25/2015 Neu: Brände löschen mit Schalldruck

Wie man mit einem Gerät, funktional vergleichbar einem Musik-Bass einen Brand löschen kann demonstrierten jüngst zwei kreative Macher der George Mason University. Der Schalldruck-Feuerlöscher nutzt niederfrequente Schallwellen um Flammen „auszuschießen“.

Zwei junge US-Ingenieure der George Mason Universität haben jetzt eine alternative Möglichkeit inszeniert Brände zu löschen. Statt den orthodoxen Schaum nutzen die Erfinder Schalldruck und dürften damit auf dem Weg zu einer umweltfreundlichen Lösung sein. Angaben aus dem Dokutext des Youtube-Video zufolge halten Viet Tran und Seth Robertson eine vorläufige Patentanmeldung.

Auf die Idee kamen Roberts und Tran im Rahmen eines studentischen Projekts. Dabei entwickelten sie den besagten, innovativen Feuerlöscher, der mittels Hochdruck Flammen „ausschießen“ kann. Umso tiefer der Ton umso besser – denn physikalisch gilt, je tiefer Töne sind, desto mehr Schallwellen produzieren sie. Die so entstehende Druckwelle schafft genau diese gewünschte chemikalien-freie Methode Brände zu bekämpfen. Wir hoffen, das Prinzip gut erklärt zu haben, folgendes Kurz-Video dient nur noch der Visualisierung. Ob das großflächig zur Lösung wird, muss sicher zeigen. Hier lang jedenfalls zur Doku in Bewegtbild:


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24/2015 Erfindung: Airbag als Ganzkörper-Variante

Ein Airbag für den ganzen Körper: die Erfindung von Dr. Wolfgang Müller-Adam belegte gerade in München bei einem Innovations-Wettbewerb den zweiten Platz. Die dynamische Polster-Jacke schützt Spaziergänger ebenso wie Motorradfahrer und Sportler, die sich physischen Gefahren aussetzen.

Ausgezeichnet für seine Innovation – wir nennen es jetzt mal „die Airbag-Jacke“ – wurde jetzt Dr. Wolfgang Müller-Adam. Seine Idee könnte schon bald viele Menschen vor schweren Sturz-Verletzungen schützen. Neben Extremsportlern und Motorradfahrern sowie einfach Menschen, die gerne auf Nummer sicher gehen, könnte die Airbag-Jacke auch ein Segen für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger sein. Wenn die physischen Kräfte nachlassen kann der Sturz im häuslichen Umfeld von Bein- und Armfraktur über den Oberschenkel-Hals-Bruch bis hin zu schwersten Kopfverletzungen alle möglichen, drastischen Folgen haben. Für die Erfindung wurde Dr. Müller-Adam ausgezeichnet von der Innovationsstiftung Sauer, der sog. ISUS Stiftung im Rahmen des Münchner Stiftungs-Frühlings. Mehr dazu in einem – leider wohl aus Vertriebs-Motiven rein visuellen Darstellung ohne Doku – Video:

Erfindungen von Frauen

Erfindungen von Frauen sind in einer über Jahrhunderte von Männern dominierten Welt naturgemäß in Relation dünner gesät. Weltweit muss man jedoch nicht lange suchen, um eine stattliche Anzahl von Innovationen ausfindig zu machen, die entweder die ganze Welt verändert haben. Oder aber zumindest einen kleinen Teil davon sehr zum Positiven zu beeinflussen. Wir erheben hier gewiss nicht den fast surreal erscheinenden Anspruch auf Vollständigkeit. Haben aber wohl einige Meilensteine der weiblichen Innovations-Kunst zusammen gestellt. Bitte nutzen Sie die Kommentar-Funktion um uns weitere interessante, wegweisende oder einfach smarte Erfindungen von Frauen zu zeigen.

