Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Schlagwort: bionik

Zwischenpfiff: Wie man Haihaut auf die Luftfahrt übertrug

In unserer Zwischenpfiffs-Rubrik hier wieder ein mal ein Klassiker der Innovationsgeschichte: Inspiriert von der Natur und perfektioniert durch Technik: Die Haihaut-Technologie von BASF ist ein bemerkenswerter Klassiker der Bionik, der zeigt, wie winzige Oberflächenstrukturen helfen, den Luftwiderstand zu senken und den Treibstoffverbrauch zu reduzieren – ein Meilenstein für die Luftfahrt.

In den 1980er-Jahren wurde ein faszinierendes Geheimnis der Natur gelüftet: Die Haut des Hais ist nicht glatt, sondern von unzähligen winzigen Rillen durchzogen. Diese sogenannten „Dermal Denticles“ sorgen dafür, dass das Wasser entlang des Körpers strömungsgünstiger verläuft. Statt Wirbel zu erzeugen, fließt es laminaren – also gleichmäßig und reibungsarm.

Diese Entdeckung ließ die Ingenieurswelt aufhorchen. Besonders in der Luftfahrt, wo jeder Prozentpunkt weniger Luftwiderstand eine enorme Kerosin-Ersparnis bedeutet, war das Potenzial der Haihaut sofort offensichtlich. Doch zwischen biologischem Vorbild und technischer Umsetzung lagen Jahrzehnte.

Die Herausforderung der Nachahmung

Die Idee: Flugzeuge mit einer Strukturfolie zu überziehen, die die Mikrostruktur der Haihaut nachahmt. Doch das war leichter gedacht als gemacht. Die Materialien mussten gleichzeitig leicht, extrem hitzebeständig und widerstandsfähig gegenüber hohen Strömungskräften sein. Außerdem musste sich die Folie schnell und effizient auftragen lassen – eine Herkulesaufgabe. Viele Unternehmen bissen sich die Zähne daran aus. Bis schließlich BASF eine Lösung präsentierte, die funktionierte: eine hauchdünne, aber hochbelastbare Spezialfolie mit mikroskopischen Rillen, die tatsächlich den Luftstrom glättete – und damit den Kerosinverbrauch senkte.

Ein Klassiker der angewandten Bionik

Gemeinsam mit Lufthansa Technik wurde das System zur Marktreife gebracht. Die sogenannte „AeroSHARK“-Folie wurde erstmals an Frachtflugzeugen der Swiss International Air Lines eingesetzt. Die Ergebnisse waren beeindruckend: Bis zu ein Prozent Treibstoffersparnis – bei mehreren Millionen Flugkilometern pro Jahr ein messbarer Unterschied. Die Folie selbst ist wartungsarm, langlebig und kann sogar auf bereits bestehende Flugzeugmodelle aufgebracht werden. Damit wurde die Haihaut-Technologie zu einem Paradebeispiel für gelungene Bionik in der industriellen Praxis.

Heute gilt die Haihaut-Technologie von BASF als ein Meilenstein der bionischen Ingenieurskunst. Sie zeigt, wie sich Naturprinzipien erfolgreich in technische Anwendungen übertragen lassen – und ist damit mehr als nur ein cleverer Trick: Sie ist ein Symbol für nachhaltige Innovation aus der Natur.

Weiterführende Informationen finden Interessierte beim Anbieter:

BASF zur Haihaut-Technologie

16/2015 Roboter mit Laufeigenschaften einer Heuschrecke

Einen Roboter im Heuschrecken-Look haben Forscher der Uni Heidelberg konstruiert. Die vielbeinige Maschine namens Hector verfügt analog dem natürlichen Vorbild über passiv-elastische Gelenke, ein sehr leichtes Endoskelett und soll schon bald die eine oder andere kognitive Fähigkeit bekommen.

Weltweit einmalig sei Hector, der vielbeinige Roboter, der einer Stabheuschrecke nachempfunden wurde. Ein Forscherteam der Universität Bielefeld hat dem komplexen Maschinchen nun das Laufen gelehrt. Basierend auf dem Bewegungsverhalten des aparten Insekts wurde Hector mit diversen Sensoren versehen und verfügt über ein biologisch-dezentrale Steuerungseinheit, dem sogenannten Walknet.

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In knapp zwei Jahren will man dem smarten Roboter „kognitive Interaktionstechnologie“ angedeihen lassen. Achtung Witz: Ob Hector dann das Abitur macht ist noch nicht geklärt.

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