Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Schlagwort: handwerk

27/2026 Klemab: Warum ein klebendes Maßband den Werkzeugkasten verändern könnte

Klemab verbindet zwei alltägliche Werkzeuge zu einer überraschend einfachen Lösung: Klebeband und Maßband. Die Erfindung aus „Die Höhle der Löwen“ richtet sich an Menschen, die präziser, schneller und sauberer arbeiten wollen – ob auf der Baustelle, beim Möbelbau oder im DIY-Bereich. Statt ständig Zollstock, Bleistift und Kreppband gleichzeitig zu jonglieren, wird das Maß direkt auf die Oberfläche geklebt, markiert und anschließend wieder entfernt. Genau diese Vereinfachung macht Klemab zu einer Innovation, die zeigt, wie viel Potenzial selbst in scheinbar banalen Alltagsproblemen steckt.

Wer schon einmal alleine eine lange Holzplatte vermessen, Bilder exakt ausgerichtet oder eine Schnittkante markiert hat, kennt das Problem: Der Zollstock verrutscht, das Maßband rollt sich ein und die Markierung landet ein paar Millimeter daneben. Gerade im Handwerk entscheiden solche kleinen Ungenauigkeiten oft über saubere Ergebnisse oder unnötige Nacharbeit. Genau an diesem Punkt setzt Klemab an – eine Erfindung, die auf den ersten Blick simpel wirkt, im Alltag aber einen echten Unterschied machen kann.

Die Idee stammt vom Gründer Vick Manuel, der nach eigener Aussage aus einer konkreten Arbeitssituation heraus nach einer praktischen Lösung suchte. Statt Maßband und Klebeband getrennt zu verwenden, kombinierte er beide Funktionen zu einem selbstklebenden Maßband. Das Produkt wurde 2026 einem größeren Publikum durch die TV-Show „Die Höhle der Löwen“ bekannt. Dort fiel vor allem auf, wie verständlich das Konzept sofort funktioniert: abreißen, aufkleben, messen.

Wenn Messen plötzlich einfacher wird

Das Prinzip hinter Klemab ist bewusst unkompliziert gehalten. Die Rolle besteht aus einem 50 Meter langen Klebeband mit aufgedruckter Messskala. Nutzer ziehen die gewünschte Länge ab, kleben das Band direkt auf die Oberfläche und können sofort millimetergenau markieren oder ausrichten. Laut Hersteller haftet das Band auf Holz, Metall, Glas, Beton oder Folien und lässt sich anschließend rückstandslos entfernen.

Interessant wird die Erfindung vor allem dort, wo klassische Messwerkzeuge an ihre Grenzen stoßen. Beim Vermessen runder Gegenstände etwa passt sich das flexible Band der Form an. Beim Zuschneiden von Holz oder Laminat bleibt die Skala exakt an Ort und Stelle, während gesägt wird. Selbst auf empfindlichen Oberflächen wie Lack oder Acryl soll kratzfreies Arbeiten möglich sein.

Besonders praktisch wirkt der Ablauf im Alltag: Nutzer kleben das Maßband direkt entlang der gewünschten Schnitt- oder Bohrlinie auf, markieren Maße oder Notizen unmittelbar auf dem Band und können anschließend sogar durch das Klebeband hindurch sägen oder bohren. Dadurch entfällt ein häufiger Zwischenschritt beim Anzeichnen. Genau diese direkte Verbindung von Messen und Arbeiten unterscheidet Klemab von klassischen Werkzeugen.

Eine kleine Idee mit großem Alltagspotenzial

Innovationen müssen nicht immer digital oder komplex sein. Klemab zeigt, dass auch kleine Verbesserungen bestehender Abläufe großes Potenzial besitzen. Gerade im DIY-Bereich oder im Handwerk entstehen viele erfolgreiche Produkte nicht durch technische Revolutionen, sondern durch die Vereinfachung alltäglicher Prozesse.

Die Herausforderung liegt allerdings darin, aus einer cleveren Idee ein dauerhaft erfolgreiches Produkt zu machen. Werkzeuge und Zubehörprodukte konkurrieren in einem Markt, der von günstigen Standardlösungen geprägt ist. Viele Verbraucher fragen sich zunächst, ob ein selbstklebendes Maßband tatsächlich einen Mehrwert gegenüber Zollstock oder Kreppband bietet. Genau deshalb spielt die praktische Demonstration eine zentrale Rolle. Wer Klemab einmal bei einem realen Projekt verwendet, versteht den Nutzen vermutlich schneller als durch jede Werbebotschaft.

Hinzu kommt die Frage der Skalierung. Produkte wie Klemab leben davon, im Baumarkt, Onlinehandel oder im professionellen Handwerk sichtbar zu werden. In Berichten rund um den TV-Auftritt wurde deshalb mehrfach diskutiert, ob die größte Herausforderung weniger die Idee selbst als vielmehr die Reichweite im Handel ist.