Erfindungen von Frauen: Wissenschaft

Radioaktivität: Marie Curie. Natürlich erfand die Polin, die eigentlich Marie Salomea Curie hieß nicht die Radioaktivität. Sie gilt nur als erste wirklich bedeutende Forscherin in dem Bereich und prägte den Begriff der Radioaktivität. Darüber hinaus schuf sie Apparaturen zur Messung von Strahlenwerten, entdeckte mit Kollegen die Elemente Radium und Polonium und schuf mit Ernest Rutherford einen internationalen Radiumstandard im Frühjahr 1910. Curie ist 1867 in Warschau in Polen geboren und gilt als bedeutende polnisch-französische Physikerin und Chemikerin. Ihr Name steht wie kaum ein anderer für die Erforschung radioaktiver Strahlung. Sie erhielt 1903 den Nobelpreis für Physik. Der Chemie-Nobelpreis folgte im Jahr 1911. Damit ist Curie die erste weibliche und zudem noch doppelte Nobelpreisträgerin ist.

Frequenzspreizungsverfahren: Hedy Lamarr. Die attraktive Schauspielerin galt als Multitalent und entwickelte ein Verfahren, das ein schmalbandiges Wellen-Signal in eines mit größerer Bandbreite umwandelt. Das sogenannte Frequenz-Spreizungs-Verfahren wurde in der Folge leider auch intensiv militaristisch genutzt, wie zum Beispiel beim Einsatz von Waffen-Lenksystemen im 2. Weltkrieg (Torpedos). Zivil wurde es die nicht weniger als die Basis für GPS bzw. faktisch aller Mobilfunk-Technologien. Bei der Entwicklung des innovativen Konzepts kooperierte sie der Vollständigkeit halber mit dem Komponisten George Antheil.

Ein antiker Sternenmesser Hypatia. Die Griechin und Heidin lebte in einem christlich geprägten Alexandria. Als Tochter eines Astronomen war sie wissenschaftlich vorgebildet und erfand schließlich selbsttätig den flachen Astrolab, ein Gerät zur Sternenmessung. Man konnte damit den Stand der Sonne und den Sternen messen. Überlieferungen zufolge war das nicht ihr einzige wissenschaftliche Innovation. Ein Astrolab bzw. Astrolabium für aus dem Griechischen „Stern-Nehmer“ ist ein kreisförmiges astronomisches Instrument mit der Form einer Scheibe. Anwender können damit den aus Erdensicht „sich drehenden Himmel“ nachbilden. Ihr Forscherdrang bekam Hypathia nicht, als Heidin war sie zeitlebens christlicher Anfeindung ausgesetzt. Strenges Patriarchat und dogmatisches Christentum des 5. Jahrhunderts nach Christus in Griechenland machten sie am Ende zum Opfer eines pseudo-religiösen, eigentlich politischen Machtkampfs. Hypathia war um die 60 Jahre alt, als man ihr auflauerte und sie in eine Kirche verschleppte. Ein fanatisch-„christlicher“ Mob ermordete Hypathia dort und schnitt die Leiche in Stücke. Anderen Überlieferungen zufolge soll Hypathia nackt durch die Straßen Alexandrias zu Tode geschleift worden sein.

Erfindungen von Frauen: Mechanik

Die Fallschirm-Pionierin: Katharina Paulus. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte die professionelle Luftschiff-Pilotin einen ersten, als Fallschirm zu bezeichnenden Absprung-Mechanismus. Diesen Fallschirm nutzte sie als eigene Lebensversicherung und packte das gefaltete Paket bei ihren Luftschiff-Einsätzen inklusive der gewickelten Fangleinen in einen Sack. Beim Sprung löste sich an einer dafür vorgesehen Sollbruchstelle ein Band, das den Sack aufriss, sodass sich der Schirm entfalten konnte. Dieser als Paulus-Schirm in die Geschichte eingegangene Falt- und Fallschirm rettete im ersten Weltkrieg vielen Soldaten das Leben, was Paulus das Verdienstkreuz für Kriegshilfe eingebracht hat.

