49/2017 Ein Kaugummi, der den Nutzer vor Parodontose warnt

Entzündetes Zahnfleisch per Kaugummi zu erkennen, die Idee klingt so schrill wie einleuchtend. Denn ‚wer‘ ist näher am Zahn als der Bubblegum, der sich beim Genuss um die weißen Beißerchen schmiegt wie kaum etwas anderes? Ein Forscher aus Würzburg stellte jetzt einen Kaugummi vor, der genau das können soll: Entzündungen vorbeugen.

Ein Kaugummi, der warnt zum Zahnarzt zu gehen? Klingt wie ein Segen für die Praxen, hat aber frelich für Betroffene auch angenehme Folgen. Vor allem bei künstlichen Implantaten wird es Betroffenen aufgrund fehlender Schmerzen erst sehr spät bewusst, dass es unter der Oberfläche Probleme gibt. Der Würzburger Wissenschaftler Lorenz Meinel, beschäftigt am Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie & Biopharmazie an der Uni Würzburg, hat mit einem Team aus Spezialisten aus Jena, Berlin und Düsseldorf einen Kaugummi entwickelt, solche Entzündungen im Mundraum anzeigen soll. Jeden bakteriell entzündlichen Prozess könne der Wunder-Kaugummi detektieren, bei nur leichten Zahnfleisch-Entzündungen zeige er keine Reaktion. Entzündungen führen zur Freisetzuung bestimmter Enzyme. Diese trennen einen im Kaugummi enthaltenen Stoff auf und setzen Bitterstoffe frei. Bei entsprechend bakteriell entzündlichen Prozessen werde laut den Würzburgers der Geschmack des Kaugummis bitter. Das sei dann die rote Ampel für den dringend anstehenden Zahnarzt-Termin.

Der kluge Kaugummi ist noch nicht erhältlich. Gemäß einer Pressemitteilung rechnet das Team um Lorenz Meinel mit einer Marktreife bis zirka 2020. Es stehen klinischen Tests aus, die eine Vermarktung bedingen. Und das isser, der Kaugummi-Innovator Prof. Dr. Dr. Lorenz Meinel.


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