Warum solche Erfindungen wichtig sind

Viele Innovationen scheitern daran, dass sie Probleme lösen wollen, die kaum jemand tatsächlich hat. Klemab verfolgt den gegenteiligen Ansatz. Das Produkt greift einen alltäglichen Arbeitsablauf auf und reduziert Reibungsverluste. Genau darin steckt eine spannende Entwicklung unserer Zeit: Menschen suchen zunehmend nach Werkzeugen, die Arbeit intuitiver, schneller und präziser machen.

Besonders interessant ist dabei die Vielseitigkeit. Das Klebemaßband eignet sich nicht nur für Handwerker. Auch beim Nähen, Basteln, Dekorieren oder Dokumentieren von Schäden kann die Kombination aus Klebefläche und Messskala hilfreich sein. Nutzer können das Band beschriften, Maße fotografieren oder Markierungen direkt auf dem Material hinterlassen. Dadurch entsteht ein Werkzeug, das mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllt.

Die eigentliche Stärke von Klemab liegt deshalb weniger im technologischen Anspruch als im Perspektivwechsel. Statt neue Geräte zu entwickeln, verbessert die Erfindung einen bestehenden Prozess. Genau solche Ideen prägen oft die Innovationen, die sich langfristig im Alltag etablieren.

Am Ende zeigt Klemab vor allem eines: Gute Erfindungen entstehen häufig dort, wo Menschen alltägliche Probleme nicht länger akzeptieren wollen. Die Kombination aus Einfachheit, praktischer Anwendung und klar erkennbarem Nutzen macht das selbstklebende Maßband zu einem interessanten Beispiel dafür, wie aus einer kleinen Beobachtung eine marktfähige Innovation werden kann.

Weiterführende Informationen finden Interessierte beim Anbieter: Klemab

16/2020 LeiKoSi: Die Leiter-Sicherung nicht nur für Dacharbeiten

Unfälle durch und in Zusammenhang mit Leitern laufen unter den häufigsten Unfallarten im Handwerk. Mit der sogenannten Leiterkopf-Sicherung ‚LeiKoSi‘ hat Udo Heyl für Privat- oder Berufs-Handwerker eine Möglichkeit geschaffen das Risiko einer wegrutschenden Leiter quasi zu eleminieren. Die ‚LeiKoSi‘ ist an fast jede Leiter anzubringen; sie harkt sich einfach in die Regenrinne ein.

In Deutschland ereignen sich pro Jahr zehntausende Leiter-Unfälle. Darunter einige mit schweren oder sogar tödlichen Folgen. Dies betrifft Handwerker, Dachdecker, Schornsteinfeger und Co. direkt, da sie beruflich auf Leitern angewiesen sind. Um deren Arbeit jedoch sicherer zu gestaltet hat der Dachdecker-Meister Udo Heyl seine ‚LeiKoSi‘ entwickelt. Der Markenname besteht aus einem Akronym und steht für Leiterkopf-Sicherung, die man in die Regenrinne einharken kann. So wird deren Wegrutschen ultimativ verhindert.

Die LeiKoSi – so funktioniert’s

Die Funktionsweise der Sicherung ist eigentlich ziemlich simpel. Die LeiKoSi wird mit wenigen Handgriffen an einer der oberen Sprossen der Leiter montiert. Dies kann bereits gefahrlos am Boden erledigt werden. Daraufhin wird die Leiter an das Dach angelehnt und die Sicherung harkt sich in die Regenrinne ein. Nun zieht man die Leiter etwas zu sich, sodass sich der Sperrriegel automatisch auf den richtigen Winkel einstellt und schon ist die Leiter gesichert betretbar. Die Leiter selbst ist jederzeit wieder verschiebbar, ohne an der Sicherung etwas lösen zu müssen. Man kann die Leiter einfach wieder von unten verstellen, die genannten Schritte wiederholen und die LeiKoSi stellt sich automatisch neu ein. Dies dürfte ein Segen für jeden Berufshandwerker sein, da durch die LeiKoSi das Wegrutschen der Leiter verhindert wird und damit eines der größten Risikos bei Dacharbeiten eliminiert wird. Die Berufshandwerker ist auch die Gruppe, an die sich LeiKoSi hauptsächlich richtet. Dies sieht man auch am Preis, da die LeiKoSi für Privatkunden rund 235€ kostet, für Geschäftskunden etwas reduzierter.

LeiKoSi – das Unternehmen

Udo Heyl selbst ist über 30 Jahre Dachdecker und hat 2017 seine Firma LeiKoSi GmbH gegründet. Die Entwicklung des Systems fing allerdings schon einige Jahre davor an. Heyl hatte bereits selbst einen Leiter-Unfall, der ihn noch weiter motivierte eine zufriedenstellende Lösung für das Problem wegrutschender Leitern zu finden. 2019 wurde die LeiKoSi mit dem Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk und erlangte dadurch einiges an Aufsehen. Dieses wurde noch weiter gesteigert, als LeiKoSi einen Auftritt bei der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ hatte. Hierbei kam es allerdings zu keinem Deal zwischen Löwen und Erfinder.

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