65/2016 Das Fahrradschloss, das sich im wahren Wortsinn stinkig gegen Diebe zur Wehr setzt

Ein Fahrradschloss, dass Diebe mittels extremem Gestank in die Flucht schlägt? Die Erfindung zweier US-Amerikaner könnte Langfingern, die sich mit Eisensäge und/oder Flex an Schlössern zu schaffen machen, künftig wirklich schier unüberwindbare Probleme bzw. vulgäre Brech-Anfälle bescheren.

1,5 Millionen Fahrräder, so die Statistiken, werden pro Jahr alleine in den USA gestohlen. Die Sicherheit von Fahrradschlössern basiert bis zum heutigen Tag auf der Beschaffenheit des Schloss-Materials. Faktisch aber kann jedes Eisen geschnitten und somit jede Sicherung mit dem richtigen Werkzeug schnell entfernt werden. Die Erfinder des Skunk-Locks, zu deutsch so etwas wie Stinktier-Schloss, haben eine neue Herangehensweise Diebe vom Klauen abzuhalten. Oder aber deren Verbrechen schon während es begangen wird, zu verhindern. Der Amerikaner Daniel Idzkowski und sein Kollege hatten die Idee, im Schloss einen inneren Hohlraum zu präparieren. Das Schloss steht unter Druck und enthält eine Chemikalie, die im Moment des Kontakts – zum Beispiel nach dem Aufsägen – bei dem Langfinger einen extremen Brechreiz auslöst.

Soweit so gut könnte man sagen, die Idee hat was. Allerdings gibt es noch den kleinen Haken, dass einer Pressemitteilung zufolge die im Skunk Lock enthaltene Flüssigkeit bzw. das Gas gesundheitsgefährdend sind. In den USA wohl bislang noch kein Problem. In Deutschland könnte es eher ein Hemmschuh für den breit angelegten Vertrieb sein. Wer sich das mal ansehen möchte, auf Indiegogo ist der zu fundende Betrag bereits überschritten: Indiegogo und das Stinktier-Schloss. Oder aber für die visuellen Tierchen, wir haben hier das Video auch direkt von Juhh-Tjuub: Skunk Lock – das etwas andere Fahhradschloss (US-Englisch):

64/2016 Neue Wunder-Watte Deurex Pure könnte probates Mittel sein um Ölpesten wirksam zu bekämpfen

Eine extrem saugfähige Substanz ist in der Lage diverse Öle aus Wasser so zu binden, dass das H2O in der Folge wieder seine ursprüngliche Qualität habe. ‚Deurex Pure‘, so der Name der Innovation eines Chemikers aus Sachsen-Anhalt, könnte künftig bei Ölpesten eingesetzt werden. Darüber hinaus besteht die Chance auf den Erfinderpreis 2017.

Sie sieht aus wie Watte, die Wunder-Substanz Deurex Pure, die jetzt eine realistische Chance auf den Erfinderpreis 2017 hat. Erfunden hat das Material ein 61-jähriger Chemiker mehr oder weniger als Abfallprodukt eines anderen Versuchsaufbaus. Ein Rezept für Wachs sollte leicht verbessert werden, aber das gelang nicht. Rund zehn Tonnen einer faserigen Substanz, so unsere Quelle ingenieur.de, erinnerten den Macher an Watte. Der findige Mann sah aber weniger den Fehlversuch sondern witterte die Chancen. Nun ist die Substanz, die im internen Arbeitstitel ‚Zauberwatte‘ genannt wird, ökologisch, in Wasser nicht löslich und recycelbar. Zudem sei das Material witterungsbeständig und schwimme sogar dann noch an der Wasseroberfläche, wenn es mit zum Beispiel Öl voll gesogen sei.

Einer Pressemitteilung zufolge könne das Wachs das 6,55-fache seines Eigengewichts aufnehmen. Einhundert Kilogramm ‚Deurex Pure‘ sind damit in der Lage über 600 Liter Öl aus verseuchtem Wasser zu binden. Nach dem Einsatz sei das Wasser wieder in einem Zustand wie zuvor, die Watte könne sogar nach Auswringen nach heutigem Ermessen drei bis vier mal wieder verwendet werden. ‚Deurex Pure‘ binde – und das ist die Neuerung – Öl komplett und rückstandsfrei aus dem Wasser. Das Produkt ist bereits patentiert und hat nun gute Chancen auf den Erfinderpreis 2017. Hier der Link zum Unternehmen Deurex.

63/2016 Eine schlichte, aber in der Wirkung überragende Erfindung

Ein einfaches LED-Brettchen im Materialwert von rund 40 Euro hilft einem nach Blitzeinschlag stark körperlich behinderten Jungen wieder mit seiner Mitwelt zu kommunizieren. Die einfache, aber sehr wirkungsvolle Innovation ermöglicht es dem jungen Ethan, der kürzlich wieder lernte gewisse Körperregionen zu bewegen, wieder mit Ja und Nein zu kommunizieren.