Miss Scheibenwischer: Mary Anderson. Der Scheibenwischer ist so etwas wie eine klassische Problemlösung. Denn wenn die ersten Autos bei Schnee und Regen auf die Wege mussten, konnte die Witterung eine Fahrt schon mal zum hoch-riskanten Vabanquespiel machen. Anderson soll auf die Suche nach Lösungen gegangen sein, als sie im New York des beginnenden 20. Jahrhunderts Autofahrer beobachtete, die bei schlechter Witterung regelmäßig ihre Fahrzeuge stoppten. So dass diese ihre nassen Scheiben per Hand von Wasser bzw. Schnee uns Eis befreien konnten. Nach vielen Try-und-Errors dem Problem Herr bzw. Frau zu werden, schuf die Pionierin schließlich einen einfachen Hebel, den sie in der Nähe des Lenkrads befestigte. Schon damals war der Gleiter mit einem Gummi-Wischer versehen, der sich mit einem gefederten Schwungarm bewegen ließ. Das Patent von Mary Anderson soll nach vielen zuvor gelaufenen, anderweitigen Versuchen einer Lösung, der erste wirklich funktionell-erfolgreiche Ansatz gewesen sein. Wenn auch nur ein günstiges Zubehörteil, so sind Scheibenwischer doch allseits ein kritisches Instrument – na sagen wir mal für den dauerhaften Fahr-Erfolg.

Madame Tipp-Ex: Bette Graham. Auch wenn Tipp-Ex im Computerzeitalter kaum noch eine Bedeutung hat. In den frühen 50er Jahren des 20. Jahrhunderts brauchte es schon das eine oder andere Hilfsmittel, Rechtschreibfehler schnell und unkompliziert zu egalisieren. Die Erfindung entstand wie so oft aufgrund eines persönlich empfundenen Engpasses. Die Sekretärin einer Bank, Bette Graham musste täglich viele Schriftstücke verfassen und nutzte dazu pflichtgemäß ihre Schreibmaschine. Das Problem waren die in zunehmender Hektik entstehenden und unvermeidlichen Tippfehler. Ausradieren war nicht möglich, eine gangbare, unkomplizierte Lösung musste her. Bette Graham dachte pragmatisch, als sie über eine dem papiernen Weiß entsprechenden Korrektur-Farbe sinnierte. Behelfsmäßig begann sie ihre Fehler mit mitgeführter Farbe und einem kleinen Pinselchen zu übertünchen. Nachdem Graham die Tragweite ihrer Idee erkannte, meldete sie diese zum Patent an und machte mit der Innovation, die sich später Tipp-Ex nannte, ein Vermögen.

Die Einweg-Windel: Marion Donovan. Windeln von Hand oder auch mit der Maschine auszuwaschen – heute kann sich das kaukm noch jemadn vorstellen. Zu Zeiten Marion Donovans in den 40er und beginnenden 50er JAhren war das aber die Norm. Nachdem sie eine zweite Tochter zur Welt gebracht hatte, war sich Donovan anscheinend dem empfundenen Engpass der Mehrweg-Windeln so gewusst, dass sie sich nach einer Lösung umsah. Schließlich stellte sie die wasserdichte Windelhülle vor. Den „Prototypen“ hatte Donovan der Legende zufolge aus einem alten Duschvorhang ausgeschnitten. Mit dem Markennamen „Boaters“ ging im Jahre 1951 die erste, patentierte Einwegwindel an den Start. Donovan wurde zur gemachten Frau, nicht zuletzt, da sie nicht nur innoviert hatte sondern auch geschäftstüchtig genug war einen eigenen Vertrieb auf die Beine zu stellen.

Erfindungen von Frauen: Gesellschaft

Barbie-Puppe: Ruth Handler. Nein, es war nie als Steilvorlage für die Schönheitsindustrie gedacht, als Ruth Handler die Puppe „Barbie“ erfand. Die markante Puppe gilt als eine der bekanntesten und am meisten verkauften Puppen der Welt überhaupt. Als absoluter Spielzeug-Klassiker ist die Barbie ist ein eingetragenes Warenzeichen der Firma Mattel, der Firma, die ebenso auf die US-Unternehmerin Ruth Handler zurück geht. Die Barbie-Puppe erblickte 1959 das Licht der Spielzeug-Welt.

