Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Schlagwort: heizen

05/2026 Serwas: Wenn Server nicht nur rechnen, sondern Häuser heizen

Serwas zeigt, wie digitale Abwärme zu einer echten Ressource werden kann: Server erzeugen Rechenleistung und liefern gleichzeitig Heizenergie für Gebäude. Das Tiroler Konzept verbindet IT-Infrastruktur mit Wärmetechnik, senkt Emissionen und eröffnet neue Wege für dezentrale Energieversorgung – praxisnah, nachvollziehbar und mit klarer Wirkung.

Was bisher als lästiger Nebeneffekt digitaler Infrastruktur galt, rückt zunehmend in den Fokus nachhaltiger Innovation: Wärme. Server laufen rund um die Uhr, verbrauchen Strom und geben einen Großteil dieser Energie als Abwärme ab. Das tiroler Startup Serwas greift genau diesen Punkt auf und stellt eine einfache, aber wirkungsvolle Frage: Warum diese Wärme verschwenden, wenn sie sich direkt nutzen lässt?

Wärme als Nebenprodukt einer digitalen Gesellschaft

Mit der wachsenden Digitalisierung steigt der Bedarf an Rechenleistung – und damit auch der Energieverbrauch von Servern. Klassische Rechenzentren investieren enorme Summen, um diese Abwärme aktiv zu kühlen. Gleichzeitig kämpfen Haushalte und Unternehmen mit steigenden Heizkosten und dem Druck, fossile Heizsysteme zu ersetzen. Diese beiden Entwicklungen verlaufen bislang getrennt voneinander, obwohl sie technisch eng miteinander verbunden sind.

Serwas setzt genau an dieser Bruchstelle an. Die Idee dahinter ist nicht, neue Energie zu erzeugen, sondern vorhandene Energie besser zu nutzen. Die Wärme entsteht ohnehin beim Rechnen. Statt sie ungenutzt abzuführen, wird sie gezielt in Heizsysteme eingespeist. Damit wird ein Abfallprodukt zur Ressource.

So funktioniert das Serwas-System im Alltag

Konkret besteht das System aus speziell konzipierten Servereinheiten, die in Gebäuden installiert werden. Diese Module übernehmen klassische Rechenaufgaben und erzeugen dabei kontinuierlich Wärme. Über ein integriertes Wärmetausch- und Steuerungssystem wird diese Wärme direkt an das Heiz- oder Warmwassersystem des Gebäudes übergeben.

Die Installation erfolgt in Technikräumen oder Kellern und benötigt deutlich weniger Platz als herkömmliche Heizlösungen. Nach dem Anschluss an Strom und Heizkreis übernimmt eine Software die Regelung. Sie erkennt, wie viel Wärme gerade benötigt wird, und passt die Serverleistung entsprechend an. Für Nutzerinnen und Nutzer läuft der Prozess weitgehend im Hintergrund. Es ist kein IT-Know-how nötig, da Betrieb, Wartung und Optimierung zentral gesteuert werden.

Parallel dazu wird die erzeugte Rechenleistung extern genutzt. Die Einnahmen daraus fließen in den Betrieb des Systems, wodurch sich die Heizkosten reduzieren lassen. Das Gebäude wird somit nicht nur beheizt, sondern Teil einer dezentralen digitalen Infrastruktur.

Zwischen Wirtschaftlichkeit und Skalierung

Wie bei jeder jungen Technologie gibt es auch hier offene Fragen. Die Wirtschaftlichkeit hängt davon ab, wie konstant Rechenleistung nachgefragt wird und wie gut das System in bestehende Heizkonzepte integriert werden kann. Auch regulatorische Rahmenbedingungen und Akzeptanz spielen eine Rolle, insbesondere wenn Server als Teil der Haustechnik wahrgenommen werden.

Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen. Besonders in Kombination mit Photovoltaik kann das Modell seine Stärken ausspielen: selbst erzeugter Strom betreibt die Server, die Abwärme beheizt das Gebäude, Überschüsse werden sinnvoll genutzt. Für Mehrfamilienhäuser, Gewerbebauten oder öffentliche Einrichtungen entsteht so ein skalierbares Modell, das Energie effizienter verteilt und lokale Wertschöpfung ermöglicht.

Serwas steht exemplarisch für eine neue Denkweise: Innovation bedeutet nicht immer, etwas völlig Neues zu erfinden, sondern Bestehendes klüger zu verbinden. Wenn Rechenleistung und Wärmeversorgung zusammen gedacht werden, entsteht ein System, das Ressourcen schont und gleichzeitig wirtschaftlich nutzbar ist. Wer Energie neu denken will, findet hier einen Ansatz, der nicht auf Verzicht setzt, sondern auf intelligente Nutzung.

Weiterführende Informationen finden Interessierte beim Anbieter Serwas.

01/2022: Carbo e-Paint

Die deutsche Marke Carbo e-Therm will mit der elektrisch beheizbaren Farbe „Carbo e-Paint“ nicht nur für Warme Räume sorgen, sondern auch beim sparen helfen. 

Unsichtbar, energieeffizient und individuell zu steuern – das sind die Versprechen des Herstellers.  Carbo e-Paint soll die Wohnung autark heizen. Die Farbe besteht aus einer Kohlenstoffbasis und soll mit einer fast 100-prozentigen Energieausbeute als Infrarotheizung dienen. „Sieht aus wie Farbe, wird aufgetragen wie Farbe, wärmt wie ein Kachelofen“, behauptet der Konzern Future Carbon.

Die Anwendung von Carbo e-Paint

Die Farbe soll wie jede herkömmliche Farbe lösemittelfrei, besonders schadstoffarm und so schnell und einfach an der Wand oder Decke aufgetragen werden können. Anschließend wird eine sichere Niederspannung (24 V) an die Heizschicht angelegt, durch welche die Farbe betrieben wird. Bei Bedarf kann Carbo e-Paint mit jeder handelsüblichen Farbe überstrichen werden und ist so unsichtbar. Stylisch und praktisch zugleich.  Aufgetragen wird die Farbe in ca. 150cm x 80cm großen Flächen und bietet dadurch eine maximale Heizleistung von 300 W/m² bei einer Höchsttemperatur von 42 Grad Celsius.

Wie funktioniert Carbo e-Paint?

Als Infrarotheizung erwärmt die Farbe nicht die Raumluft, sondern Personen und Gegenstände im Raum direkt. Durch diese Technologie soll die Heizung mit deutlich niedrigeren Temperaturen betrieben werden als herkömmliche Heizungen. Während man somit deutlich an Energie und somit Stromkosten sparen kann, soll es in der Wohnung jedoch nicht merklich kälter werden. Jedes Grad Celsius kälter spart dabei rund 6 Prozent an Energie. Auch für das Wohnklima wirkt sich Carbo e-Paint positiv aus. Da keine Luft zirkuliert, wird kein Staub aufgewirbelt. Zudem verteilt sich die Temperatur gleichmäßig, wodurch Schimmelbildung vorgebeugt wird.

Weitere Angebote von Carbo e-Therm

Neben der Wandfarbe bietet das Unternehmen noch viele weitere innovative Heizsysteme an. Darunter befinden sich beispielsweise beheizbare Trockenbauplatten, Glasfaservlies oder Glaspanels. Die langwellige IR-C-Strahlung, die auch von der Sonne abgegeben wird, wird von Menschen als besonders angenehm empfunden. Durch geringe Vorlaufzeiten können die von Carbo e-Therm betriebenen Heizmittel selbst große Räume innerhalb von Minuten aufheizen.

https://www.youtube.com/watch?v=OpoSyYr1YvI

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