Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Schlagwort: Plastikverpackungen

19/2022: Traceless: Das abbaubare Plastik

Plastikmüll wird zu einem immer größeren Problem. Mit einer kompostierbaren Plastikalternative könnte Traceless Materials  den Kunststoffmarkt nun revolutionieren.

Der Großteil aller jemals produzierten Kunststoffe lagert auf Mülldeponien oder schwimmt im Meer – und dieser Müllberg wird immer größer. Dem wollen Anne Lamp und Johanna Baare, die Gründerinnen von Traceless Materials, nun ein Ende setzen. Eine Welt ohne Plastik. Das ist die Vision der Gründerinnen. Mit ihrem Start-Up haben sie eine ganzheitlich nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen geschaffen. Eine Idee, die den Markt langfristig verändern könnte.

Was ist traceless?

Auf den ersten Blick ist das traceless Material herkömmlichem Kunststoff sehr ähnlich. Es ist diesem aber aus Umweltsicht weit überlegen. Der Stoff ist biobasiert und vollständig kompostierbar. Ein weggeworfener traceless Artikel verschwindet in 2 bis 9 Wochen spurlos. Hergestellt wird das Material aus Reststoffen der Agrarindustrie. Aus Rückständen von beispielsweise Getreide wird ein Granulat hergestellt, das dann in vielfältige Formen gebracht werden kann. Von Hartplastik bis hin zu feinen Folien und Beschichtungen ist alles möglich. Die Idee dazu ist keinesfalls neu. Bereits vor 100 Jahren wurde Plastik aus Naturstoffen wie Cellulose hergestellt. Schon bald wurde diese Vorgehensweise von der Ölindustrie verdrängt, weil die Nutzung von Erdöl in der Kunststoffproduktion sehr billig ist.

Umweltfreundliche Herstellung

Der naheliegendste Vorteil von traceless ist, dass es der Umweltverschmutzung durch Plastikmüll entgegenwirkt. Darüber hinaus werden fossile Energieträger geschont, weil kein Erdöl verarbeitet wird. Die Produktion ist außerdem auf weniger Wasser angewiesen. Traceless materials verzichtet zusätzlich auf die Nutzung von umwelt- oder gesundheitsgefährdenden Chemikalien. Trotz der Nutzung von Agrarstoffen muss es darüber hinaus keine Änderungen in der Landnutzung geben, weil sowieso vorhandene Reststoffe verwendet werden und deshalb keine Umstellung der Landwirtschaft nötig ist.

Eintritt in einen umkämpften Markt

Allgemein gibt es trotz der Umweltproblematik kaum Bemühungen gute Plastikalternativen zu finden. Grund dafür ist der stark preisgetriebene und umkämpfte Markt. Plastik ist einfach zu billig, als dass andere Ideen sich durchsetzen könnten. Bis 2030 allerdings müssen alle Kunststoffverpackungen entweder recycelbar oder wieder verwendbar werden. Deshalb ist die Nachfrage nach traceless in der Konsumgüterindustrie groß. Das Start-Up will sein Produkt zuerst für Versandverpackungen im E-Commerce Bereich einsetzen. Mit dem Versandhaus Otto haben sie bereits ihren ersten Großabnehmer. Ein erster Schritt hin zu einer großen Veränderung auf dem Kunststoffmarkt.

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07/2021 Scoby: Die Essbare Verpackungslösung

Im Supermarkt sieht man sie überall. Von Lebensmitteln ist allerdings nicht die Rede, sondern von umweltschädlichen Plastikverpackungen. Das hat jetzt ein Ende und zwar mit Scoby, einer essbaren Alternative.

Dass der Einsatz von Plastik für zahllose Verpackungen ein Problem darstellt, sollte mittlerweile bekannt sein. Winzigste Plastikpartikel können problemlos in unsere Umwelt, insbesondere in unsere Ozeane und Flüssen gelangen. Bei einigen frischen Lebensmitteln wie Karotten sind Verpackungen nicht zwingend notwendig. Bei anderen allerdings schon. So benötigt die dünne Haut von Tomaten besonderen Schutz. Darüber hinaus werden die Hygienevorschriften immer strenger. Aus diesen Gründen werden heute mehr Lebensmittel verpackt als jemals zuvor. Und klar gibt es schon alternative Lösungen wie Papierverpackungen oder Mehrwegnetze. Diese erzeugen am Ende aber dennoch Müll. Eine Alternative ist allerdings anders als alle anderen. Gemeint ist Scoby Packaging, die essbare Verpackungslösung eines niederländischen Startups.

Essbare Folie aus Hefepilzen

Der Name der Verpackung lässt auch gleichzeitig die Besonderheit derselben vermuten. Scoby ist ein im Englischen häufig verwendetes Akronym für eine symbiotische Kultur von Bakterien und Hefen, es handelt sich also um eine Art Hefepilz, der im Einklang mit Bakterien steht. Genutzt wird der Scoby schon seit längerem zur Herstellung von Kombucha, einem fermentierten Teegetränk. Der Pilz wird im Labor in flachen Behältnissen auf einer flüssigen Oberfläche bei einer Temperatur zwischen 20 und 30 Grad gezüchtet. Am Ende des Prozesses steht dann ein gelatineartiger Biofilm, der als alternative Lebensmittelverpackung vor allem für Frischeprodukte wie Obst und Gemüse dienen kann. Und wie bereits erwähnt sogar mit den enthaltenen Produkten verzehrt werden kann. Für manche könnte die quallen-artige Konsistenz des Pilzes allerdings gewöhnungsbedürftig sein. Diesen Personen sei jedoch gesagt, dass der Verzehr der Verpackungslösung kein Muss ist. Da die zellulose-artige Folie komplett biologisch ist, kann sie rückstandsfrei entsorgt werden. Besser geht’s wohl nicht, oder?

Nicht nur Verpackungsfolie, sondern auch Lederersatz

Der Scoby hat allerdings noch mehr drauf. Mit seinem Einsatz kann in der Lederherstellung komplett auf tierische Produkte verzichtet werden. Mithilfe des Scoby wird nämlich veganes Leder hergestellt. Über die Färbung des Tees, in dem der Scoby wächst, und durch die zusätzliche Zugabe von Farbstoffen nach der Fermentierung können auch verschiedenste Farbvariationen und einzigartige Farbeffekte erzielt werden. Die Kleidung ist genauso wie die Verpackungsfolie ohne Probleme biologisch abbaubar und kann dem Boden sogar noch als Nährstoff hinzugefügt werden. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin definitiv Fan des kleinen Scobys.

Video gibt’s leider nur in Englisch..

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