Manchmal gibt es Geschichten, die treiben einem das Wasser in die Augen. Das Schicksal eines lebenslustigen jungen Mannes namens Ethan Kadish nahm eines nachmittags eine jähe Wendung als der sportliche Teenager an hellichtem Tag von einem Blitz getroffen wurde. Das war im Jahr 2013 und seitdem kämpft sich der junge Ethan zurück ins Leben. In der Gemeinde erfuhren er und seine Eltern außerordentlich viel Zuspruch, es gründete sich sogar eine explizite Unterstützergruppe namens Team Ethan. Unter anderem wurde Geld gesammelt um Ethans über Monate hinweg notwendige 24-Stunden-Pflege zu bezahlen.

In den vergangenen Monaten hatte sich der starke, junge Typ auf seine Art ins Leben zurück gekämpft und irgendwann durch Augenzwinkern zu verstehen gegeben: „Hey, ich bin noch da.“ Dies war der Startschuss für einen Freund der Familie. Der 14-jährige Jacob Smilg dachte sofort daran, ein elektronisches Etwas zu erschaffen, dass die Bewegungs-Optionen von Ethan ausnutzend eine deutlich bessere Kommunikation mit seiner Mitwelt realisieren sollte. Heraus kam sein LED-Brett, dass es Ethan nun ermöglicht, über eine einfache Verkabelung klar „ja“ und „nein“ zu sagen. Er löst die elektronischen Impulse sehr einfach mit einem Neigen des Kopfes nach links oder rechts aus. Wir sagen: sehr einfach, sehr effektiv, extrem menschlich die ganze Aktion und einfach nur klasse! Danke, Jacob und alles Gute, Ethan! Hier noch einmal der Link zum Hilfsprojekt für Ethan.

61/2016 Neu: Ford präsentiert Wasserspender für die Mittelkonsole

Ein praktischer Wasserspender für’s Auto wurde jetzt bei Ford vorgestellt. Knapp zwei Liter pro Stunde soll das System direkt aus der Klimaanlage frisch gezapft und aufbereitet für durstige Insassen an der Mittelkonsole zur Verfügung stellen.

Viel trinken ist eine der am meisten von Gesundheitsaposteln deklinierte Weisheit, wenn es um die Erhaltung von jugendlichem Aussehen und physischem Wohlbefinden geht. Interessant mutet daher die Erfindung eines Entwicklungs-Ingenieurs bei Ford an. Der findige Macher übertrug eine Logik, die er in Peru über ein Plakat kennen gelernt hatte, ins Auto. Dort gibt es eine Anlage die Wasser wie aus dem Nichts, nämlich aus der Luft filtert und binnen nur dreier Monate annähernd 10.000 Liter Wasser generiert habe, so eine Pressemitteilung. Übertragen hat diese seine Erkenntnisse der Erfinder in einen Wasserspender für die Mittelkonsole im Auto.

Die Anlage soll in der Lage sein knapp 2 Liter frisches Trinkwasser zu generieren. Ob und inwieweit Ford oder andere das System namens „On-The-Go H2O“ in Serie bringen, stand zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch nicht fest. Für Interessierte haben wir jedenfalls ein sehr aussagekräftiges Kurzvideo dazu, in dem auch der Ford-Ingenieur Doug Martin zu Wort kommt:

60/2016 Innovation: Kommt der Alkohol ohne Nebenwirkungen?

Britische Forscher wollen an einem neuartigen Alkohol-Ersatz arbeiten, der zwar ähnlich knallt und wirkt wie das Original. Darüber hinaus aber verspricht die auf Alcosynth getaufte Substanz den im Übermaß Mißbrauchenden von Übelkeit, Kopfschmerz und sonstigen Katerfolgen zu verschonen.

Alkohol könnte eine so schöne Droge sein, wenn da nicht das Übermaß wäre, das so mancher Zeitgenosse an Folgetagen durchzechter Nächte büßen müsste. Ein paar kluge Köpfe aus England haben sich jetzt dieses gesellschaftlichen Engpasses angenommen. Der Anspruch ist die Erfindung eines alkoholischen Getränks, das keinen Kater nach sich zieht. Als Ziel für den endgültigen Sieg über den Brummschädel nach Suff habe man das Jahr 2050 anvisiert. Die neue Droge wurde auf den Namen Alcosynth getauft. Als Ziehvater der Innovation für Partyfreunde gilt Professor David Nutt, ein Pharmakologist der sich um Neurotransmitter kümmert. Der Londoner Mediziner soll sogar davon sprechen, dass Alcosynth keine Gefahren für Leber und Herz nach sich ziehe.

‚Zu schön um wahr zu sein‘ ist hier eine erste, sich aufdrängende Reaktion. Gleich darauf kommt einem aber die eigene Großmutter in den Sinn, die stets mahnte „man dürfe alles … aber mit Maß und Ziel“. Ist also der extreme Kater nach einer extrem durchzechten Partynacht nicht eine smarte Reaktion der Natur, die uns warnt zu weit gegangen zu sein. Sind Brummschädel also ggf. wichtige Warnhinweise und von daher nichts was man abschaffen sollte? Nun, ist wohl alles eine Frage der Einstellung. Für den Kater-Abschaffer Alcosynth jedenfalls laufen laut Erfinder Nutt derzeit 90 unterschiedliche Patentanträge. Zwei davon würden gerade auf Unverträglichkeit untersucht. Bis die Hangover-Vermeider hinreichend getestet sind, vergehe aber noch einiges an Zeit, so Nutt. Wer sich das nochmal im Original reinziehen will, hier unsere Quelle: Independent.co.uk/alcosynth