuts vs. Klimawandel

Den Klimawandel zu hemmen haben sich viele Unternehmen und Projekte zur Aufgabe gemacht. Das US-Startup Colossal möchte seinen Beitrag leisten, indem es das bereits ausgestorbene Wollhaarmammut wieder auferstehen lässt. Dieses ehrgeizige Ziel soll in den nächsten 3-5 Jahren verwirklicht werden.

Das Mammut – Kein neues Zootier

Entgegen den Vermutungen, man würde das Mammut alleine wegen der daraus resultierenden Attraktion wieder zum Leben erwecken wollen, stehen hinter dem Vorhaben höhere Ziele. Die Neuzüchtung eines Mammuthybriden soll helfen, den Klimawandel zu verlangsamen. Zu diesem Zweck sollen einem Elefantenembryonen DNA Bestandteile eines Mammuts „geimpft“ werden, welche dann die markanten Merkmale der ausgestorbenen Tiere ausbilden. 2013 hatten Forscher auf russischem Boden entsprechendes Genmaterial in Form eines Mammut Kadavers entdeckt. Vor etwa 10.000 Jahren wanderten die riesigen Tiere durch die arktischen Gefilde dieses Planeten. Sie und andere Tierpopulationen haben vor Jahrhunderten dafür gesorgt, dass sich die Permafrostböden Sibiriens nicht erwärmen konnten. Sie legten durch abgrasen und entwurzeln der Bäume den Boden frei, sodass dieser im Winter den kalten Temperaturen ausgesetzt war. Permafrostböden weltweit sorgen für Stabilität. In den weiten Ebenen Sibiriens würden sich bei zunehmender Erwärmung des Bodens Sümpfe bilden, die womöglich größere Mengen Methangas freisetzen würden. Dies könnte die Erderwärmung noch beschleunigen. Die Besiedlung eines sibirischen Nationalparks mit größeren Populationen des Wisents, Yaks, Jakuten-Pferdes, Rentiers und Moschusochsen zeigt bereits erste Erfolge den Permafrostboden zu erhalten. Hier sollen die Mammut Hybriden ein erstes Zuhause finden.

Kritik und Ausblick

Dass das Mammut eine Gefahr für den Menschen darstellen könnte, hat der russische Forscher Nikita Simow ausgeschlossen, ihm untersteht der Nationalpark in Sibirien in welchem die Hybriden angesiedelt werden sollen. Simow sagt jedoch auch, das die Erwartungen in das Projekt nicht zu hoch angesetzt werden sollten. Die Chance auf einen direkten Erfolg hält er für gering. Weiterhin gibt der Permafrost-Experte Guido Grosse zu bedenken, dass eine extrem große Fläche von extrem vielen Tieren bevölkert werden muss, um den Effekt auf den Boden schnell genug zu erreichen, damit das Erwärmen der Permafrostböden aufgehalten wird.

Aller Kritik zum Trotz will Colossal das Projekt weiter voran treiben und zusätzlich auf andere Tier und Pflanzenspezies ausweiten. So sollen auch andere, ausgestorbene, für das Ökosystem wichtige Spezies wiederbelebt und für die Nachwelt konserviert werden.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 RAKETENSTART

Theme von Anders NorénHoch ↑