Wachsfiguren & das Kabinett: Madame Tussaud. Die Französin Sie Gründerin des nach ihr benannten Wachsfiguren-Kabinetts „Madame Tussauds“ in London / England. Als Kind des 18. Jahrhunderts und zeitgeistlicher Tochter der französischen Revolution wurde Madame Marie Tussaud am 1. Dezember 1761 in Straßburg / Frankreich geboren. Tussaud war eine bekannte, französische Künstlerin, die hauptsächlich mit Wachs arbeitete. Nachdem die von ihr geschaffenen Figuren immer lebensechter wurden, entstand die Idee eines Museums und gleichzeitig der möglichst realen Nachbildung zeitgeistlicher Persönlichkeiten, die darin Platz finden sollten.

Erfindungen von Frauen: Lebensmittel

Die Currywurst: Herta Heuwer. Sie gilt trotz sporadischen Widerspruchs anderer Imbis-Betreiber als Erfinderin der Currywurst. Heuwer wurde im Jahre 1913 in damals preußischen Königsberg in Russland geboren. Sie war Inhaberin einer Imbissbude und experimentierte mit Saucen- und Wurst-Varianten. Die Darreichungsform, vor aber die markante Curry-Tomatensaucen-Mischung machten ihr wichtigstes Produkt zur Marke. Die gewürzte Flüssigkeit war es dann auch, die Heuwer unter dem Namen Chillup zum Patent anmeldete.

Der erste Camembert: Madame Marie Harel. Für die Käse-Produktion am heimischen Bauernhof verantwortlich, lebte Harel mit Gatten zur Mitte des 18. Jahrhunderts einem kleinen französischen Dorf namens Camembert. Während der französischen Revolution versteckte sich einer ihrer Vetter, ein junger Pfarrer bei Harels auf dem Hof. Der Cousin wusste von einem besonderen Käserezept und da er für die Beherbergung und den Schutz so dankbar war, beschloss er Harel die Rezeptur für die Gaumenfreude zu verraten. Doch Marie Harel begnügte sich wohl der Legende zufolge nicht mit dem Grundlagen-Rezept. Vielmehr experimentierte sie damit und gilt daher heute als die Erfinderin des Camembert, eines sehr einzigartigen Schimmel-Käses.

Melitta-Kaffeefilter: Melitta Bentz. Der Name Melitta ist in Deutschland eng verknüpft mit Kaffee-Filtern. Kein Wunder. Das spezielle Filterpapier, das die gemahlenen Bohnen deutlich verfeinert zum Genuss bringen und damit Kaffee-Gourmets zu einer neuen Qualitätsstufe verhelfen sollte, stammt von Melitta Bentz. Mitte 30 Jahre alt störte sich die Dresdner Hausfrau am Kaffeesatz, der die Reinheit ihres geliebten Genussmittels unterminierte. So kam sie auf die Idee, Kaffeesatz über einen Papierfilter gereinigt vom braunen Gold zu trennen. Sie perforierte einen Messingtopfes und machte ein siebartiges Behältnis daraus. Darauf legte sie ein Löschblatt aus einem Schulheft. Voilà: der kaffeesatzfreie Kaffeegenuss konnte beginnen. Ihre Erfindung meldete Bentz beim Kaiserlichen Patentamt Berlin an. Das Gebrauchsmuster lautete offiziell auf „Kaffeefilter mit … gewölbtem … Boden … schräg gerichteten Durchflußlöchern“ und dazugehörigem „Filtrierpapier“. Die zu ihrem Filter passende Firmengründung erfolgte kurz darauf.

