Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Schlagwort: lebensmittelverschwendung

67/2024 Von Abfall zu Innovation: Wie Kern Tec Obstkerne nachhaltig nutzt

Kern Tec revolutioniert die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie, indem es Obstkerne, die sonst im Müll landen, zu hochwertigen, nachhaltigen Produkten verarbeitet. Durch innovative Technologien werden Ressourcen geschont, Lebensmittelabfälle reduziert und neue Einkommensströme für Obstbauern geschaffen. Ein Gewinn für Konsumenten, Produzenten und die Umwelt.

Die Lebensmittelbranche steht vor großen Herausforderungen: Immer mehr Konsumenten verlangen nach nachhaltigen und ressourcenschonenden Produkten, während Lebensmittelverschwendung global immense Ausmaße annimmt. Das niederösterreichische Unternehmen Kern Tec bietet eine Lösung, die Innovation und Nachhaltigkeit miteinander verbindet: Es verwandelt Obstkerne, die bisher als Abfall galten, in wertvolle Rohstoffe für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie.

Ein Rohstoff mit Potenzial: Obstkerne neu gedacht

Die Erfolgsgeschichte begann in der berühmten Wachau-Region. Obstbauern wiesen darauf hin, dass jährlich Tonnen von Kernen ungenutzt entsorgt werden, obwohl sie einen kostbaren, nahrhaften Kern enthalten. Bislang fehlte es jedoch an Technologien, um die harten Schalen zu knacken und die enthaltene Blausäure zu reduzieren. Kern Tec entwickelte eine innovative Lieferkette, die diese Herausforderungen löste: Von der Sammlung der Kerne bis zur Verarbeitung in hochmoderne Brech- und Sortieranlagen sowie Blausäure-Reduktionsprozesse.

Die so gewonnenen Rohstoffe finden vielseitige Verwendung: In der Lebensmittelindustrie entstehen daraus pflanzliche Alternativen wie Milch, Snacks oder Schokolade, während in der Kosmetik hochwertige Öle zum Einsatz kommen. Für Konsumenten bedeutet das: nachhaltige Produkte mit einzigartigem Geschmack und Mehrwert, die den Planeten schonen.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Kern Tec setzt auf einen konsequent nachhaltigen Ansatz, der in vielerlei Hinsicht punktet:

  • Reduzierung von Lebensmittelabfällen: Kern Tec rettet jährlich Tausende Tonnen Obstkerne vor der Entsorgung.
  • Ressourcenschonung: Keine zusätzlichen Flächen, kein zusätzliches Wasser – die Kerne sind bereits ein Nebenprodukt der Obsternte.
  • Umweltschutz: Die Nutzung der Kerne hilft, CO₂-Emissionen zu verringern und schont Lebensräume.
  • Unterstützung lokaler Produzenten: Obstbauern profitieren von zusätzlichen Einkommensströmen.

Ein weiterer Meilenstein war die Auszeichnung mit dem Marketed Innovation Prize der EIT Food. Dieser Preis würdigt Startups, die innovative Lösungen zur Förderung eines nachhaltigen Lebensmittelsystems bieten. Die Anerkennung bestärkt Kern Tec, seine Mission weiter voranzutreiben und international zu expandieren.

Weiterführende Informationen finden Interessierte beim Anbieter: Kern Tec.

64/2022: Knärzje Brotbier gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung ist ein weltweites Problem. Allein in Deutschland werden jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Mit 35 Prozent landen hier am ehesten Obst und Gemüse in der Tonne, an zweiter Stelle folgen mit 13 Prozent Brot und Backwaren. Brot ist besonders in Deutschland beliebt, weshalb in Bäckereien viel hergestellt, aber leider auch viel weggeworfen wird. Knärzje greift ein und nutzt dieses Brot zum Bierbrauen.

Eine von über 3000 Brotsorten kommt in Deutschland mindestens einmal am Tag auf den Tisch. Besonders die Deutschen lieben ihr Brot, weshalb hierzulande die Bäckereien nicht enttäuschen wollen. Eine durchschnittliche Bäckerei muss allerdings zwischen zehn und 20 Prozent der Produkte am Ende des Tages entsorgen, weil unklar ist, was und wie viel gekauft wird.

