Pro Jahr 77 kreative Ideen, die es schaffen können ...

Schlagwort: Baustoff

19/2021 Sonocrete: Der Beton der Zukunft?

Beton ist neumodern, schick und clean. Er kommt im Außenbereich, mittlerweile aber auch viel im Innenbereich zum Einsatz. Dabei ist er eine ziemliche Umweltsünde. Das könnte sich in Zukunft aber ändern.

Überall wird über Nachhaltigkeit debattiert, in sämtlichen Lebensbereichen findet ein Wandel zu mehr Umweltfreundlichkeit statt, aber wie sieht es mit der Bauindustrie aus? Einer der am häufigsten verwendeten Baustoffe auf unserem Planeten ist Beton. Bei dessen Herstellung wird allerdings eine Menge an Kohlendioxid produziert. So ist die Beton-Industrie für ca. 8% der weltweiten vom Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich. Nun bahnt sich langsam aber sicher eine Beton-Revolution an.

Grau, Fest, Stabil. Beton. Oder doch lieber Sonocrete?

Der Erfinder, der die Beton-Revolution initiieren könnte, ist Ricardo Remus. Er hat mit Sonocrete einen klimafreundlichen Beton entwickelt, der dem herkömmlichen in nichts nachsteht. Nicht in der Stabilität, nicht in der Langlebigkeit. Anders als bei der Herstellung des üblichen Betons, bei dem Kies, Sand, Wasser und Zement vermengt werden, werden für den Sonocrete vor dem eigentlichen Prozess nur die reaktiven Bestandteile Wasser und Zement vermischt. In diese Mischung werden sofort Ultraschallwellen hinzugefügt, die die benötige Energie hinzuführen. Diese einzigartige Vorgehensweise der Ultraschallbehandlung führt zu einer massiv schnelleren Aushärtung des Betons. Die Voraussetzung für eine zügigere Aushärtung ist beim Sonocrete so noch vor der eigentlichen Füllung in die Form gewährleistet. Denn beim herkömmlichen Beton braucht es eine Behandlung mit heißem Dampf oder eine Wärmekammer, um ihn feste werden zu lassen. Woher kommt nun der Name Sonocrete? Sono steht für Sonochemie. Diese beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Schallwellen auf chemische Reaktionen. Und Concrete ist englisch für Beton.

Die Vorteile von Sonocrete

Das Verfahren von Ricardo Remus bringt einige Vorteile mit sich. So wird durch die Ultraschallwellen bspw. der CO2-Ausstoß bis zur Hälfte reduziert. Der Energieverbrauch kann sogar um bis zu 75% eingespart werden, wodurch sich ebenfalls die Energiekosten um einiges verringern. Nicht zuletzt spricht die weitaus bessere Produktionsgeschwindigkeit für Sonocrete. Er könnte definitiv der Beton der Zukunft sein!

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69/2020 Häuser aus Hanf

In allen Bereichen müssen wir wieder mehr zur Natur zurückkehren. Also wieso nicht auch im Hausbau. Das geht, vor allem mit Hanf.

„Gebauten Sondermüll“ nennt es ein Experte. Und tatsächlich, heute werden Materialien in der Baubranche verwendet, die nicht getrennt und auch nicht wiederverwertet werden können. Die Rede ist von Zement und Beton. Bei deren Produktion werden außerdem unglaubliche Mengen an Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gepustet. Natürlich werden aber auch schon umweltfreundlichere Rohstoffe zum Einsatz gebracht und diese werden sich auch in Zukunft immer mehr durchsetzen. So ist nicht nur Holz ein wichtiger Zukunftsbaustoff, sondern auch Hanf. Hanf ist unglaublich vielseitig, langlebig und nachhaltig. Während die Pflanze wächst und gedeiht, kann sie der Luft mehr als 13.000 kg CO2 entnehmen. Ein ganzes Haus aus Hanf hinterlässt sogar einen negativen CO2-Fußabdruck. Tatsächlich wird in Europa immer mehr Nutzhanf angebaut, meistens werden aber die Schäben und Fasern nicht verwendet, was das Ganze ökologisch wie ökonomisch nicht sinnvoll darstehen lässt. Diese sonstigen Wegwerfmaterialien könnten am besten im Hausbau Verwendung finden. In Kombi mit Naturkalk punktet es nämlich mit bester Bauphysik. Hanf als Baustoff ist aber keine neue Weltrevolution. Die Ursprünge reichen bis ins 6.Jhdt zurück. Häuser aus Hanf gibt es sogar bereits in Frankreich, der Schweiz, Italien, USA usw.

Hanfbeton und Hanfsteine

Es gibt zwei Möglichkeiten ein Haus mit Hanf zu bauen: Hanfbeton und Hanfsteine. Hanfbeton steht in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit herkömmlichem Beton in nichts nach, benötigt aber selbst keinen Beton oder Zement. Er ist bemerkenswert vielseitig – für Wände, Estrich, Dachisolierung. Zur Herstellung werden die Hanfschäben mit magnesithaltigen Kalken gemischt und „erdfeucht“ auf die Baustelle gebracht, anschließend in eine Schalung gekippt und von außen durch Stampfen gefestigt. Nach ungefähr einer Viertelstunde kann die Schalung abgenommen werden. Für Hanfsteine werden die Hanfschäben ebenfalls mit speziellen Kalken vermischt und in einer Ziegelmaschine in Form gepresst. Danach einen Monat an der Luft getrocknet. Bemerkenswert ist, dass Dämmung nun überflüssig ist. Bei einer Wanddicke von 40 cm erreicht das Haus einen U-Wert von 0,18, erreicht somit höchsten Klimahausstandard. Bei einer Dicke von 45 cm gilt ein solches Haus sogar als Passivhaus, das keine zugeführte Energie mehr benötigt. Offensichtlich bringt Hanf also schöne Wärme im Winter und Kühle im Sommer ins Haus. Die Vorteile reihen sich nur so aneinander. Schalldämmung, Regulation der Raumakustik und Luftfeuchtigkeit, Luftreinigung, Resistenz gegen Ungeziefer, Leichtigkeit, keine Notwendigkeit synthetischer Brandhemmer und so weiter und so weiter. Aber am wohl wichtigsten ist, dass das Baumaterial aus Hanf kompostiert oder komplett wiederverwertet werden kann.

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