Erfindungen von Frauen: Technik

Geschirrspülmaschinen-Premiere: Josephine Cochrane. Die 1839 geborene „Lebefrau“ gilt als Erfinderin des Geschirrspülers. Gut betucht und nie party-müde genoss Cochrane das gute Leben in der High Society von Illinois USA. Der Legende zufolge regte sich Cochran so sehr über die Schusseligkeit ihrer Bediensteten auf, die ihrer Ansaicht nach zu viel Geschirr zu Bruch gehen ließen. Dass sie sich genötigt sah hier eine maschinelle Lösung zu suchen und den Abwasch anderweitig zu erledigen. Mit gefächerten Draht-Konstruktionen für die Teller und Tassen schuf Cochran die Halterungen. Diese befestigte sie an einem Rad. Danach wurde das Gestell auf einem Kupferkessel arretiert. Ein hinzugefügter Motor sorgte schließlich für die Bewegung und das Überziehen des Geschirrs mit heißer Seifenlauge. Voilá: Die erste Spülmaschine war entwickelt. Ob die Bediensteten in der Folge beim Abtrocknen und Einräumen von Teller und Tassen weniger Bruch verursachten, ist nicht überliefert. Schmälert aber die Cochran’schen Innovationskraft in keiner Weise.

Das erste ComputerprogrammAda Lovelace. Sie entwickelte den ersten Computer-Algorithmus bzw. damit den ersten mechanischen Computer, der den Namen „Analytical Engine“ erhielt. Letzterer wurde im 19. Jahrhundert konzipiert, und der Entwickler suchte zu seiner ersten Computer-Hardware ein darauf laufendes Computerprogramm, also so jemanden wie den früheren Bill Gates. Ihre ersten Skizzen legte Lovelace vor. Die Mathematikerin beschrieb damit, wie Bernoulli-Zahlen mit einer Maschine berechnet werden können. Diese Analytical Engine habe es gemäß Wikipedia nie aus der Konzeptionsphase heraus geschafft. Der Software-Algorithmus aber brachte Lovelace den Ruhm der theoretischen Pionierarbeit hin zum erstne Computerprogramm der Welt. Die Programmiersprache Ada ist nach ihr benannt.

Pionierin bei Überwachungs-Anlagen: Marie Van Brittan Brown. „Überwachung“ ist heute Teil unseres Alltags. Und im Computerzeitalter und bei den technologischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts ist das auch kein Wunder. Das erste vermarktungsfähige Wohn-Überwachungsanlage stammt allerdings von einer Marie Van Brittan Brown, die damit ihrer Zeit um Längen voraus war. Das durchdachte System kam ohne Internet aus und bestand aus vier in Reihe gesetzten Gucklöchern sowie einer entsprechend justierten Kamera. Deren Okular konnte man nach oben und unten schwenken, um Blickrichtungen verändern zu können. Die so aufgenommenen Bilder wurden auf einen Fernseher übertragen. Darüber hinaus konnte der Besitzer eine Fernbedienung nutzen, um die Haustüre zu öffnen.

Wir freuen uns über weitere historisch interessante, weil wegweisende Erfindungen von Frauen. Nutzen Sie die Kommentarfunktion. Oder mailen Sie uns an post(at)raketenstart.org.

Weiterführende Links zum Thema Erfindungen von Frauen:
ZE.tt: Erfinderinnen die wir alle kennen sollten

23/2015 Erfindung von und für Feuerwehrleute: neue, sehr smarte Flucht- & Rettungswege-Steuerung

Feuerwehren des Landes aufgepasst: Kai Knierim hat ein Projekt „Follow me for your safety and your life“ ins Leben gerufen. In diesem Rahmen wurde eine neue Flucht- und Rettungswege-Steuerung entwickelt. Feuerwehrleute können sich sich damit am klassischerweise geographisch unbekannten Brandort dynamisch Fluchtwege anzeigen lassen.

