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Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Schlagwort: Solar

70/2020 Solarbenzin von Synhelion

Ene mene min, aus Luft und Sonne wird Benzin. Klingt unglaublich, ist aber wahr, was Forschern in Zürich gelungen ist.

Es gleicht Zauberei und doch ist es aus physikalischer Sicht total plausibel. Forschern der ETH Zürich ist es nach über zehn Jahren gelungen, einen nachhaltigen Flüssigtreibstoff aus nur zwei Zutaten, und zwar Sonnenlicht und Umgebungsluft, herzustellen. Synhelion könnte somit eine unglaubliche Energierevolution anzetteln. Ihr Verfahren demonstrieren die Forscher unter realen Bedingungen, auf dem Dach des ETH-Zentrums in Zürich. Dort steht die Pilotanlage oder auch Mini-Raffinerie genannt. Auf einer größeren Anlage, in Móstoles, in der Nähe von Madrid, wird durch das EU-Projekt „Sun to Liquid“ das Verfahren bereits seit drei Jahren außerhalb des Züricher Labors auf die Probe gestellt. Auf einer großen Fläche, etwa so groß wie zwei Tennisplätze, lenken 169 bewegliche Heliostaten – einfach genannt Spiegel – Sonnenlicht auf einen von der ETH eigens entwickelten Turm, der 10x größer ist als der auf der Pilotanlage.

Wie entsteht das Solarbenzin?

Im Kern des Turms sitzt eine poröse Struktur aus Ceriumoxid. Ein von der ETH patentiertes, ganz spezielles Material, in dem bei einer Temperatur von 1500°C eine thermochemische Reaktion ausgelöst wird. Wasser (H2O) und Kohlenstoffdioxid (CO2), das vorher der Umgebungsluft entzogen wurde, werden gespalten. Das Überbleibsel ist ein Synthesegas aus Wasserstoff (H2) und Kohlenmonooxid (CO). Dieses lässt sich anschließend verflüssigen und zwar zu Benzin oder Kerosin, mit dem Autos und Flugzeuge betankt werden können. Bei dessen Verbrennung wiederum, wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie auch vorher der Luft entnommen wurde. Der Solartreibstoff ist also CO2 neutral.

Gibt es den Solartreibstoff schon?

Nein, aktuell befindet er sich noch in der Testphase. Das Ziel des Unternehmens ist es aber allemal das Verfahren zu kommerzialisieren. Um dies zu erreichen, müsste die Anlage in Madrid aber um das 100-fache ausgeweitet und die Effizienz des Verfahrens gesteigert werden. Bei einem doppelt so hohem Preis wie der eines fossilen Treibstoffs, ist er eben auch noch nicht konkurrenzfähig. Erstaunlich ist allerdings, dass eine Solaranlage von einem Quadratkilometer Fläche 20.000 Liter Kerosin / Tag herstellen könnte. Würde man also theoretisch eine Anlage in Größendimensionen der Fläche der Schweiz haben, könnte mit dem Solartreibstoff der Kerosin-Bedarf der kompletten Luftfahrt bedient werden.

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63/2020 Solmove: Straßen der Zukunft?

Fahren wir bald nicht mehr auf Asphalt, sondern auf Solarpanelen von Solmove? Sinnvoll wäre es. Was die alles können, jetzt!

Solmove könnte der Vorreiter in Sachen Straßen unserer Zukunft sein. Das bereits mehrfach ausgezeichnete Unternehmen stellt sogenannte ‘smart solar streets‘ her, also intelligente Solarstraßen. Mit diesen könnten Flächen, wie Radwege, Seitenstreifen und Straßen, nachhaltig genutzt werden, um saubere Energie zu produzieren. Dies bietet mehrere Vorteile. Erstens: Doppelte Flächennutzung. Bereits vorhandene Flächen könnten als Verkehrsweg und zur Stromerzeugung verwendet werden. So sinkt der Flächenverbrauch für erneuerbare Energien in unserer schönen Natur. Zweitens: Refinanzierung des Straßenbaus. Die Solarstraßen verdienen Geld, in dem sie Strom herstellen, der entweder direkt genutzt oder auch gegen Geld eingespeist werden kann. Drittens: Vorantreiben der E-Mobilität. Selbst in Deutschland würden sich 1.400 km2 horizontale Flächen zur doppelten Nutzung anbieten. Auf diese Weise könnten 20.000.000 Autos mit Strom versorgt werden – in Verbindung mit einer induktiven Ladetechnik sogar während der Fahrt auf den Solarstraßen. Viertens: Erreichung der Klimaziele. Ohne den Aufwand riesige Kraftwerke zu bauen, kann so 100% CO2 eingespart und Kohle und Atom ersetzt werden.

Die Solmove-Technologie

Volt Street: Perfekt geeignet für Straßen und große Flächen. Solwalk: Passend für Gehsteige und Fahrradwege. Beide basieren auf ein und demselben Modul, das sauberen Strom produzieren kann. Und dieses wiederum beruht auf der bewährten Photovoltaik-Technologie. Solmove kombiniert diese mit einer innovativen und sehr stabilen Glasoberfläche. Glas? Das hört sich nicht sehr vielversprechend an. Vor allem, wenn reger Straßenverkehr darauf stattfinden soll. Das ist es aber. Die Module sind robust, rutsch-, griff- und bruchfest und langlebig. Der Hersteller gibt eine Nutzungsdauer von mindestens 20 Jahren an. Per Stecksystem lassen sich so beliebig große Flächen bedecken und zu einem Solarkraftwerk umwandeln. Die besagte Glasoberfläche sorgt dafür, dass das einfallende Licht optimal auf die darunter liegenden Solarzellen fällt. So können pro m2 im Jahr 100kWh Energie erzeugt werden. Bei minimierten Fahrgeräuschen lässt das spezielle Oberflächenprofil Regenwasser gut abfließen – sogar besser als herkömmliche Straßenbeläge – und so können sich die Module sogar selbst reinigen. Bedenken bei Unfällen oder Beschädigungen sind auch ausgeschlossen, denn die Höhe der Gleichspannung ist auf 30 Volt begrenzt und somit im ungefährlichen Bereich. Zusätzlich gibt es die Möglichkeiten den Straßenbelag optional beleuchten und beheizen zu lassen. Mit den Solarstraßen müssen also keinerlei Einbußen im Gegensatz zu unseren herkömmlichen Straßen eingesteckt werden. Nein, mit Solmove wären wir sogar um Welten effizienter.

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