Das erste Zero-Waste-Bier Deutschlands

Dieses aussortiere Brot verwendet das Startup Knärzje aus Frankfurt am Main zum Bierbrauen und stellt damit das erste bio-zertifizierte-Zero-Waste-Bier Deutschlands her. Der Großteil des Brots, das im Müll landet, ist noch vollkommen genießbar, da dachten sich die Gründer mit einem Hang zur Nachhaltigkeit „Wieso kein Bier daraus machen?“.

Mit jeder Flasche wird eine Scheibe Brot vor dem Müll gerettet, knapp 23 Liter Wasser und circa 300 Gramm CO2 werden gespart und rund ein Viertel Quadratmeter Land wird geschont. Durch den neuen Zusatz wird die Rohstoffbasis für die Bierherstellung erweitert, was ganz neue Möglichkeiten schafft.

Der Name des Brotbiers „Knärzje“ leitet sich vom Hessischen Wort für das Endstück vom Brot ab, für das es übrigens allein in Deutschland über 200 Bezeichnungen gibt.

So wird das Knärzje Bier gebraut

Beim Knärzje Brotbier handelt es sich um ein obergärig gebrautes Bier, das geschmacklich einem Hellen, der Naturtrübe wegen aber auch einem Kellerbier ähnelt. Das getrocknete und gehäckselte Brot wird beim Einmaischen dazu gegeben, der restliche Bauprozess verläuft wie beim normalen Bier.

Nach dem in Deutschland herrschenden Reinheitsgebot darf Bier nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser hergestellt werden. Das Knärzje Bier erfordert durch Austausch von Brot statt Malz eine Sondergenehmigung, die nur beim obergärigen Bier erteilt werden darf, untergäriges Brotbier ist verboten.

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58/2022: Delicious Data geht mit Machine Learning gegen Lebensmittelverschwendung vor

In Deutschland wurden im Jahr 2020 circa 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle verursacht. Rund 17 Prozent davon entstanden durch Außer-Haus-Verpflegung, also in Restaurants, Kantinen und Caterings. Die Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem, Delicious Data will mit Machine Learning und Algorithmen dagegen vorgehen.

Lebensmittel bleiben in den unterschiedlichsten Bereichen übrig, sei es nach der Mittagspause in der Kantine, abends in der Auslage beim Bäcker oder im Restaurant auf dem Teller. Hauptproblem ist die Planungsunsicherheit in all diesen Bereichen, weil die Nachfrage nach den einzelnen Lebensmitteln oder Produkten nur ungefähr geschätzt werden kann. Mit Delicious Data sollen Gastronomen unterstützt werden, ihre Einkäufe besser zu planen.

Was macht Delicious Data?

Bei Delicious Data handelt es sich um ein Prognosesystem. Mit Hilfe dieses Systems soll vorausgesagt werden können, wie viel von welchem Gericht zu welchen Zeitpunkt benötigt wird. Dieses Wissen wird generiert aus großen Datenmengen und künstlicher Intelligenz. Hierfür werden die Kassen- oder Warenwirtschaftsdaten aus der Vergangenheit, also das Wissen aus den Absatzprognosen darüber, was in den letzten Monaten bis Jahren verspeist wurde, mit wetter- und kalendarischen Daten über die künstliche Intelligenz verbunden. Der Tagesplaner ermittelt aus diesem Wissen den tatsächlichen Artikelbestand und den Produktionsbedarf, welche sich über den Tag hinweg immer wieder aktualiseren.

Mit diesem Wissen kann besser geplant werden, was die Zusammenstellung des Sortiments und Änderungen im Angebot betrifft und Lebensmittelabfälle können reduziert werden.