Die Gefahren für Feuerwehrleute im Einsatz auf das Mindeste zu reduzieren: das ist ein wirklich wichtiges und extrem sinnvolles Ziel. Indem Zusammenhang macht die Erfindung eines Kai Knierim von sich reden. Eine Steuerung, die bei Gefahren im Gebäude schnellstmöglich die passenden Fluchtwege aufzeigt. Und gleichermaßen über Feuerwehr-Funk alle wichtigen Informationen im Zusammenhang mit einem Brandherd auf mobile Endgeräte des Einsatzteams projiziert.

Mit der neuen Flucht- und Rettungswege-Steuerung haben alle den korrekten Status hinsichtlich Brandort und -intensität im Gebäude. Das Team lernt auf schnellstem Weg den Grundriss kennen, sieht zudem ein Luftbild zur schnellen Orientierung und bekommt relevante Informationen über Zufahrts-Möglichkeiten zum Einsatzort. Weitere Informationen gibt es auf der Projekt-Website Sicherster Rettungsweg. Wir sagen: Große Klasse und viel Glück Kai Knierim.

22/2015 Tuning extrem: Autoreifen macht Batterie-Strom

Die Tuning- bzw. Rennsportszene ist nicht gerade federführend, wenn es um ökologisches Bewusstsein und grüne Innovationen geht. Umso mehr überrascht es uns, wenn jetzt Goodyear einen Reifen vorstellt, der bei der Nutzung Strom für die Autobatterie macht.

Sind Sie schon einmal auf die Idee gekommen, dass Sie durch bloßen Fahrbetrieb mit Ihrem Auto Strom erzeugen könnten? Also wir nicht. Anders als der Reifenhersteller Goodyear. Die Experten für Gummi und Grip auf dem Asphalt jedenfalls verwandeln mit Ihrem Konzeptreifen BH03 Reifen-Wärme in Batteriestrom. Vorgestellt wurde die Technologie jetzt auf der „International Auto Show“ in Genf 2015. Aussagen der Reifenprofis zufolge würde sich durch den Einsatz dieser Reifen der Aktionsrahmen von Elektroautos deutlich erweitern lassen. Kleine Einschränkung: Vorgestellt wurde in Genf bislang mehr oder weniger nur die Idee. Zu den Details des sogenannten „BH03 Konzeptreifens“ ist noch wenig bekannt. Aber schaut ruhig mal das Promovideo an:

21/2015 Hölzernes Cargo-Pedelec für die kleinen Besorgungen

Die ideale Transport- und Transit-Hilfe für Städter im Alltag wollen jetzt ein paar Studenten aus Portugal entwickelt haben. Als Alternative zum Auto wird das hölzerne Cargo-Pedelec – faktisch eigentlich ein Dreirad für Erwachsene mit Korb-Kofferraum – für eine baldige Serienproduktion gehandelt.

Ein paar Mountainbike-Reifen und ein eleganter Rahmen aus Holz treffen bei dem neuen Innenstadt-Dreirad Cargo-Pedelec auf Vordergabel & Co. aus Mahagoni und Buche, teils sogar Eukalyptus. Die Erfindung portugiesischer Studenten wird betrieben von einem kleinen Elektromotor. Dieser ist mitsamt kleinem Akku im Sperrholzrahmens verbaut. Die zwar praktische, aber gegenüber dem Zweirad nicht revolutionär zu unterscheidende Innovation namens Raiooo soll in erster Linie als schnelles Einkaufsrad in der Stadt Verwendung finden. Im Portugiesischen steht Rai für „Speiche, die drei Buchstaben „o“ sollen die drei Laufräder symbolisieren, die dem Raiooo seine Identität verleihen. Als Kofferraum-Ersatz dient ein viereckiger Holzkorb, montiert zwischen den beiden Hinterrädern. Leider haben wir kein rechtlich verwendbares Bild gefunden. Daher hier gerne der Link zu deren Promovideo: Raiooo in action.

20/2015 Wenn der Schuh beim Laufen Energie macht

Beim Laufen Energie erzeugen: die Idee ist nicht neu, Forscher der Hahn-Schickard-Gesell­schaft haben jetzt zwei Module entwickelt, die diesem Anspruch gerecht werden. Durch das Tragen im Schuh treiben diese auf Wunsch entsprechende Wearables an.

Wearables sind ein Trend, der sich immer weiter entwickelt. Gerade auch durch das allenthalben populärer werdende Crowdfunding ist der Kreativität Tür und Tor geöffnet. Doch wer speist die vielen Messgeräte mit Energie? Zwei unterschiedliche Module, die für den Einbau in Schuhe taugen, nutzen jetzt das Auftreten auf dem Boden bzw. die Schwung-Bewegungen der Beine als Energiespender. Beim Auftreten aktiviert sich der sog. „Shock-Harvester“, durch die Laufbewegung wird der „Swing Harvester“ energetisch aktiv.

Schuhe, respektive insbesondere Laufschuhe passen sehr gut zu sportlichen Wearables wir Sportuhren und Pulswärmern. Wer sich nun die Erfindung mal näher anschauen will, schnuppert vorbei bei HSG, der Hahn-Schickard-Gesellschaft.

19/2015 Optimale Kühlschrank-Nutzung – mit Magneten?!

Mit sog. Bier-Magneten lösten vier findige belgische Studenten das Problem chronischen Platzmangels in ihren Kühlschranken. Die Erfindung soll nun weltweit Abnehmer finden.

Wohin mit dem kompletten Kasten Bier, wenn im studentischen Kühlschrank schon jede Menge abgelaufene Joghurts, Butter und die Reste der Abendessen der vergangenen Woche stehen? Diese Frage trieb vier Studenten in Belgien so um, dass sie sich mit dem Problem kreativ auseinander setzten. Die Lösug war schnell gefunden, da die Frage nach Platz im vollen Kühlaggregat schnell beantwortet ist: an der Decke des Geräts bzw. der Zwischenböden. Die Macher bauten sich Prototypen anklebbarer, magnetischer Halterungen und schafften so die Infrastruktur Bier- oder sonstige Kronkork-Flaschen im Kühlschrank aufzuhängen. Ob die Innovation aber Zeug zum Welterfolg hat, wird sich zeigen. Hier eine kurze Video-Doku mit rund einer Minute:

18/2015 Innovative Solarzellen-Folie produziert Strom

Eine Folie, die Sonnenkraft nutzt um Energie zu produzieren? Die Anwendungen für die Erfindung der finnischen Firma VTT sind schier grenzenlos. Scheint sinnvoll, obwohl die Folien nur die Hälfte ihrer großen Brüder auf Dächern leisten.

Organische Solarzellen in jeder gewünschten Form auf Folien zu drucken. Das ist im Kern die Innovation der finnischen Forschungs-Schmiede VTT Research. Die Solarzellen-Folie ist flexibel zu verbiegen, nur 0,2 Millimeter stark und kann an Wänden aller Art eingesetzt werden. Ob man die eigenen vier Wände tapetenartig verziert oder gleich ganze Gebäude produktiv verkleidet. Fläche gäbe es genug für die ertragreichen Folien, die neben ihrem ästhetischen Nutzen vor allem einen energetischen haben: sie produzieren ganz nebenbei Strom.

Auch wenn die Kunststoff-Solarzellen nur ungefähr 50 Prozent so leistungsfähig sind wie ihre großen Brüder auf Dächern. Der günstige Preis und die absolute Flexibilität sprechen eine klare Sprache pro dieser Innovation. Wer neugierig geworden ist, hier der Link zu den kreativen Erfindern von VTT Research. Apropos: die Folie produziert sogar schon in künstlich beleuchteten Räumen.

Solarzellen auf Folie

Solarzellen auf Folie: TU Chemnitz

Anmerkung: Kleine Einschränkung hinsichtlich der angeblichen Einzigartigkeit der Erfindung: das Institut für Print- & Medientechnik der TU Chemnitz hat bereits 2011 Solarmodule vorgestellt, die über das Aufbringen von Druckfarbe mit elektrischen Eigenschaften auf Standardpapiere gedruckt werden. Vogels Elektronik Praxis berichtete.