Hier kommt Delicious Data zum Einsatz

Delicious Data kommt in den unterschiedlichsten Bereichen im Lebensmittelsektor zum Einsatz. Bisher konnten in Bäckereien, Gemeinschaftsverpflegungen, im Lebensmitteleinzelhandel und in der Systemgastronomie nach eigenen Angaben zufolge 345678 Kilogramm Lebensmittel gerettet werden.

Bekannte Kunden sind beispielsweise Bayer Gastronomie, ERGO Gourmet GmbH oder die Studierendenwerke Darmstadt, Frankfurt am Main oder Vorderpfalz. Dabei geht es in diesen unterschiedlichen Einsatzgebieten nicht nur um die bessere Planung und Reduzierung der Lebensmittelabfälle, sondern auch um das Auffangen von Fachkräftemangel durch verbesserte Prozesse und Reduzierung des Stresses der Mitarbeiter.

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57/2019 „Too Good To Go“ – die App wider die Lebensmittel-Verschwendung

Mit der App ‚Too good to go‘ sollen Nutzer günstige Essens-Pakete von Restaurants und Co. aus der Umgebung buchen können. Diese Pakete sollen noch gute, aber übrig gebliebene Speisen enthalten, welche dann für einen günstigen Preis verkauft werden. Auf diese Weise sollen weniger Lebensmittel entsorgt werden müssen.

„Too Good To Go“ heißt die App, welche der großen Lebensmittelverschwendung entgegenwirken möchte. Die Nutzer dieser App soll bei vielen verschiedenen Restaurants, Cafès und Co. günstige Essenspakete buchen können. Über die App soll das Buchen kinderleicht gestaltet werden, da über eine Karte alle beteiligten Lokalitäten angezeigt werden. Im Anschluss soll man sein Wunsch-Essenspaket auswählen können und die Abholzeit wird angezeigt. Danach wird bequem über die App bezahlt. Beim Abholen wird dann lediglich der entsprechende Beleg vorgezeigt.

Tägliche Speisenkalkulation schwierig

Auf diese Weise können beide Seiten profitieren. Die Besitzer von Restaurants, Bäckereien und Co. müssen ihr übrig gebliebenes, noch gutes Essen am Ende des Tages nicht wegschmeißen und andere Menschen sollen eine großzügige Portion Essen für kleines Geld erhalten. Denn Anbieter von Speisen können vorab nur grob abschätzen, wie viel und welche Gerichte pro Tag benötigt werden. Es ist dabei fast unmöglich eine genaue Kalkulation zu treffen. „Too Good To Go“ bietet deshalb eine gute Möglichkeit, diesem Problem entgegenzuwirken. Allerdings können beispielsweise Bäckereien keine genauen Angaben machen ob oder wie viele Hörnchen und Brezeln nicht verkauft werden. So wird am Ende des Tages meist ein Überraschungspaket aus dem Essen, welches noch übrig geblieben ist, zusammengestellt. Die Nutzer können so im Vorfeld je nach Lokalität nur grob abschätzen, um welche Speisen es sich Nachhinein handelt. Dies soll aber auch durch den niedrigen Preis gerechtfertigt werden. Die einzelnen Beschreibungen der Anbieter innerhalb der App sollen zudem das Speisenangebot eingrenzen, falls es bei der Mahlzeitenauswahl nicht genauer definiert.

App kostenlos für Nutzer

Gegründet wurde das Start-Up bereits 2015. Mittlerweile soll es in 13 Ländern weltweit verfügbar sein. Laut Angaben der App-Betreiber sollen dabei schon über 24 Millionen Mahlzeiten vor dem Wegschmeißen gerettet worden sein. Aufgrund dessen sollen rund 60.000 Tonnen CO2 eingespart worden sein. Die App selbst ist für die Nutzer komplett kostenlos. Finanziert werden soll das neue nachhaltige Konzept über Pauschal- und Monatsbeträge der Speisenanbieter pro verkaufter „Essenstüte“. Im Gegenzug soll „Too Good To Go“ für das gesamte Marketing und den Verkaufs- und Bezahlprozess zuständig sein. Neugierige können sich das folgende Video ansehen, in welchem das dahintersteckende Konzept genauer erklärt werden soll.

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